„Platzhirsch mit Charme“

Jahresbericht der Sparkasse: Kundenfreundlichkeit und Digitalisierung im Fokus

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Die Vorstandsriege der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen (v.l.): Thorsten Straubinger, Renate Waßmer und Christian Spindler.

Bad Tölz – Die Sparkasse blickt zurück und voraus: Bei der Jahresbilanz war neben dem Etat auch die Neuausrichtung für „S-Heimat 4.0“ bis 2025 Thema: Dafür stehen weitere Sanierungsarbeiten alter Filialen auf der Agenda. Im Fokus auch die Digitalisierung.

Frei, offen und modern tritt die Sparkasse heutzutage auf: Die neuen Filialen präsentieren sich in heller Optik und zeitgemäßer Einrichtung. Nicht nur das bauliche Erscheinungsbild der Sparkasse hat sich geändert, sondern auch das der Mitarbeiter. Der Krawattenzwang wurde nämlich aufgehoben. Auch beim Pressetermin am vergangenen Freitag zur Jahresbilanz im Tölzer Sparkassen-Center zeigten sich Vorstandsvorsitzende Renate Waßmer sowie die beiden Vorstandsmitglieder Christian Spindler und Thorsten Straubinger locker aufgeschlossen – die beiden Männer trugen dementsprechend auch keine Krawatte.

„Mit Schwung ist der Kurs für 2018 gestartet“, berichtete Waßmer. Und dies trotz der anhaltenden Niedrigzins­phase, das die ganze Branche betreffe. „Die Bilanzsumme erhöhte sich um 95 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den großen Banken sei die Sparkasse „gut im Durchschnitt unterwegs“, erklärte Waßmer. Zum Vergleich: die größte Sparkasse in München erwirtschafte 18 Milliarden Euro.

Auch die Digitalisierung der Sparkasse ist auf Wachstumskurs: Der Anteil der online genutzten Privatgirokonten liege mittlerweile bei 54,4 Prozent, berichtete Spindler. Auch wurde die Sparkassen-App vergangenes Jahr von Stiftung Warentest zum Testsieger ermittelt. „Damit müssen wir uns nicht verstecken. Das ist das Nonplusultra auf dem Markt“, so Spindler weiter. Zudem unterstütze das Onlinebanking den Naturschutz: Der Sparkassendirektor hielt dazu ein Paket Kopierpapier in die Höhe. Rund eine halbe Millionen Dokumente werden nun auf elektronischem Wege verschickt, erklärte er. „Das ist ein Beitrag zur ökologischen Wirtschaft.“ Werde der Papierverbrauch auf das Kopierpapier-Paket hochgerechnet, so sei dieser Turm rund 180 Meter hoch und wiege 7,5 Tonnen, betonte Spindler.

Trotz Digitalisierung bleibe das Kundengeschäft die „Herzkammer der Sparkasse“, sagte Straubinger, „in diesem Bereich sind wir der Platzhirsch.“ Im Landkreis gibt es sechs Beratungscenter sowie 13 Geschäftsstellen. „Und das bleibt so, wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt“, so Straubinger weiter. Und die Sparkasse investiert in ihre Standorte: Die Filialen in Münsing, Königsdorf, Dietramszell und Egling wurden bereits für eine Millionen umgebaut. Als nächstes stehen Umbaumaßnamen für die beiden Banken in Geretsried (Ortsteil Stein) und Tölz für rund 2,5 Millionen an. Die Filiale an der Badstraße werde vergrößert, dafür allerdings die Sparkasse an der Tölzer Marktstraße zum 1. August geschlossen. Erhalten bleiben dort die Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker. Der hintere Bereich soll dem Einzelhandel zugeführt, berichtet Straubinger.

Die Sparkasse bezeichnet ihr Modernisierung der Filialen als „S-Heimat 4.0“: Das Konzept fußt auf die Verbindung zwischen Mensch und Digitalisierung. Spindler: „Die strikte Trennung zwischen Kunde und Mitarbeiter ist vorbei.“ Sparkassen sollen „erlebbar sein und „Charme“ haben. Da sind sich die Vorsitzenden einig. Daniel Wegscheider

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