„Der Käfer sitzt in den Startlöchern“

Neuer Stadtförster: Florian Weber folgt auf Max Leutenbauer

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Florian Weber (l.) ist der Nachfolger für Max Leutenbauer. Weber wird künftig als Stadtförster für den Tölzer Stadtwald zuständig sein. Hier hat er vor allem mit den Spätfolgen des Schneechaos‘ 2018/2019 am Blomberg zu tun aber auch mit den Windeinbrüchen dieses Jahres.
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Schneechaos 2018/2019 am Blomberg
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Schneechaos 2018/2019 am Blomberg
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Ein Harvester im Einsatz, um Sturmbruchschäden zu beseitigen. 

Bad Tölz – Seit 1989 war Max Leutenbauer, der sich um den Tölzer Stadtwald gekümmert hat. Nun hat er eine andere Aufgabe übernommen.Sein Nachfolger Florian Weber stellte sich nun im Finanzausschuss vor – und zeigte in seinem Waldbericht, dass er wahrlich einiges zu tun haben wird. Vor allem die Entwicklungen am Blomberg sind aus forstwirtschaftlicher Sicht bedenklich – immer noch gilt es die Folgen vom Schneechaos 2019 hat nach wie vor ordentliche Folgen.

Eigentlich gibt es zwei Nachfolger für Leutenbauer. Denn sein Revier teilen sich in Teilzeit Elisabeth Necker im Loisachtal und Florian Weber im Isartal. Bisher die absolute Ausnahme in der Bayerischen Forstverwaltung gilt diese Art „Revier-Sharing“ als zukunftsweisendes Modell zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weber betonte, dass er die zurückliegenden sechs Jahre in München gearbeitet habe. „Das war eine interessante Tätigkeit“, nah am politischen Prozess etwa im Bayerischen Landtag. „Doch jetzt habe ich den Drang gehabt, wieder draußen zu sein.“ Das gelingt dem Gaißacher als Stadtförster nun quasi vor der Haustür. Und hier gibt es wahrlich viel zu tun. Die Schneebrüche des Winters 2019 sind immer noch nicht ganz abgearbeitet, die Folgen der Wiederaufforstung ohnehin nicht. Gerade im Bereich des Blombergs gab es „größte Schäden“, so Weber. Denn betroffen waren auch Jungbestände, die nach Wiebke aufgeforstet worden sind – „da darf nun erst einmal nichts mehr geschehen“, sagte da auch der erfahrene Förster Leutenbauer. Fatal: Das viele Sturmholz fiel in einer Zeit an, wo die preise ohnehin im Keller waren.

Beim Holzeinschlag gab es mit 3.421 Festmetern 800 Festmeter mehr, als im jährlichen Hiebsatz festgelegt ist. „Das ist nahezu ausschließlich auf die Schneebruch- und Windwurfschäden des Winters 2018/2019 zurückzuführen.“ Denn ein geregelter planmäßiger forstwirtschaftlicher Einschlag habe durch die Schneebrüche nicht stattgefunden. Das in den Vorjahren aufgebaute Hiebsatz-Defizit von gut 2.700 Festmetern seit Laufzeit des Forstwirtschaftsplanes von 2010 sei mit dem zwangsweisen Mehreinschlag 2019 etwas angeglichen worden und betrage nun etwa 1.900 Festmeter. Das könne dann in Jahren mit besserer Holzmarktlage ausgeglichen werden.

Stammholz, Industrieholz, Brennholz und Hackschnitzel brachten in Summe einen Erlös von 162.135,32 Euro. „Die Einnahmen aus 2019 stammen fast ausschließlich aus der Schadholzaufarbeitung“, fasste Weber zusammen. Demgegenüber stehen Unternehmerkosten (inklusive Bauhofmitarbeiter) von 116.545 Euro. „Die Kosten für Unternehmer waren im Jahr 2019 aufgrund der hohen Schadholzmenge außergewöhnlich hoch“, so Weber. Denn die eingesetzte Technik mit Harvestern sei kostenintensiv.

Auch heuer begann das Jahr 2020 mit zwei relativ starken Sturmereignissen. „Die zeitnahe Aufarbeitung dieser Schäden wird über das erste Quartal 2020 hinaus andauern“, ist sich Weber sicher. Allein im Farchet seien etwa 100 Festmeter Bruchholz angefallen, am Blomberg abermals 100 bis 150 Festmeter. Die Aufarbeitung dieser Forstschäden habe „höchste Priorität“, so der neue Stadtförster, denn: „Der Borkenkäfer sitzt bereits in den Startlöchern. Deshalb müssen wir dieses Holz schnellstens entfernen.“ tka

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