Für mehr Transparenz im Stadtrat

Kandidaten der Geretsrieder Liste stehen / Nun fehlen noch 200 Unterschriften

Das sind die Kandidaten der Geretsrieder Liste: Vordere Reihe, von links: Volker Reeh (Listenplatz 3), Christine Schmid (2), Karin Schlich (6), Patrik Kohlert (1). Hinten: Marc Kaufmann (9), Nicole Schmidt-Okanadzic (11), Joachim Heydasch (10), Dr. Elmar Immertreu (7), Peter Eberhardt (8), Stefan Uhlig (5), Anne Feiglbinder (4).

Geretsried – Vor Weihnachten hat die CSU den langjährigen Stadtrat Volker Reeh fallen lassen und ihn wegen seiner Kritik an der Umgestaltung der Stadtmitte nicht mehr nominiert. Doch nun ist Reeh mit der von ihm gegründeten „Geretsrieder Liste“ zurück, die elf Kandidaten umfasst. Gemeinsam wollen sie für mehr Offenheit in der Stadtpolitik kämpfen. Den begehrten weil besonders aussichtsreichen Spitzenplatz 1 hat der 64-jährige Reeh allerdings einem anderen überlassen: Patrik Kohlert (39), der in der Geretsrieder Verwaltung seine Ausbildung absolviert hat und derzeit das Bauamt in der Gemeinde Baierbrunn leitet.

Auf Kohlert folgt die Betriebswirtin Christine Schmid (45), dann erst kommt Reeh. Der Liste angeschlossen haben sich außerdem mit Peter Eberhardt und dem Zahnarzt Dr. Elmar Immertreu zwei der Initiatoren des einstigen Bürgerbegehrens gegen die „Neue Mitte“. Nun muss die Geretsrieder Liste noch die zweite Hürde nehmen: für die Zulassung der Kommunalwahl sind 200 Unterstützerunterschriften notwendig, die bis 3. Februar im Geretsrieder Rathaus abgegeben sein müssen.

Der Frust über die derzeitige Stadtpolitik war bei der Vorstellungsrunde der Kandidaten nicht zu überhören. Besonders wenn es um das Lorenz-Areal geht. Die Ausweisung der Riesen-Wohnsiedlung mitten im Industriegebiet werde nur dazu führen, Investoren zu verschrecken und Geretsried als Wirtschaftsstandort zu schwächen. Reeh ging außerdem mit dem Führungsstil Bürgermeister Müllers (CSU) ins Gericht, der alles in nicht-öffentlichen Sitzungen vorberaten und im Stadtrat dann nur noch kommentarlos abstimmen lasse. „Das geht an den Bürgern vorbei“, findet Reeh.

Er und Kohlert stellten das Wahlprogramm vor, deren Kernpunkt die „sinnvolle Stadtentwicklung“ ist und das für einen verträglichen Wohn- und Gewerbebau wirbt. Ein besseres Verkehrskonzept soll die vor dem Infarkt stehende B 11 entlasten, Radler-Gefahrenstellen an der Blumenstraße und Tattenkofener Kreuzung entschärfen und bessere Busverbindungen nach Wolfratshausen zur S-Bahn schaffen. Außerdem sollen die Bürger bei der Nachnutzung des alten Hallenbads mitreden dürfen. Was Patrik Kohlert besonders ärgert, ist die kostenpflichtige Tiefgarage am Karl-Lederer-Platz. Er forderte eine Rückkehr zur Parkscheibe. Einen der wenigen noch vorhandenen Bunker als zukünftiges Museum einzurichten, um die besondere Geschichte Geretsrieds nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist ihm ein weiteres besonderes Anliegen. ha

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