„Wieder vernünftig reden“

Jahreshauptversammlung des Krieger- und Veteranenvereins Lenggries

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Erster Vorsitzender Toni Leeb (r.) gab in der Jahreshauptversammlung des Lenggrieser Krieger- und Veteranenvereins seinen Rechenschafts-Bericht ab.

Lenggries – Den Frieden bewahren, aber gleichzeitig die Erinnerung an die Schrecken der Weltkriege und an die zahlreichen gefallenen und vermissten Kameraden nicht verblassen lassen, das hat sich auch der Lenggrieser Krieger- und Veteranenverein auf die Fahnen geschrieben, der nun zum Jahrtag auch seine Jahreshauptversammlung abhielt.

Nach Kirchenzug und Jahrtagsamt folgte die Totenehrung und Kranz-Niederlegung am Kriegerdenkmal, ehe die Veteranen zu den Klängen der Lenggrieser Blaskapelle in den Alpen-Festsaal marschierten.

Mit Entschuldigungen begannen sowohl der Erste Vorsitzende Toni Leeb als auch Bürgermeister Werner Weindl ihre Reden. Irrtümlicherweise sind für die Mitglieder-Versammlung auch Neuwahlen angekündigt worden. Ein Versehen, wie der Veteranen-Chef erklärte, nämliche hätten doch erst im Vorjahr stattgefunden. Freudig stellte er fest, dass es im zurückliegenden Jahr gleich drei Neuzugänge im Verein gegeben habe. Dabei monierte er auch: „Ich kann nicht verstehen, warum die Bundeswehr ein so schlechtes Image in der Öffentlichkeit hat.“ Da es mit der Treffsicherheit seiner Kameraden wohl etwas hapere, „wollen wir beim nächsten Dorfschießen zumindest den Meistpreis gewinnen“, sagte Leeb und forderte seine Mitglieder zu möglichst zahlreicher Teilnahme auf.

Entschuldigt hat sich dann auch noch der Rathauschef für seine „etwas lang geratene Ansprache am Volkstrauertrag“, als er seine Zuhörer über die Gebühr lange im Dauerregen stehen ließ. Er sagte, dass nunmehr 75 Jahre Frieden im Großteil von Europa von vielen schon als selbstverständlich erachtet würde und warnte: „Selbstverständlichkeiten, werden von den Leuten nicht mehr geschätzt.“ Dabei sah er das Erstarken von Rechtspopulismus in vielen europäischen Nachbarstaaten als „echte Gefahr“ an: „Man muss immer die Augen offenhalten und ihr Verein muss stets daran erinnern, was aus solchen Bewegungen entstehen kann.“ Weindl verteidigte auch das Salutschießen zu Fronleichnam gegen überempfindliche Neubürger und dankte den Veteranen dafür, dass sie das ganze Jahr über bei Feierlichkeiten „im Dorf so präsent sind.“

Er warnte zudem vor Schnellschüssen im Zusammenhang mit der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne. Ein Thema, das im aktuellen Wahlkampf wieder hochgekocht sei: „Das sollte alles mit einem gewissen Augenmaß angegangen werden, da letztlich ja der Bürger alles bezahlen müsse.“ Er räumte zugleich ein, dass wegen verschiedener anderer Großprojekte im Dorf die Sanierung der Kasernen-Sportanlage sowie die Wiederinbetriebnahme der Turnhalle dort etwas ins Hintertreffen geraten sei: „Das hätte man durchaus angehen können. Dafür gibt es staatliche Zuschüsse.“ Letztlich erklärte der Bürgermeister: „Wenn der Wahlkampf wieder vorbei ist, dann man sicher auch wieder vernünftig über die weitere Verwertung der Kaserne reden.“Ewald Scheitterer

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