Ab jetzt läuft die Uhr

Sechs Monate Zeit hat Bauunternehmer Krämmel, für das Lorenz-Areal einen Betreiber des Baumarktes zu finden. Foto: Kapfer-Arrington

Bauunternehmer Reinholf Krämmel hat nun sechs Monate Zeit. Denn bis dann muss er im Rathaus eine schriftliche Erklärung im Rathaus abgeben, in der er sich verpflichtet, auf dem so genannten Lorenz-Areal einen Baumarkt zu errichten. Erst dann darf die weitere Entwicklung des Areals beginnen. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Dienstagabend der Entwicklungs- und Planungsausschuss (EPA).

Dass der Tagesordnungspunkt in der Sitzung recht geräuschlos über die Bühne ging, lag sicher auch daran, dass das Gremium zuvor schon nicht-öffentlich vorberaten hatte – und wohl das weitere Vorgehen abgesteckt hat. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der beantragten Änderung zugestimmt wurde. Doch gab es die Zustimmung eben nur mit der Bedingung zum Baumarkt. Krämmel selbst, der die Sitzung im Rathaus besuchte, lobte den Beschluss, „denn damit kann ich nun arbeiten“. Für ihn ist bei der Ansiedlung eines Gartenbaufachmarktes entscheidend, dass Frequenzbringer im Umfeld entstehen können. Ein heikles Thema angesichts der Vorgaben zum Sortiment im Zuge des Einzelhandelsgutachtens. Nun aber hat Krämmel Planungssicherheit nicht zuletzt deshalb, weil der EPA grünes Licht für die beantragte Bebauungsplanänderung gab: Denn anstatt eines Hotels (hier fand sich kein Betreiber, d.Red.) soll nun ein Drogeriemarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Daneben folgen – wie geplant – ein Nahversorger (Tengelmann auf 1.350 Quadratmetern), ein Elektromarkt (1.750 statt bislang 1.821 Quadratmeter Fläche) und ein Discounter. Baujurist Andreas Porer plauderte etwas aus dem Nähkästchen als er erklärte, dass Aldi beabsichtige vom Nachbargrundstück aufs Lorenz-Areal umzusiedeln. Hintergrund ist, dass der Discounter seine Verkaufsflächen dann von 1.000 auf dann 1.300 Quadratmeter vergrößern kann. Kern des Bebauungsplans ist und bleibt indes der Bau- und Gartenfachmarkt mit unverändert gebliebenen 7.700 Quadratmetern Verkaufsfläche. Und hierauf zielten auch die Wortmeldungen im Gremium. Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) versicherte auf Nachfrage von Bernd Emmerich (FW): „Wir wollen den Nachweis, dass ein Betreiber da ist.“ Auch Franz Wirtensohn (CSU) betonte die enorme Bedeutung einer Klausel im empfehlenden Aufstellungsbeschluss: „Der Fachmarkt und der Nahversorger sollen erst dann realisiert werden dürfen, wenn der Baumarkt gebaut wird.“ Einstimmig votierte der Planungsausschuss dann für eben dieses Vorgehen. Krämmel hat nun sechs Monate Zeit, eine schriftliche Verpflichtung zur Ansiedlung und den Bau eines Bau- und Gartenmarktes vorzulegen. Und Krämmel selbst will da auch nicht länger warten, wie er im Anschluss an die Sitzung dem Gelben Blatt sagte. Mit zwei Interessenten für den Baumarkt sei er bereits in Verhandlungen. Und der Bauunternehmer kann sich durchaus vorstellen, dass nach der nun genehmigten Bebauungsplanänderung (gerade wegen des Discounters) gar noch weitere Interessenten vorstellig würden. Thomas Kapfer-Arrington

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare