Investition in die Kläranlage

Abwasserverband Isar-Loisachgruppe plant Modernisierungen

+
Eines von drei Nachklärbecken der Kläranlage in Wolfratshausen-Weidach.

Wolfratshausen – Aufgrund von Wahlkampfterminen und der anschließenden Corona- Einschränkungen fand die 177. Verbandsversammlung des Abwasserverbands Isar-Loisachgruppe etwas später als ursprünglich geplant statt. Ziel war es, die Finanzhaushalte der Kommunen in Zeiten der Corona-Finanzkrise so wenig wie möglich zu belasten, aber trotzdem die Modernisierungen und Sanierungen der Kläranlage weiter zu forcieren.

Um kein Problem mit den Sicherheitsabständen zwischen den Teilnehmern zu bekommen, wurde die Verbandsversammlung in diesem Jahr in die Farcheter Mehrzweckhalle verlegt. Zudem erhielt jedes Mitglied eine Atemschutzmaske.

Die beiden Verbandsvorsitzenden Dr. Manfred Fleischer und Volker Reeh nutzten die infolge der Corona-Krise entstandene Verzögerung bis zur Ausrichtung der Jahreshauptversammlung, um den Haushalt 2020 gemeinsam mit dem Geschäftsleiter Lorenz Demmel zu optimieren. Dabei belief sich das Gesamthaushaltsvolumen auf 6,7 Millionen Euro. „Das ist mit Abstand der größte Haushalt der letzten Jahre“, bilanzierte Demmel in einer Presserklärung.

Deshalb plant der Abwasserverband einen Griff in seine Rücklagen, um die sechs Verbandskommunen in der Corona-Krise zu entlasten: So werden 1,8 Millionen Euro den Vermögenshaushalt zugeführt, um die notwendigen Modernisierungen und Investitionen zu ermöglichen. Dazu zählen die Sanierung einer Kanalstrecke, die Säuberung der Faultürme sowie die Betonsanierungen an den drei Nachklärbecken und an den fünf Schlammstapelbehältern. Um die Qualität der Abwasserreinigung weiter auf dem bestmöglichen Level zu betreiben, wurden im Verwaltungshaushalt zwei „wissenschaftliche Haushaltstellen“ genehmigt. „Hier streben wir eine Kooperation mit der Hochschule München und der TU München an“, erklärte Demmel.

Die Mehrbelastung des Bürgers bezüglich der Klärschlammentsorgung und anschließender Phosphatrückgewinnung halte sich nach Auffassung des Abwasserverbandes in Grenzen. „Pro Bürger im Verbandsgebiet wird es dieses Jahr um circa drei Euro teurer werden“, gab Demmel bekannt. Dass der Verband trotz großer Investitionen und Rücklagenabbau netto schuldenfrei bleibt, sei ein Verdienst der beiden Verbandsvorsitzenden Dr. Manfred Fleischer und Volker Reeh. Die Restschulden aus der großen Investitionszeit in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er-Jahre heben sich mit der verbleibenden Rücklage auf. „Dies beweist, dass in der Vergangenheit solide gewirtschaftet wurde“, zeigte sich Fleischer zufrieden.

Bis zum 14. Mai müssen die Gemeinden ihre Verbandsräte nun bestätigen oder neue bestimmen. Die nächste Sitzung wird unter ähnlichen Sicherheitsbestimmungen im Saal unter der Farcheter Mehrzweckhalle stattfinden. „Eine Verabschiedung der ausscheidenden Verbandsräte wurde aufgrund der Corona-Beschränkungen verschoben – wird aber nachgeholt werden“, versicherte Demmel. ph

Auch interessant

Kommentare