Renaturierung abgeschlossen

Klimaprogramm Bayern 2050: Umfangreiche Arbeiten im Münsinger Filz seit Herbst abgeschlossen

Für die Moorrenaturierung wird ein Damm mit Hilfe eines Baggers gebaut.
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Für die Moorrenaturierung wird ein Damm mit Hilfe eines Baggers gebaut.

Landkreis/Münsing – Im Münsinger Filz sind in diesem Herbst erste umfangreiche Renaturierungsarbeiten abgeschlossen worden.

Die Maßnahmen gehören zu einem Projekt des Landratsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen, mit dem die Moorlandschaft erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden soll.

Projektleiterin ist Elisabeth Pleyl von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Sie zieht eine erste Zwischenbilanz: „Soweit die Flächen dafür zur Verfügung gestellt worden sind, konnte der natürliche Moorwasserstand wieder hergestellt werden.“ Um das zu erreichen, wurden rund die Hälfte der Torfstiche und Gräben durch Dämme aus Holz und Torf abgeriegelt.

Insgesamt wurden auf diese Weise 180 Dämme in den zurückliegenden zwei Monaten realisiert. Zum Einsatz kamen zwei kleine Moorbagger, die über breite Ketten den Moorboden schadlos befahren. „Der nasse Untergrund in den Torfstichen stellte auch für die Spezialmaschinen eine Herausforderung dar.“

Gleich mit den ersten Niederschlägen konnte der sogenannte Anstaueffekt hinter den Dämmen beobachtet werden. Elisabeth Pleyl beobachtet nur wenige Wochen, nachdem die Dämme fertiggestellt worden waren, dass Amphibien, Wasserwanzen, -käfer und Libellen die entstandenen Moorkolke besiedeln. Moorkolke sind Wasseransammlungen, die komplett von Moor umschlossen sind und keine Strömung aufweisen. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für bestimmte Tier- und Pflanzenarten. „Sogar seltene Zugvogelarten, die nasse Stellen zur Nahrungsaufnahme aufsuchen, fanden sich ein“, freut sich Elisabeth Pleyl.

Finanziert wurde die Maßnahme aus den Mitteln des“ Klimaprogramm Bayern 2050 – Moore“. Die Zurückhaltung des Regenwassers im Moor ermöglicht das Wachstum der Torfmoose. Sie nehmen das Kohlendioxid der Luft auf und speichern es dauerhaft, denn das nasse Torfmoos zersetzt sich nicht, sondern lagert sich letztlich als Torf ab. Wenn dagegen das Moor austrocknet, wird es zersetzt. Dabei werden Jahr für Jahr Treibhausgase freigesetzt, die zehn bis 15 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar entsprechen. Im Münsinger Filz wurden etwa 20 Hektar wirksam wiedervernässt, so dass künftig jedes Jahr rund 200 Tonnen Kohlendioxid weniger an Treibhausgasabgaben freigesetzt werden.

Soweit Grundstücke für die Renaturierung angekauft, gepachtet oder per Grunddienstbarkeit zur Verfügung gestellt wurden, hat der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen die Trägerschaft übernommen. Die Lenkungsgruppe „Tölzer Moorachse“ arbeitet bereits seit 18 Jahren zusammen, um Moorrenaturierungen vorzubereiten und umzusetzen. Der „Tölzer Moorachse“ gehören die regionalen Naturschutzverbände, der Bayerische Bauernverband, das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, Vertreter der Naturschutzbehörden sowie Landrat Josef Niedermaier an.

Erst in der vergangenen Woche wurde die Moorrenaturierung in Bayern durch das Bayerische Klimaschutzgesetz bekräftigt. Auch im Landkreis Bad Tölz- Wolfratshausen geht die Arbeit in den Mooren weiter. red

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