Investitionen für Attraktivität

Jüngst diskutiert: Beteiligungen der Stadt an privatwirtschtaftlichen Firmen

Die SEBA Seilbahn am Blomberg in Bad Heilbrunn
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Eine der Beteiligungen der Stadt ist die SEBA Seilbahn GmbH, die am Blomberg auch eine ganzjährig geöffnete Rodelbahn betreibt.

Bad Tölz - Die Stadt Bad Tölz ist schon seit Jahren an privatwirtschaftlichen Unternehmen beteiligt. Einzelheiten darüber müssen, sofern der Anteil der Stadt mehr als fünf Prozent beträgt, öffentlich bekannt gemacht werden, wie Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung sagte. So berichtete Kämmerer Hermann Forster nicht nur über den Städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke, sondern auch andere Unternehmen, von denen sonst in der Öffentlichkeit eher nichts zu erfahren ist.

Die Stadt hält nach wie vor fast 28 Prozent der Aktien an der Jodquellen AG, deren offizieller Geschäftszweck die Verwertung des Heilmittels Jodquelle ist. Vorstand ist Anton Hoefter aus Seeshaupt, ausserdem existiert ein Aufsichtsrat, die Stadt hat aber trotz der erheblichen Aktienpakete kein Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen. Bekanntlich hat die Jod AG mit ihren Beteiligungsgesellschaften Alpabob GmbH und Jodquellen GmbH im Jahr 2014 das Vier-Sterne-Hotel Jodquellenhof im Badeteil geschlossen und im Jahr darauf das bekannte Freizeitzentrum Alpamare. Auch wenn der Geschäftsbericht für 2019 einen Verlust von 398.000 Euro aufweist, kann die Stadt beruhigt sein, so Forster: „Wir tragen keine Defizite und auch keine Darlehensrisiken.“

Ebenfalls ein Minus hat der Kurhausverein, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, erwirtschaftet. Das lag aber an zahlreichen Sanierungsmaßnahmen für Haus und Kurpark, wie dem Einbau einer Lüftung, stellte Forster klar. Ansonsten unterhält der Verein, dessen 1. Vorstand Bürgermeister Ingo Mehner ist, das Kurhaus und vermietet die Räumlichkeiten und die Gastronomie des Kurhauses an den derzeitigen Pächter Pablo Landauer und dessen Veranstaltung GmbH. Das von der Stadt zu tragende Defizit für 2018 beträgt 72.000 Euro.

Sehr erfreulich, dass die SEBA Seilbahn GmbH und Co. KG, also die Blombergbahn, im Jahr 2019 bei einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro einen Gewinn von fast 70.000 Euro erzielte. Hier erwähnte Forster das Konzept Erlebnisberg Blomberg, das durch Kapitaleinlagen der Gemeinden Wackersberg (100.000 Euro), Bad Heilbrunn (50.000) und Bad Tölz (500.000) unterstützt wird. Forster ist sich mit Blick auf die Zukunft sicher: „Die Investitionen dienen der Attraktivität des Blombergs für Gäste und Naherholer und schlagen sich positiv auf die Ertragslage durch.“ Wie berichtet, hat die Stadt im vergangenen Jahr einen Blomberg-Kümmerer eingestellt, der die verschiedenen Aktivitäten koordinieren soll. Diese Halbtagsstelle ist inzwischen unbefristet.

Viel Freude macht der Stadt auch der Eigenbetrieb Stadtwerke, der nicht nur Strom, Wasser, Gas und Fernwärme liefert, sondern auch das Freibad Eichmühle, das Hallenbad und das Eisstadion betreibt sowie für die gesamte Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet sorgt. Hier gibt es einen Geschäftsführer (Walter Huber) und einen siebenköpfigen Aufsichtsrat des Stadtrates. Laut Forster konnte im Jahr 2019 bei einem Umsatz von 24,6 Millionen Euro ein Gewinn von 875.000 Euro erwirtschaftet werden. Bei den Stadtwerken werden 75 Mitarbeiter beschäftigt, davon 67 in Vollzeit, ausserdem Auszubildende und Aushilfen. Die Stadtwerke sind ihrerseits an zahlreichen Firmen beteiligt, so mit 40 Prozent an der Wasserkraft Farchet (bei Wolfratshausen) und mit 16 Prozent an der 17er Oberland Energie GmbH.

Weitere Betriebe, an den die Stadt ganz oder teilweise beteiligt ist, sind die EGT GmbH Verwaltung KG, die die Aufgabe hat, die Jugendherberge auf der Flinthöhe zu verpachten. Die EGT GmbH wiederum, die unter der Federführung von Christian Fürstberger und Hermann Forster Grundstücksflächen im Gebiet der Stadt entwickelt, konnte im Jahr 2019 einen Gewinn von 646 Euro erzielen. Letztlich existiert noch die FlintCenter GmbH, an der die Stadt knapp über fünf Prozent hält (Rest der Landkreis). Zum Jahresende wird die Stadt „hier ausschneiden“, wie Forster sagte. Die „Schnecke“ wurde im Jahr 2014 verkauft, der Rest des Areals, wie das große Geviert, wird vorwiegend vom Landkreis genutzt. Vorsitzender dieser Gesellschaft ist Landrat Josef Niedermaier. Forster freute sich, dass der frühere Schuldenberg abgetragen werden konnte: „Jetzt ist alles getilgt.“

Karl Bock

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