Kein 5 G in Königsdorf

Unabhängige Bürgerliste fordert klares Bekenntnis

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Für oder Wider: Die fünfte Generation im Mobilfunknetz wird in vielen Kommunen kontrovers betrachtet.

Königsdorf – Ja oder Nein, Hü oder Hott. Die Unabhängige Bürgerliste (UBL) reichte in der Februarsitzung des Königsdorfer Gemeinderats einen Antrag ein, in dem sie zu einer klaren Positionierung in Sachen 5G aufforderte. Georg Stöckl, Vorsitzender der UBL, legte dar, warum sich Königsdorf gegen 5G erklären sollte.

Noch im Spätherbst hatte Bürgermeister Anton Demmel eine Informationsveranstaltung zu dem Thema abgelehnt. Nunmehr stellte er einen zeitnahen Termin in Aussicht. Der Rathauschef warnte jedoch davor, Emotionen statt Sachinformationen in den Vordergrund zu stellen.

5G erhitzt die Gemüter und spaltet ganze Dorfgemeinschaften. Während die einen den neuen Mobilfunkstandard kaum erwarten können, fürchten die anderen den ersten Funkmast in ihrem Ort. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate legte die Unabhängige Bürgerliste (UBL) den Zankapfel auf den Sitzungstisch. In seinem Plädoyer warnte UBL-Ortsverbandschef Georg Stöckl den scheidenden Bürgermeister als auch den Gemeinderat eindringlich davor, sich vorschnell dem Druck von Mobilfunkbetreibern und Visionären hinzugeben. Zumal es, wie Stöckl betonte, keinen Nachweis für die Unbedenklichkeit von 5 G gebe.

Stöckl warf vor allem gesundheitliche Folgen von 5 G in die Waagschale. 5 G sei eine neuartige Technologie, die nicht mit anderen Frequenzen wie 4 G oder LTE vergleichbar sei. Zu denken geben sollte zudem, dass laut Stöckl die Grenzwerte beispielsweise in Österreich um den Faktor 1000 niedriger seien. Gewiss liege das nicht an einer höheren Empfindlichkeit der Alpennachbarn, frotzelte Stöckl.

Luise Seemeyer (CSU) unterstützte den Antrag der UBL: „Ich habe zwar keine Angst, dass Königsdorf aktiv die Suche nach einem 5G-Mobilfunkmast begleiten würde“, doch solle die Gemeinde sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen und die Thematik lieber skeptisch sehen. Laut ihren Erkenntnissen gebe es zwischen Mobilfunkbetreibern, Gemeindetag und dem Freistaat Bayern eine Vereinbarung, wonach Gemeinden ein achtwöchiges Vetorecht eingeräumt werden würde, „aber die sind im Falle eines Falles schnell rum.“

Bürgermeister Anton Demmel zeigte überraschend viel Verständnis für die Sorgen der UBL-Mitglieder. „Wir sollten in der Tat lieber agieren statt reagieren.“ Demmel bringt dennoch die Sorge um den Schlaf, es könne in Königsdorf so richtig krachen wie in anderen Gemeinden im Landkreis. In Sindelsdorf, Murnau oder Peissenberg etwa wurden entsprechende Beschlüsse gefasst, Demmel fürchtet dennoch um die gebotene Sachlichkeit. Ende November schwappten Informationen durch den Landkreis, dass in Icking der Streit um den 5 G-Ausbau so sehr eskalierte, dass eine Bürgerin, die der Gemeinde ein Grundstück für einen Funkmast zur Verfügung stellen wollte, regelrecht terrorisiert wurde und sogar Morddrohungen erhielt. Zur Beruhigung der noch leisen, aber stetig lauter werdenden Stimmen gegen 5 G im Dorf zeigte sich Demmel jedoch mit einer Informationsveranstaltung in Bälde einverstanden. Wohl in dem Wissen, dass die Ankündigung sein Nachfolger in die Tat umsetzen muss.

Formal konnte sich der Gemeinderat zu einer gemeinsamen Positionierung durchringen. Er beschloss einstimmig, bei zukünftigen Anfragen von Mobilfunkunternehmen an das Rathaus, die den Ausbau und die Standortsuche zu 5 G betreffen, den Gemeinderat zu informieren und in öffentlicher Sitzung zu beraten. Sandra Gerbich

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