Erstrahlt im neuen Glanz

Klosterkirche nach zehnjähriger Sanierung wieder geöffnet

Der Innenraum der Beuerberger St. Peter und Paul
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Nach den Renovierungsarbeiten des Innenraums der Beuerberger St. Peter und Paul ist die Kirche auch wieder für Besucher zugänglich.
  • Viktoria Gray
    vonViktoria Gray
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Beuerberg – Fast zehn Jahre dauerte die Sanierung der Beuerberger Pfarrkirche St. Peter und Paul unter der Leitung des staatlichen Bauamts Weilheim. Nun soll das Gotteshaus der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen.

„Die vollständig restaurierte Kirche von außergewöhnlicher Schönheit ist in allen technischen Bereichen modernisiert“, berichtet der Bereichsleiter Hochbau, Peter Aumann, vom staatlichen Bauamt Weilheim. Ursprünglich wurde die Pfarrkirche in Beuerberg – früher als Augustinerchorherren-Stiftskirche bekannt – im Jahre 1127 errichtet und vollendet. Bei Umbauarbeiten stürzte der romanische Bau jedoch ein. Aumann vermutet, dass der heute sichtbare weitgehende Neubau ab 1628 nach Plänen von Isaak Bader Senior (deutscher Baumeister und Stuckateur) durchgeführt wurde. „Im Zuge der Säkularisierung 1803 wurde die Kirche dann Eigentum des Freistaates Bayern und zur Pfarrkirche erhoben“, erklärt der Bereichsleiter weiter.

In der Vergangenheit hätten sich zunehmende Beeinträchtigungen der Bausubstanz durch Feuchte und Bauteilbewegungen abgezeichnet. „Im Jahr 2011 wurde nach Verhandlungen eine Einigung zur Kostenteilung für die anstehende Restaurierung erzielt“, erinnert sich Aumann. Demzufolge konnte der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags im selben Jahr die Genehmigung für die geplanten Maßnahmen erteilen. Ende 2011 begann die Weilheimer Behörde dann mit den Bauarbeiten. „In den ersten Jahren standen zunächst die statische Sicherung des Bauwerks und die Sanierung des Kirchendaches im Vordergrund“, so der Bauamtsmitarbeiter weiter.

Kulturschätze aus dem 15. Jahrhundert entdeckt


2016 bei der Abnahme der Sockelputzflächen, wurden hochwertige Mittelalterliche Fresken (Technik der Wandmalerei) aus dem 15. Jahrhundert entdeckt. Bei diesen war eine denkmalpflegerische Befundung und Bewertung notwendig. Dabei fiel die Entscheidung, die aufgedeckten Kulturschätze für die Nachwelt sichtbar zu machen. Sie wurden in das Restaurierungskonzept der Kirche mit eingebunden.

Ein weiterer Aspekt der Substanzsicherung der Kirche war die Rettung der Ausstattung und somit die Bekämpfung eines Holzwurms. Aufgrund weiterer Überraschungen, die die Bauarbeiten mit sich brachten, erhöhten sich die Kosten somit von knapp 4,6 Millionen auf insgesamt 5,9 Millionen Euro.

Im Frühjahr 2016 wurde dann mit der Sanierung des Innenraums begonnen und 2019 wurde mit „der aufwendigen Konservierung und Restaurierung der Ausstattung begonnen“, sagt Aumann. Die Orgelempore und der Orgelprospekt etwa, hatten in den 1960er-Jahren eine starke Überarbeitung erfahren und waren entsprechend dem Zeitgeschmack in einem unpassenden Farbspektrum gefasst. Durch eine Restaurierung gelang es aber, die ursprünglich Farben wieder herzustellen. „Die verspielte und ursprüngliche Farbgebung aus der Zeit um 1790 stellt ein seltenes und einmaliges Zeitzeugnis dar, das durch Befunde belegbar ist. Nun fügt sie sich wieder wie selbstverständlich in den Kirchenraum ein“, freut sich Aumann.

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