Tutsch übernimmt dritte Amtszeit

Jahresbericht der BRK-Bereitschaft Bad Tölz-Wolfratshausen: weniger Einsätze dafür aber größere

Frauen und Männer des BRK-Kreisverbandes
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Testen, üben und Helfen: Die Frauen und Männer des BRK-Kreisverbandes rückten 2020 zu insgesamt 26 Einsätzen aus. und unterstützten auch in den Corona-Teststationen.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Wolfratshausen – Die Mitglieder des BRK-Kreisverbands hatten sich heuer aufgrund der Corona-Lage nicht zu ihrer Jahreshauptversammlung treffen können. Und dabei wäre es ein wichtiger Termin gewesen, denn auf der Tagesordnung stand neben dem obligatorischen Rückblick auch die Wahl der Bereitschaftsleitung an.

Doch die ehrenamtlichen Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), wussten sich zu helfen und griffen zu Stift und Papier. Schriftlich teilten sie ihre Vorschläge dem Kreisbereitschaftsleiter (KBL) Jörg Kastner mit, wer denn künftig die Truppe leiten sollte. Das Votum fiel eindeutig aus: Wolfgang Tutsch, der die Geschicke der BRK-Bereitschaft Wolfratshausen bereits seit einem Jahrzehnt leitet, wurde durch den KBL für eine dritte Amtszeit zum Bereitschaftsleiter bestellt. Als seinen Stellvertreter wünschte sich die Mannschaft zudem Marc Seltier, der Tutsch seit einiger Zeit aktiv unterstützt.

Stunden für Ausbildung und Einsätze gesunken

Aus Tuschs schriftlichen Jahresrückblick geht hervor: die Stunden für Ausbildung und Einsätze sind im Vergleich zum Vorjahr drastisch gesunken. Konnte Tutsch vergangenes Jahr noch von „stolzen 10.284“ berichten, beliefen sich diese im Jahr 2020 auf insgesamt 4.073 Stunden. Keine Frage, schuld daran die besondere Situation aufgrund der Corona-Pandemie.

„Als wir am 19. Januar an der Sebastianiprozession teilnahmen, die traditionell daran erinnert, dass der Heilige Sebastian seinerzeit die Wolfratshauser vor der Pest gerettet hat, ahnte noch niemand, dass mit Covid-19 eine brandaktuelle Pandemie bereits unterwegs nach Deutschland war“, teilt Tutsch mit. Nach Faschingsveranstaltungen in Wolfratshausen und Königsdorf, dem Starkbierfest und einem Judo-Wettkampf stellte der erste Pandemie-bedingte Lockdown alle Veranstaltungen mit Sanitätsdiensten ein. Auch persönliche Ausbildungstreffen mussten abgesagt werden, jedoch konnte die bereitschaftsinterne Ausbildergruppe schnell einige Online-Abende organisieren.

Katastrophenfall in Bayern

Als Corona dann über den Landkreis rollte und in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde, wusste auch von der BRK-Bereitschaft Wolfratshausen erst einmal keiner, was auf sie zukommt. Um hier gerüstet zu sein, haben sie vom 16. März bis 16. Juni insgesamt 94 Tage lang eine Einsatzbereitschaft aufrechterhalten, bei der Tag und Nacht um die 13 Helfer auf Abruf waren. Tusch hebt diese besondere Leistung hervor, „dadurch sind theoretisch fast 20.000 Bereitschaftsstunden erbracht wurden, die allerdings in der Statistik nicht auftauchen“.

Auch an der Corona-Teststationen an der Autobahn A8 halfen die BRK-Mitglieder.

Dienste, die nach dem ersten Lockdown folgten, waren anders als sonst. Dazu gehörten etwa das Unterstützen der Staatsregierung und Gesundheitsamtes unter Vollschutzanzügen an den Corona-Teststationen an der Autobahn A8, im Tölzer Farchet sowie in Geretsried. „Zurzeit sind wieder permanent Mitglieder im Einsatz und unterstützen am Wolfratshauser Impfzentrum.“

Von den 26 BRK-Einsätzen im vergangenen Jahr blieben Tusch insbesondere die Großbrände in Erinnerung. So stand gleich zu Jahresbeginn ein Geretsrieder Betriebsgebäude in Flammen und im Sommer brannte ein Wohnhaus mit Verletzten in Peretshofen, ein landwirtschaftliches Anwesen in Beuerberg sowie der Wohnblock auf der Tölzer Flinthöhe – bei Letzterem evakuierte das BRK die 70 Bewohner (wir berichteten). „Die Einsätze im Jahr 2020 offenbarten zwei Superlative“, sagt Tutsch: „Erstens war es Corona-bedingt das Jahr mit den seit Jahren wenigsten Einsätzen; aber auch das mit den meisten recht spektakulären und großen Einsätzen.“

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