Den Fördersatz erhöht

Jugendhilfeausschuss gleicht Sätze für Pflegeeltern an Richtlinien an

Landkreis – Immer wieder sucht das Amt für Jugend und Familie Pflegeeltern für Kinder, die ein stabiles familiäres Umfeld brauchen. Der Bedarf ist ungebrochen hoch, weshalb der Landkreis die Sätze, die den Pflegefamilien zugesprochen werden, immer dann umgehend aktualisiert, wenn der Bayerische Landkreistag neue Empfehlungen ausspricht. So hat sich nun der Ausschuss für Jugend und Familie abermals für eine Anpassung der Förderrichtlinien ausgesprochen. Dabei geht es dem Jugendamt um weit mehr als eine bloße „angemessene Bezahlung“, wie zu erfahren war.

Wie Ulrich Reiner, Leiter des Amts für Jugend und Familie ausführte, gilt der Freistaat was die „Entlohnung“ der Pflegeeltern anbelangt tendenziell als sparsam. Zuletzt wurden die Richtlinien in Bayern 2016 modifiziert. Das macht das Finden neuer Vollzeitpflegeplätze nicht gerade einfach und hat den Kreistag schon vor rund neun Jahren dazu veranlasst, einen Grundsatzbeschluss zu verfassen. Demnach überträgt die höchste politische Instanz im Landkreis eben dem Jugendamt die Möglichkeit, diese Fördersätze eigenverantwortlich anzupassen.

Dass das Thema nun doch wieder auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses landete, hatte von daher eher einen formellen Charakter. Denn ein Gerichtsurteil zeigte auf, dass es sehr wohl einen politischen Beschluss braucht, wenn die Fördersätze erhöht werden. Das „grüne Licht“ der Kreisverwaltung am Landratsamt alleine genügt nicht. Der Ausschuss hatte damit nun kein Problem und winkte die von Reiner vorgestellten Anpassungen durch.

Demnach erhalten Pflegefamilien monatlich gut 80 Euro mehr. Das macht bei rund 70 Fällen eine Summe von zusätzlichen 70.000 Euro, die im Haushalt veranschlagt werden. Gleichzeitig erfuhren die Kreisräte und bestellten Mitglieder des Fachausschusses noch ein paar Hintergründe zum Thema. So gehe es eben bei weitem nicht nur um eine bessere Bezahlung der Pflegeeltern, wie Reiner ausführte. Viel mehr gewähre das Amt für Jugend und Familie den Pflegeeltern umfassende Beratung und Coachings, damit diese in ihrer verantwortungsvollen Arbeit unterstützt werden. „Nur so können wir eine Schippe drauflegen, um neue Pflegefamilien zu finden.“

Primär gehe es nicht nur ums Geld, sondern auch um eine gute Pflegequalität. Auf Nachfrage von Susanne Merk (Freie Wähler) erklärte Jugendamtsleiter Reiner, dass man wieder neue Pflegefamilien habe gewinnen können, dennoch immer weitere suche. „Davon gibt es immer zu wenig.“ Schon deshalb konnte er sich zufrieden zeigen, als der Ausschuss einstimmig die neuen Förderrichtlinien absegnete.tka

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