50 Jahre BN-Kreisgruppe

Umweltschützer feiern Jubiläum und bestätigen Vorstand im Amt

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Erneuerte seine Kritik an der geplanten S-Bahn-Streckenführung nach Geretsried: BN-Kreisgruppenvorsitzender Friedl Krönauer (r.).

Wolfratshausen/Landkreis – Am 18. Juli feiert die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN) in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland ihr 50-jähriges Bestehen. Davor gab und gibt es für die Umweltschützer noch allerhand zu tun, wie sich auf der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe im Wirtshaus Flößerei zeigte.

So verwies Umweltbildungsreferentin Diana Meßmer auf die Initiative „Oberland Plastikfrei“ und den gut laufenden Tölzer Unverpackt-Laden „Ois Ohne“, der im Mai 2019 eröffnet wurde. „Wir haben festgestellt, dass Klimaschutz Arbeitsplätze schafft“, erklärte Meßmer. Um das Bewusstsein der Jugend für die Gefahren von Kunststoffmüll in Gewässern und Landschaft zu schärfen, lädt der BN unter anderem zu Informationsveranstaltungen, Workshops und Klimafrühstücken in Schulen ein.

Um das Mähen von Streuwiesen und Renaturierungsmaßnahmen in Mooren kümmert sich 2. Vorsitzender Achim Rücker. So wird beispielsweise ein Großteil der BN-eigenen Flächen im Ellbacher Moor vom Maschinenring gemäht. „Manche nassen Bereiche lassen sich aber nicht mit den schweren Traktoren mähen und schwadern“, bedauert Rücker. Daher greift er auch oft zum Handmäher beziehungsweise zum Rechen. Anstrengend sind auch die im Frühjahr stattfindenden Amphibiensammlungen. BN-Kreisgruppenmitglied Monika Schotte berichtete von 157 ehrenamtlichen Helfern, die an 15 Sammelstellen im Landkreis 1.030 Stunden im Einsatz waren, um rund 26.800 Kröten, Frösche und Molche sicher über die Straßen zu ihren Laichgebieten zu befördern. „Damit verhindern wir auch Verkehrsunfälle“, sagte Schotte.

Seine Kritik an der Streckenführung der geplanten S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried erneuerte Kreisgruppenvorsitzender Friedl Krönauer. „Es ist schwer vermittelbar, dass ein Bahnhof im Geltinger Gewerbegebiet liegt: Da fährt doch jeder mit dem Auto hin“, gab er zu bedenken. Auch der Verlust von Buckelwiesen auf den FFH-Flächen im Bereich des Endbahnhofs auf Königsdorfer Flur sei nach wie vor ein Ärgernis. „Dort entsteht ja auch ein großer Park-Ride-Parkplatz, der eine zusätzliche Fläche beansprucht“, betonte Krönauer. Im Kampf gegen das Artensterben schlug er unter anderem die Verbesserung innerörtlicher Lebensräume durch „Blühstreifen“, die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft und die mittelfristige Verbesserung des ökologischen Zustands der Isar vor.

Der BN-Kreisvorsitzende begrüßte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die im vergangenen Jahr erlassene Bootsverordnung. Zudem will die BN-Kreisgruppe auch bei der Verhandlung um die Neuvergabe der Wasserrechte für das Walchenseekraftwerk sein Bedenken vorbringen. Ziel sei es, dass mehr Wasser durch die obere Isar fließt.

Am Ende seines Rechenschaftsberichts kündigte Krönauer den Jubiläumsfestakt zum 50-jährigen Bestehen der Kreisgruppe am 18. Juli in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland an. „Dabei werden auch Hans Well und die Wellbappn auftreten“, versprach er.

Bevor Kristoffer Lange mit seinem Baumschutzvortrag die fast vierstündige Jahreshauptversammlung beendete, wählten die 48 stimmberechtigten Kreisgruppenmitglieder Friedl Krönauer erneut zum Vorsitzenden. Unterstützt wird er wie bisher von dem Vize-Vorsitzenden Achim Rücker, Schatzmeister Helmuth Lutz und Schriftführerin Dr. Sigrid Bender. Die Kasse prüft Wolfgang Fröhlich. Diana Meßmer, Christel Steinacher, Stefan Burger und Kristoffer Lange engagieren sich als Beisitzer. Peter Herrmann

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