„Kohle verbrennt unsere Zukunft“

Junge Klimaschützer protestieren mit Verkehrsblockade am Supermarkt-Parkplatz und einer Verkehrsampel

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Blockade an der Einfahrt zu zwei Supermärkten: Die Aktivisten verteilten Flugblätter an die davor stehenden und wartenden Autofahrer.

Wolfratshausen – Um ihre Kritik an der Kohlepolitik der Bundesregierung kundzutun, blockierten vier junge Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung am vergangenen Wochenende die Einfahrt zu einem Supermarktparkplatz sowie an einem Fußgängerübergang an der Königsdorfer Straße.

Bei den unangemeldeten Aktionen handelte es um sogenannte „Die-Ins“, wie sie auch von den Aktivisten der „Extinction Rebellion“ praktiziert werden. So legte sich eine Schülerin zunächst quer auf den Asphalt der Einfahrt zu zwei großen Supermärkten, während zwei andere Demonstranten ein weißes Transparent mit der Aufschrift „Kohle verbrennt unsere Zukunft“ in die Luft hielten.

Ein 38-Jähriger, der seinen Namen ebenso wie seine Mitstreiter nicht in der Zeitung lesen will, drückte derweil den haltenden Autofahrern Info-Flyer in die Hand. Da der Verkehrsstau an der Einfahrt ausblieb, verlegten die Aktivisten ihre Aktion kurz darauf an die etwa 250 Meter entfernte Ampel gegenüber des Edeka-Marktes. Dort konnten sie die Rotphase der Lichtsignalanlage durch Betätigung des Druckknopfes steuern. So bildeten sich in beiden Richtungen lange Autoschlangen.

Sperre für sauberes Klima

Das Ziel war erreicht. „Die für wenige Minuten im Alltagsgeschäft aufgehaltenen Menschen wurden mit einem Flugblatt über Sinn und Zweck der Unterbrechung informiert“, erklärte eine 17-jährige Schülerin. Ähnliche Aktionen fanden in diesen Tagen an vielen Orten in Deutschland statt. „Die Erderwärmung stellt eine existenzielle, irreversible Bedrohung für die Menschheit ab den kommenden Jahrzehnten dar“, erklärte die Initiatorin der Proteste. Sie forderte schnelle Klimaschutzmaßnahmen: „Die Verbrennung insbesondere von Kohle, wie sie Konzerne wie RWE hierzulande praktizieren, trägt dazu wesentlich bei und muss innerhalb kürzester Frist vollständig gestoppt werden“, betonte die Aktivistin.

Daumen hoch: Autofahrer zeigen Verständnis

Eile sei nicht zuletzt auch deshalb geboten, weil ein sozialverträglicher Umbau der betroffenen Kohleregionen nach Ansicht der „Fridays for Future“-Aktivisten Zeit braucht. Die Aktion in Wolfratshausen bewerteten die jungen Klimaschützer als Erfolg. „Manche Autofahrer haben sogar den Daumen hoch gemacht oder gelächelt, als sie die Flyer bekommen haben“, berichtete eine Teilnehmerin. Weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen sollen folgen. Peter Herrmann

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