Mehr Personal erwünscht

Jahresbericht der Sicherheitswacht: Patrouillengänger kommen gut an

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Die ehrenamtlichen Sicherheitswachtler von Wolfratshausen (v.l.): Andreas Thomas, Frederik Gester, Katja Jasper sowie Gunther Perschon.

Wolfratshausen – Seit Dezember 2017 patrouillieren sie die Straßen und Plätze der Stadt: Drei Männer sowie eine Frau in Uniform und obwohl sie keine Polizisten sind, sorgen sie in Wolfratshausen für Recht und Ordnung. Es ist die Sicherheitswacht (SIWA), die sich vor einem Jahr gegründet hat. Nun zieht der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen Bilanz – und die fällt durchwegs positiv aus. Er fordert sogar Verstärkung an.

Eine 78-jährige Rentnerin steht im Regen, weiß nicht mehr wo sie ist. Dabei muss sie dringend zurück ins Krankenhaus. Die Sicherheitswacht ist zur Stelle und hilft, sie bringen die Frau dorthin zurück. Auf dem Weihnachtsmarkt vergangenes Jahr suchten Eltern verzweifelt ihr kleines Kind. Auch hier ist die Sicherheitswacht da, hilft, findet das vermisste Kind wieder und bringt es den Eltern zurück.

Dies sind nur zwei Anekdoten, die der Dienststellenleiter der Wolfratshauser Polizeiinspektion, Andreas Czerweny, beim Jahresbericht der SIWA verkündet. Sie verdeutlichen aber auch einige der wichtigsten Aufgaben der ehrenamtlichen Polizeihelfer. Sie unterstützen die Polizei bei ihrer Arbeit, freilich nur ungefährliche Einsätze. So leisteten die Sicherheitswächter im vergangen Jahr 680 Einsatzstunden bei 133 Streifgängen. Unterwegs waren Andreas Thomas, Frederik Gester, Katja Jasper und Gunther Perschon. Insgesamt komme die SIWA bei den Wolfratshauser Bürgern auch „brutal gut“ an, betont Czerweny.

Das größte Lob ist für den Polizeibeamten aber ein leerer Ordner auf der Inspektion: Es handelt sich dabei nämlich um den sogenannten Beschwerdeordner. Also, falls sich ein Bürger über etwas ärgert oder eben beschwert, landet diese Notiz zur Dokumentation in eben diesem Ordner. Ergo: leerer Ordner, keine Beschwerden.

Lob gibt es auch von den Stadträten, bestätigt Czerweny. Das Gremium bestätigte im Mai deshalb auch die Fortführung des Projekts „Sicherheitswacht Wolfratshausen.“ Und möchte auch das Personal aufstocken: Die Werbetrommel möchte Czerweny dafür bereits rühren, die Ausbildung startet dann im Januar/Februar 2019. Rund 40 Stunden dauert die Ausbildung, erklärt er. Diese sei flexibel gestaltet. Heißt: Sie richtet sich nach der Freizeit der Teilnehmer. Ausgebildet werden die Neuen dann in Theorie und Praxis: Grundrechte, Zivilrecht, Konfliktbewältigung oder der generelle Ablauf einer Polizeikontrolle stehen dabei auf dem Lehrplan: zwei bis vier neue SIWA könnte sich Czerweny übrigens vorstellen.

Die Einsätze reichen übrigens von der Verkehrssicherheit über öffentliche Sicherheit bis hin Unterstützung der Stadt Wolfratshausen bei Veranstaltungen. Von „Brennpunkten“ in Wolfratshausen möchte Czerweny nicht sprechen, der Polizeileiter nennt es eher „Hauptthema“. So seien Kontrollen von Radlern, die bei Dunkelheit ohne Licht fahren, ein „Dauerbrenner“. Ein Ort, der regelmäßige Kontrolle benötige sei die Schwanenwiese und das Jugendzentrum LaVida. Hauptsächlich gehe es hierbei aber um Mülldelikte, erklärt Czerweny. Ebenso Rauch- und Alkoholverbot einiger Jugendlichen aufgrund ihres Alters.

Gefordert ist die SIWA der Flößerstadt auch an der Isar: Insbesondere kontrollieren die Patrouillengänger an den schönen Sommerwochenende am Wildfluss und den Kiesbänken. Hier werden dann die Schlauchbootfahrer darauf hingewiesen, ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen. Gerade Verpackungen von „Schlauchbooten aus Discounter-Supermärkten“ werden oftmals achtlos in Gärten oder Wiesen geworfen.

Unterstützung erhält die Stadt durch die SIWA auch bei organisierte Bettlergruppen, die oftmals die Stadt belagern. „Die Bürger wollen das nicht“, betont Czerweny. Deshalb kontrolliert die SIWA, begleitet „unseriöse Bettler“ auch mal zum Amt für Ordnung und Sicherheit. Czerweny betont: „Die Sicherheitswacht-Mitglieder sind keine Sheriffs, sondern sie helfen der Polizei und der Stadt, so gut wie möglich.“ Eine Hilfe, die auch gebraucht werde.Daniel Wegscheider

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