Kirchlicher Einsatz am Amazonas

KAB-Neujahrsempfang: Sebastian Bugl plädiert für ökologische Umkehr

Kommissarische Vorsitzende Winfried Leyer (l.) bedankt sich beim Referenten Sebastian Bugl.

Geretsried – Seit vielen Jahren lädt der Ortsverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) am Dreikönigstag zum Neujahrsempfang in den Pfarrsaal der Heiligen Familie am Johannisplatz ein. Diesmal gab es einen Vortrag zum Thema „Amazonas – Brennpunkt unseres Weltklimas und der ganzen Kirche“ zu hören.

Nachdem eine Gruppe von Sternsingern Geld für karitative Zwecke gesammelt hatte und die Besucher mit Sekt, Orangensaft und Bier auf ein gesundes neues Jahr angestoßen hatten, begrüßte der kommissarische KAB-Ortsvorsitzende Winfried Leyer den diesjährigen Referenten Sebastian Bugl. Der Leiter der Abteilung Weltkirche im Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising ging zunächst scharf mit der Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ins Gericht. „Er bevorzugt die Agrarlobby und vernachlässigt die Interessen der indigenen Völker“, kritisierte Bugl. Die Folgen seien verheerend: Denn die Zerstörung von Tropenwäldern und die Ausbeutung von Bodenschätzen führen nicht nur zur Vertreibung der Ureinwohner sondern belastet auch das gesamte Weltklima. „Jedes fünfte Glas Wasser, das wir trinken, und jeder vierte Atemzug kommt aus dem Amazonasgebiet“, rechnete Bugl vor. Er lobte das Engagement von Papst Franziskus, der mit einer im Oktober 2019 einberufenen Synode auf die Probleme im Amazonas-Gebiet aufmerksam gemacht hatte und eine ökologische sowie pastorale Umkehr der Christen forderte. So könne es nicht angehen, dass den Ureinwohnern immer noch die Teilnahme an Priesterseminaren verwehrt bleibt.

Zudem solle über die Einführung des Frauendiakonats nachgedacht werden. Denn Frauen haben im Amazonasgebiet einen großen Anteil daran, dass der Glaube weitergegeben wird. Zur Stärkung der Seelsorge sollen auch mehr Priester dort eingesetzt werden. „In Deutschland kommen 1.700 Menschen auf einen Priester, im Amazonasgebiet nur ein Priester auf 7.200 Menschen“, berichtete Bugl. Der einst in Südamerika tätige Missionar begrüßte die klare Positionierung der Kirche gegen das in vielen südamerikanischen Ländern vorherrschende technokratische Paradigma und forderte spezielle kirchliche Dienstämter, die den Schutz der Natur und der Gewässer fördern. „Es ist höchste Zeit, neue Wege zu gehen“, so Bugl abschließend. Peter Herrmann

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