Viel versprechender Auftakt

Kleidertauschparty und Konzerte eröffnen PiPaPo-Kulturtage

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Schon die Kleidertauschparty wurde ein erfolgreicher Programmpunkt der PiPaPo-Kulturtage. So gab es dann glückliche Gesichter bei der KIL-Vorsitzenden, hier mit Bürgermeister Michael Müller (l.), Assunta Tammelleo (Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach) und SPD-Stradtrat Hans Hopfner. 

Gelting – Unter dem Motto „Nur noch kurz die Welt retten“ veranstaltet der Kulturverein Isar- Loisach (KIL) noch bis zum 29. November das achte PiPaPo-Festival. Der Auftakt hatte schon viel zu bieten.

Zu einem unerwarteten Publikumserfolg wurde die Kleidertauschparty. Eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung bildete sich vor der Kulturbühne eine lange Menschenschlange. Doch anders als in großen Kaufhäusern hatten die Besucherinnen ihre vollen Tüten schon dabei: Eva Maria Trost-Groß und Kirsten Braun hatten am Einlass viel zu tun, um die Hosen, Jacken, Schals, Accessoires und Schuhe zu registrieren. Denn jeder Besucher bekam eine besondere Tauschkarte ausgestellt. Während es für T-Shirts einen Punkt gab, brachte ein Wintermantel drei Zähler.

Angesichts der Vielzahl der eingegangenen Kleidermengen war es gut, dass der Wolfratshauser Nachbarschaftshilfeverein „Bürger für Bürger“ mehrere große Kleiderständer zur Verfügung gestellt hatte. „Die vereinsübergreifende interkommunale Zusammenarbeit funktioniert bestens“, freute sich Assunta Tammelleo. Die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach, der das PiPaPo-Festival in diesem Jahr zum achten Mal veranstaltet, begrüßte auch die beiden Bürgermeister Michael Müller und Hans Hopfner. Beide waren natürlich nicht mit leeren Händen gekommen. Während der Rathauschef eine kaum getragene Arbeitshose mitbrachte, erschien sein Stellvertreter sogar mit seinem Hochzeitssakko. Müller fackelte nicht lange und probierte den feinen Zwirn sofort an. „Passt wie angegossen“, staunte er. Hopfner musste sich dagegen mit der Hose begnügen. „Die kannst du auf einer unserer vielen Großbaustellen tragen“, witzelte Müller.

Am Wühlen und Anprobieren beteiligten sich auch viele junge Geretsriederinnen. „Ich finde das Punktesystem und die Atmosphäre hier toll“, schwärmte Leah Kube. Die 17-Jährige war mit ihrer gleichaltrigen Freundin Pia Wank in die Kulturbühne gekommen und ließ sich viel Zeit beim Stöbern. „Die Kleidertausch-Party hat zudem einen nachhaltigen Aspekt, denn Wegwerfen ist out“, erklärte KIL-Vorstandsmitglied Andrea Weber. Nach etwa drei Stunden blieben dennoch viele Anziehsachen übrig. Sie werden für den gemeinnützigen Zweck an „Frauen helfen Frauen“ und an die „Arbeiterwohlfahrt“ weitergegeben. Aufgrund des großen Zulaufs plant der Kulturverein nun, weitere Kleidertauschpartys zu veranstalten. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das künftig mehrmals im Jahr machen“, kündigte Tammelleo an.

Gleich zwei Münchner Bluesrockbands traten dann am Samstagabend auf. Das Ambiente im Hinterhalt erinnerte dabei an einen Western-Saloon. Dazu passte das Outfit des Trios Muddy What?: Sänger und Gitarrist Fabian Spang betrat mit Cowboy-Hut und Lederstiefeln die Bühne, Ina Spang zupfte mit langen rot-lackierten Fingernägeln ihre Mandoline. Und dicht dahinter ließ Michi Lang seinen Bass wummern. Zusammen ergab das eine virtuose Mischung aus Coversongs und Eigenkompositionen. Besonders viel Applaus spendeten die Besucher dem Spannungsaufbau des langsamen beginnenden Bluessongs „Sad Smile“, der sich am Ende mit krachenden E-Gitarren-Klängen und der rauchigen Stimme von Fabian Spang entlud. Eher gemächlich begann der Auftritt des aus München stammenden Quintetts „The Donnelly Connection“. Namensgeber Alexander Donnelly ließ seinen Bandkollegen viel Spielraum. So blieb sogar Zeit für ein Keyboard-Solo von Igor Veedenev. Bob Dylans Hit „All Along The Watchtower“ klang auch 52 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nicht angestaubt. Und als Zugabe gab Alexander Donnelly alleine auf der Bühne stehend sogar den einst von Reggae-Legende Bob Marley gesungenen „Redemption Song“ zum Besten.Peter Herrmann

Das weitere PiPaPo-Festprogramm

Das PiPaPo-Festival wird am Mittwoch, 20. November fortgesetzt. Dann laden Heini Zapf und seine Musikanten zum kostenlosen Volkstanz in den Hinterhalt ein. Die Comedians Julian Beysel und Michael Mauder verraten am 21. November, „Was die Welt zusammenhält“. Im Nebenraum der Kulturbühne findet am 22. November ab 19 Uhr eine Vernissage zu Fotografien von Ralf Steinberger sowie Lichtinstallation von Günter Klügl statt. Ab 20.30 Uhr präsentieren Tola Sholana und Osumare Beats danach im Hauptraum traditionelle afrikanische Musik und Reggae. Tags darauf gestaltet Vanessa Magson & Friends ihren bunten Brexit-Abend.

Die Sonntags-Matinee bestreitet der Sirenenchor des Kulturvereins Isar-Loisach (24. 11.). Danach öffnet Bestseller-Autorin Hanni Münzer ab 14 Uhr das Ateliercafé. Gleichzeitig kann beim Workshop „Lindy Hops The Atlantic“ das Tanzbein geschwungen werden. Eine kostenlose Vorführung des Naturdokumentarfilms „Unsere Erde“ beendet den ereignisreichen Sonntag. In der Geretsrieder Petruskirche behauptet Sina Trenkwalder am 26. November in einem Vortrag „Wunder muss man selber machen“. Konzerte von Buffzack (28. 11.) und den Bonny Tones (29. 11.) beschließen die PiPaPo-Kulturtage.red



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