Klettern für Jedermann

Neue Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe eröffnet

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Ohne Seil, aber dafür auf weichem Boden: In der Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe gibt es für jeden Klettertyp eine farblich passende Route.
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Zur Eröffnung schaute auch Ingo Mehner (r.) vorbei und nutze die Gelegenheit, um selbst die Wand hoch zu gehen. Davor erklärte Peter Naumann (Vorsitzender des DAV-Trägervereins) dem Tölzer Bürgermeister die wichtigen Schritte und Griffe zum Aufstiegserfolg.
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Ingo Mehner (r.) und Peter Naumann in Aktion in der neuen Boulderhalle.
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Insgesamt können sich die Besucher an rund 120 Boulder-Steinen in der Anlage auf zwei Etagen austoben.
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Ingo Mehner, Bürgermeister von Bad Tölz, weiht mit seiner Erstbesteigung die neue Boulderhalle im Kletterzentrum ein.
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Fotoshooting mit der Presse: Ingo Mehner, Bürgermeister von Bad Tölz, weiht mit seiner Erstbesteigung die neue Boulderhalle im Kletterzentrum ein.
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Die verantwortlichen Wegbegleiter der neuen Tölzer Boulderhalle (v.l.): Michael Schmeidl (Betriebsleiter), Architekt Theodor Lochner, Andi Gehrke (Trägerverein), Bürgermeister Ingo Mehner sowie Peter Naumann (Vorsitzender des Trägervereins DAV Kletterzentrums).
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Schlange stehen vor dem DAV Kletterzentrum Oberbayern Süd. Viele Klettermaxen wollten am Eröffnungstag einen Blick in die neue Boulderhalle werfen. 

Bad Tölz – Start nach Verzögerung: Die neue Tölzer Boulderhalle im DAV Kletterzentrum Oberbayern Süd nimmt nach einer Corona-Wartezeit nun ihren Betrieb auf. Zudem ist auch das dortige Kletterzentrum wieder für Besucher zugänglich. Die Erstbesteigung der neuen Boulder-Einrichtung übernahm der begeisterte Bürgermeister aus Bad Tölz.

Ingo Mehner nimmt die Wand gekonnt mit viel Schwung: Zur Eröffnung der neuen Boulderhalle im Kletterzentrum auf der Flinthöhe schmeißt sich nämlich Tölz` Bürgermeister nicht in Schale, sondern tauschte seinen obligatorischen Anzug mit Krawatte gegen eine legere Sportlerkleidung aus. Schnelle Griffe und Tritte und der fitte Rathaus­chef erreicht oben die Galerie – mit roten Backen, aber ohne einer einzigen Schweißperle, die von seinen Schläfen rollt.

Anstrengender war dagegen der dreijährige Weg von der ersten Idee über Bauanträge und Genehmigungen bis hin zur jetzigen Eröffnung. „Viel Arbeit und gute Nerven“, resümiert Peter Naumann, Vorstand des Trägervereins, der sich nun erleichtert in der zwölf Meter hohen und hellen Halle verteilt auf zwei Etagen umblickt. Auf rund 500 Quadratmetern ist nun direkt neben der Kletterhalle eine in sich geschlossene Boulderhalle und ein Trainingsbereich im Kletterzentrum entstanden – betreten wird die Halle über eine rote neun Meter lange Stahlbrücke.

Lesen Sie dazu das Interview mit Betriebsleiter Schmeidl, der über das Bouldern an sich spricht

Der Andrang am Montag ist groß, bereits eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung bildet sich draußen eine Schlange von Kletterbegeisterten, die es kaum erwarten kann, sich wie Mehner an der Wand hochzuschwingen. Ein Grund dafür ist wohl auch die Verschiebung der geplanten Einweihung. Denn eigentlich sollte die Boulderhalle bereits am 25. April eröffnet werden. Doch aufgrund der Corona-Krise hat sich der Termin dann nach hinten verschoben. Auch jetzt gilt, wer die Einrichtung betritt, zieht Mund- und Nasenschutzmaske auf. Abnehmen können die Klettermaxen diese dann erst, wenn sie sich über die Boulder-Steine nach oben hangeln. Zudem sind die Wege zwischen Eingang sowie den einzelnen Bereichen durch rote Pfeile und Absperrungen getrennt, um einen geforderten Abstand einzuhalten. Mehner ist mit der Einrichtung zufrieden: „Für die Stadt und Umgebung ist sie ein echter Gewinn“, lobt er. Denn Bouldern decke ein großes Spektrum ab. „Das kann jeder machen: vom Amateur bis hin zum Profi.“ 

DAV-Kletterzentrum und Boulderhalle eingeschränkt für Besucher zugänglich

Neben der Boulderhalle im neuen Anbau des DAV Kletterzentrums Oberbayern Süd gibt es dort zudem einen Trainingsbereich sowie einen Kletterbereich für Kinder. Letzterer ist laut Peter Naumann „ein rund 150 Quadratmeter großer Mischbereich aus Spielen und Klettern“. Dort können die Kleinen sicher und spielerisch das Klettern erlernen. In der Kletterwand sind Höhlen, Seile und Hängebrücken eingebaut: „Wie in einem Abenteuerpark“, so der Vorsitzende des Trägervereins DAV Kletterzen­trum weiter.

Der neugestaltete Trainingsbereich befindet sich im Obergeschoss des Kletterzentrums: Hier steht eine moderne digitale Boulderwand (Kilter Board). „Davon gibt es nur zwei in ganz Deutschland“, berichtet Naumann. Das Besondere: die Route an der Wand mit 325 Griffen und 100 Tritten kann per App gesteuert werden. Je nach Schwierigkeitsgrad könne sich dann die Wand bis zu 70 Grad neigen. Und die zu kletternden Steine leuchten farblich auf – 22.000 Routen sind programmiert.

Entstanden ist das Kletter-Eldorado übrigens in einer Kooperation mehrerer Sektionen des Deutschen Alpenvereins (DAV), der als Träger fungiert, und der Stadt Bad Tölz. Seit Mai 2019 wurde an der Halle nach dem Entwurf von Architekt Theodor Lochner gebaut. Der Stadtmitarbeiter ist selbst Trainer und unterrichtet im Kletterzentrum. Wichtig war ihm möglichst viel Tageslicht in die Boulderhalle zu bringen. Dafür ließ er ein breites Dachlichtband in der Decke installieren. Eine Treppe verbindet die beiden Ebenen: Im Erdgeschoss befinden sich die deutlich steileren Bereiche mit einer Höhe von bis zu 4,5 Metern, deren Wände um bis zu 50 Grad geneigt sind. „Hier sind Kraft und Ausdauer von Vorteil“, sagt Lochner schmunzelnd. Auf der Galerie-Ebene sind die Wände dagegen flacher gestaltet, „um Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeiten zu fördern“. Insgesamt können sich die Besucher an rund 120 Boulder-Steinen in der Anlage austoben.

Mehner lobt bei seinem Besuch die Kletterstätte als „eine moderne Sportanlage für alle, gleich welchen Alters oder auf welchem Kletterniveau“. Nichtsdestotrotz war „das Projekt, sowohl für den Trägerverein als auch die Stadt finanziell anspruchsvoll zu stemmen“, betont der Bürgermeister. Die Gesamtkosten für Stadt und Trägerverein belaufen sich für den Innen- und Gebäudebau auf knapp zwei Millionen Euro.

Aufgrund der Corona-Auflagen zum Infektionsschutz sind momentan nur begrenzt Besucher im Tölzer Kletterzentrum sowie der Boulderhalle zugelassen. Derzeit sind bis auf das Bistro die Außen- und Innenanlagen sowie der Verleih und Shop geöffnet. Aber: Im oberen Bereich der Boulderhalle können maximal zehn Personen gleichzeitig trainieren, im Erdgeschoss liegt die Begrenzung derzeit auf 17. Freie Plätze können über die Homepage des Tölzer Kletterzentrums abgerufen werden. Daniel Wegscheider

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Alle Eintrittspreise, Öffnungszeiten sowie die verfügbaren Plätze sind online auf www.kletterzentrum-badtoelz.de einzusehen.

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