Kinderpornografische Dateien

Amtsgericht: 38-jähriger Geretsrieder kommt mit Bewährungsstrafe davon

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Richterlicher Urteilsspruch: einjährige Bewährungsstrafe, Therapie und 1.000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund.

Geretsried – Etwa vier Jahre lang lud sich ein Geretsrieder aus dem Darknet Filme und Bilder mit kinderpornografischem Inhalt auf seinen PC. Da sich der nicht vorbestrafte Mann bei der Verhandlung geständig zeigte und außerdem seit drei Monaten in therapeutischer Behandlung ist, entging er einer Haftstrafe.

Das Beweismaterial war am 22. Juli des vorigen Jahres bei einer polizeilichen Durchsuchung in der Wohnung eines 38-jährigen Geretsrieders auf dessen PC, Smartphone und diversen USB-Sticks gefunden worden. Zu sehen eine Vergewaltigung, Fesselung sowie Folterung von zwei Minderjährigen. „Das ist schlichtweg grauenhaft!“, rang Richter Berger um Fassung.

Die Kriminalpolizei kam dem Angeklagten durch die Überprüfung der E-Mails eines anderen Verdächtigen auf die Spur. Während der etwa einstündigen Verhandlung meldete er sich kaum zu Wort. Stattdessen äußerte sich seine Rechtsanwältin Katja Günther. „Mein Mandant räumt den Besitz kinderpornografischer Dateien ein, schämt sich sehr und entschuldigt sich“, erklärte sie. Seit April befindet er sich in therapeutischer Behandlung, die der Geretsrieder aus eigener Tasche bezahlt. „Eine Einheit kostet 120 Euro, 34 Sitzungen hatte ich schon“, berichtete der Angeklagte.

Vor der Hausdurchsuchung im Juli 2019 hatte der Mann etwa vier Jahre lang kinderpornografische Bilder und Filme aus dem Darknet auf seinen Rechner geladen. Ein Sachbearbeiter der Kriminalpolizei Weilheim sichtete eine dreistellige Anzahl dieser Dateien und zeigte sich im Verhandlungssaal ebenfalls schockiert. „Das Leid, das hinter diesen Bildern steckt, sieht man nicht alle Tage“, sagte er. Meist seien die abgebildeten Kinder traumatisiert und könnten ihr ganzes Leben lang keine normale Beziehung mehr führen. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft war und eine Therapie begonnen hat, empfahl die Staatsanwältin, die Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung auszusetzen. Rechtsanwältin Katja Günther wollte es bei einer achtmonatigen Bewährungsstrafe belassen, obwohl ihr „als Mutter einer Tochter bei dem Fall auch das pure Kotzen“ komme.

Richter Helmut Berger verurteilte den Mann schließlich zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Zudem muss der Geretsrieder seine Therapie fortsetzen und 1.000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Die von vielen Politikern erhobenen Forderungen nach höheren Strafen für Pädophile, dürften auch nach diesem vergleichsweise milden Urteil nicht leiser werden. ph

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