Die letzten zwölf Monate zusammengefasst

Jahresrückblick: Was alles im Tölzer Land passiert ist

Die Jahreszahl 2022 wird durch ein Flugzeug in den Himmel gezeichnet
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Auf ein neues und gesundes Jahr: In der Jahresrückschau werden die vergangenen zwölf Monate beleuchtet (Symbolbild).
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  • Franca Winkler
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Landkreis – Im Jahresrückblick greift die Redaktion des GelbenBlatt noch einmal einige Nachrichten auf und stellt diese vor.

Auch heuer beherrscht Corona die Schlagzeilen im Land. Doch neben der Pandemie gab es im Landkreis auch viele andere Themen, über die das GelbeBlatt berichtet hatte.

Januar

Das Jahr 2021 beginnt im Tölzer Stadtrat mit einer hitzigen Diskussion: Das Bauprojekt „Hintersberg II“ steht erneut auf der Tagesordnung; Bauamtsleiter Christian Fürstberger steht unter Beschuss. Grund: Die Zufahrt zur Baustelle. Weniger Tumulte gibt es beim öffentlich ausgelegten Bebauungsplan für die Wackersberger Höhe.

Eine Nummer kleiner sollen dagegen die Häuser in der Stadt Wolfratshausen werden: Der Verein Einfach gemeinsam leben übergibt im Rathaus eine Unterschriftensammlung, die künftiges Wohnen in sogenannten Kleinwohnformen, auch Tiny Houses genannt, möglich machen soll.

Februar

„Wasser marsch“ heißt es im Interkommunalen Sportschwimmbad in Geretsried. Bei der Überprüfung der Dichte, darf Bürgermeister Michael Müller erstmals seine Füße ins Wasser hängen. Das 19 Millionen teure Großprojekt eröffnet im September. Nass geht es dagegen bei den regionalen Gewerbevertretern ein, daher versammeln sie sich auf der Tölzer Marktstraße unter dem Slogan „Wir bluten aus!“ und fordern Corona-Soforthilfen vom Staat.

März

Die Bergwacht Lenggries rettet bei einem aufwändigen Einsatz zwei Personen am Grad der Achselköpfe. Einer war gestürzt und hatte sich den Arm ausgekugelt. Mit Rettungshubschrauber und Skidoo kämpfen sich die Einsatzkräfte bei starkem Wind zu den Verletzten vor. Aufregend geht es auch bei der Tölzer Asklepios Klinik zu: Aufgrund einer Gesetzesänderung lässt die Stadtklinik neun Stationshilfen gehen.

April

Nach einer fast zehnjährigen Sanierung hat die Klosterkirche in Beuerberg wieder geöffnet. Bei den Arbeiten wurden hochwertige mittelalterliche Fresken entdeckt, die nun den Besuchern zugänglich sind. Andächtig geht es auch bei der Auftaktveranstaltung im Erinnerungsort Badehaus in Waldram zu: Mit der beklemmenden Dokumentation „Der Todesmarsch“ wird an die 10.000 Häftlinge bei dem dramatischen Evakuierungsmarsch gedacht.

Mai

Im Mai sorgte dann das Thema „Kreisklinik Wolfratshausen“ im gesamten Tölzer Land für erhitzte Gemüter. Vor allem Landrat Josef Niedermaier musste sich während dieser Zeit viel Kritik anhören, bis dann der Tölzer Kreisausschuss den Beschluss fasste: Das Kreiskrankenhaus bleibt in kommunaler Hand – der Landkreis bleibt Träger des Spitals.

Auch stand Mitte Mai fest: Die nächsten Special Olympics Winterspiele Bayern (Soby) 2023 werden in Bad Tölz stattfinden. Die Kurstadt an der Isar überzeugte die Entscheider von Soby mit einer aussagekräftigen Bewerbung und einem schlüssigen Sport- und Veranstaltungsstättenkonzept.

Juni

Anfang Juni brachte dann ein Urlauber aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach die örtliche Polizei zum Staunen. Mit seinem Motorboot fuhr der Mann verbotenerweise auf dem Sylvensteinsee herum, bis die Polizei ihn aufhielt. Der Urlauber, der das bayerische Gesetz der Seen wohl nicht kannte, musste dann selbst zurück paddeln.

Besonders in Erinnerung geblieben sein, dürfte aber das starke Unwetter über Wolfratshausen, das am 21. Juni seinen Tribut forderte: Kaputte Fenster, Dächer und Autoscheiben. Die Superzelle brachte Hagelkörner so groß wie Golfbälle hervor. Selbst die Feuerwehrleute hatten ein so außergewöhnliches Unwetter noch nicht erlebt.

Hagelkörner so groß wie Golfbälle in Wolfratshausen.

Insgesamt sind die Einsatzkräfte 110 Mal in dieser Nacht ausgerückt. Und auch die Wolfratshauser Kreisklinik blieb nicht verschont. Eine Glashaube wurde durchschlagen und Wasser trat in den OP-Saal ein.

Für Unmut sorgte auch die Erhöhung der Parkplatz-Gebühr an der Blombergbahn. Ein Tagesticket kostete anstatt zwei, jetzt fünf Euro.

Juli

Am 1. Juli durften dann die Kinos im Landkreis nach langer Corona-bedingter Pause endlich wieder öffnen. Auch für die Kinobetriebe Wolf, die in Bad Tölz das Isar Kinocenter und das Capitol-Theater betreiben, bedeutete dies ein Aufatmen.

August

Der 19. August wird vermutlich in die Tölzer Geschichtsbücher eingehen: Für die Nordumfahrung in Bad Tölz gab es endlich den langersehnten Spatenstich. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer reiste extra für den Start des 48-Millionen-Euro-Projekts an. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Umfahrung 2025 freigegeben werden.

Waren beim symbolischen Spatenstich voll im Einsatz und schaufelten schon mal etwas Erde: (v.l.) Landrat Josef Niedermaier, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Mitte August wird dann bei einem Großbrand ein Mehrfamilienhaus in Wolfratshausen „Am Wald­rand“ stark beschädigt. Die Bilanz: Vier Verletzte und circa eine halbe Million Euro Sachschaden. Da die Wohnungen der betroffenen Familien vorübergehend nicht mehr bewohnbar waren, kamen sie bei Freunden unter.

September

Ende August/Anfang September hat es sprichwörtlich wie aus Eimern geschüttet. Der Dauerregen hat auch den Pegel der Isar anschwellen lassen. In der Region kam es nur vereinzelt zu kleineren Überschwemmungen, größere Schäden blieben laut Feuerwehr jedoch aus. Lediglich ein paar Keller liefen voll Wasser.

Wasserinseln erfreuen die Schwäne-Eltern zusammen mit ihrem Nachwuchs an der Isar bei Bad Tölz.

Am 7. September zerstört ein Großbrand im Münsinger Ortsteil Sonderham ein landwirtschaftliches Anwesen – das Feuer griff vom Stall auf das Hauptgebäude über. Im Einsatz waren fast 200 Ehrenamtliche Helfer. Die Bilanz: drei Leichtverletzte und ein Sachschaden im hohen sechsstelligen Bereich. Auch alle Tiere konnten vom Bauern rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Das Feuer griff von der Scheune auch auf das Bauernhaus über.

Ebenso sagen im September wie bereits im Vorjahr die Leonhardi-Ausschüsse der Stadt Bad Tölz und der Gemeinde Benediktbeuern ihre Leonhardifahrten ab.

Oktober

Das Großbauprojekt „Wohnen an der Banater Straße“ in Geretsried schreitet voran. Die ersten Bagger rumpeln bereits übers Gelände und heben Erde aus. Im Frühjahr 2022 soll dann mit dem Hochbau begonnen werden. Auf einer Fläche von 4,7 Hektar entsteht laut Architekt ein innovatives Stadtquartier im Grünen für rund 750 Wohnungen.

An der Banater Straße in Geretsried entsteht das neue Stadtquartier, die ersten Bagger schaufeln bereits.

Bei Bauarbeiten auf einem Privatgrundstück am Dompfaffenweg im Geretsrieder Stadtteil Gartenberg wurde am 25. Oktober Weltkriegsmunition gefunden – eine 150 Kilogramm schwere Bombe, gefüllt mit 20 Kilogramm Sprengstoff. Zur Evakuierung der mehr als 2.000 Anwohner reisten 153 Beamte der Bayerischen Bereitschaftspolizei an.

Dieses Foto der gefundenen Weltkriegsbombe hat die Polizei veröffentlicht. Sie wurde mit einer Kiste abgedeckt.

Nervenaufreibend war auch die Suche der vermissten achtjährigen Julia aus Berlin im Böhmerwald zwischen Deutschland und Tschechien. Bei der zweitägigen Suchaktion mit über 1.400 Rettungskräften, die am 10. Oktober startete, beteiligte sich auch die BRK-Rettungshundestaffel aus dem Landkreis. Das Mädchen wurde gefunden und war wohlauf.

November

Im Tölzer Landkreis springt die Corona-Ampel am 6. November erstmals auf Rot. Nachdem die Bayerische Staatsregierung die Corona-Regeln für Bayern für sogenannte Hotspots erlässt, treffen die verschärften Infektions-Regelungen unerwartet auch den Landkreis. Laut der Homepage vom Robert-Koch-Institut (RKI) schien der Landkreis weit entfernt zu sein, um als regionaler Hotspot eingestuft zu werden.

Doch Landrat Josef Niedermaier widerspricht: „Die Inzidenz vom RKI stimmt nicht. Wir liegen weit über 300.“ Zudem sei die Intensivbetten-Kapazität zu 91 Prozent ausgelastet. Statt der 3G-Regel gilt von nun an die 2G-Regel. Ein paar Tage später verhängen die Asklepios Stadtklinik und das Kreiskrankenhaus Wolfratshausen einen Besucherstopp.

Trotz der hohen Inzidenzwerte, formiert sich ein Verein, der gegen Corona-Beschlüsse und gegen eine Impfung von Kindern ist. 200 Menschen aller Altersgruppen versammelten sich nun vor der Loisachhalle, um ihren Unmut gegen die Corona-Beschlüsse der Regierung zu äußern. Aufgerufen dazu hatte der Verein „Kinderrechte Jetzt“, der eine Coronaschutzimpfung von Kindern- und Jugendlichen strikt ablehnt.

Dezember

Im Lenggrieser Gemeinderat sorgt ein Punkt auf der Tagesordnung für eine hitzige Diskussion: Die Verwaltung wollte zwecks der Errichtung eines möglichen Skateparks dem Gremium bestehende Anlagen und deren Kosten vorstellen. Daraus entwickelte sich dann eine Grundsatzdebatte über die Jugendarbeit in der Gemeinde.

Hitzig diskutiert wird auch im Wolfratshauser Stadtrat: 2019 deckelte der Stadtrat den städtischen Zuschuss für den Bau der künstlichen Surfwelle in Weidach auf 400.000 Euro. Dieser Beschluss wurde nun mit 15:10-Stimmen aufgehoben, da mit einer Baumaterialpreiserhöhung in Höhe von 172.000 Euro zu rechnen ist. Noch während der Sitzung übergaben die beiden CSU-Stadträte Peter Plößl und Alfred Fraas, die gegen die Aufhebung des Kostendeckels stimmten, ihre schriftlichen Rücktrittsgesuche an Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Am 21. Dezember wird Omikron erstmals im Landkreis nachwiesen. Die 56-jährige Person war doppelt geimpft. „Der Allgemeinzustand der betroffenen Person ist gut, es zeigen sich derzeit nur gewöhnliche Erkältungssymptome“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer.

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