All-inclusive-Gästekarte

Knappe Entscheidung: Kreisrat stimmt für Einführung der elektronischen „KönigsCard“

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Kostenlose Busfahrten und vergünstigter Eintritt in Bäder oder Museen, das bieten viele Tourismusorte ihre Gästen. Jetzt soll es auch im Landkreis eine elektronische „KönigsCard“ geben. Mit 42 zu zehn Stimmen sprachen sich die Kreisräte in ihrer jüngsten Sitzung dafür aus, die elektronische „KönigsCard“ einzuführen. 

Bad Tölz/Landkreis – Das war knapp: mit 42 zu zehn Stimmen sprachen sich die Kreisräte in ihrer jüngsten Sitzung dafür aus, die elektronische „KönigsCard“ einzuführen. Notwendig sei, wie Stellvertretender Landrat Thomas Holz eingangs sagte, eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Kreistages, was 41 Stimmen entspricht. Schon der empfehlende Beschluss in der vorangegangenen Kreisausschuss-Sitzung war mit 8:3 Stimmen nicht eindeutig ausgefallen. Holz, der ein knappes Ergebnis befürchtet hatte, meinte scherzhaft: „Wenn ich das von der Zweidrittel Mehrheit vorher gewusst hätte, hätte ich heute noch ein paar Kreisräte angerufen.“ Von 60 Mitgliedern waren bei der Abstimmung nur 52 anwesend.

Dabei wird Urlaub im eigenen Land bei den Deutschen immer beliebter. Tourismusregionen locken die Gäste mit attraktiven Angeboten, dazu zählen Gästekarten, die kostenlose Busfahrten, vergünstigte Eintritte und mehr bieten. Auch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen möchte für alle Städte und Gemeinden eine gemeinsame All-inclusive-Gästekarte einführen. Dafür investiert er 300.000 Euro.

Kein Aufwand und kein Risiko für die Gastgeber, dafür ein Imagegewinn und Mehrwert - so warb der Kochler Bürgermeister und Stellvertretende Landrat Thomas Holz (CSU) für die „KönigsCard“. Holz erklärte, die All-inclusive-Gästekarte sei keine Neuerfindung, in Tirol, dem Allgäu und in Oberbayern gebe es sie in vielen Tourismusorten bereits. Würde sie auch hier im Landkreis eingeführt, käme man auf den Stand, „den wir dringend, dringend brauchen“, sagte Holz, der auch Leiter des Fachbeirats Tourismus ist.

Ein Ort wird sich nicht beteiligen: Die Gemeinde Lenggries hat seit Jahren eine funktionierende „Gästekarte plus“. Man habe sogar beim Anbieter der Lenggrieser Karte angefragt, doch dessen preisliche Vorstellungen könnte man nicht mittragen, so Holz.

„Die Argumente dafür liegen auf der Hand, aber unser Problem ist die Finanzierung über den Kreishaushalt,“ sagte Grünen-Fraktionssprecher Klaus Koch. Das sei Sache der Gemeinden, die die „KönigsCard“ haben möchten. Das sei auch seine Argumentation, erklärte der CSU-Kreisrat und Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl. Die Finanzierung sollte seiner Meinung nach nicht über den Kreisetat laufen. Der Landkreis zahle 300.000 Euro für die Bereitstellung der Plattform, der Hotelier, der seinen Gästen die Karte bieten möchte, muss wiederum 4,50 Euro an die nicht gewinnorientierte KönigsCard GmbH überweisen. Aus diesem Einnahmen-Topf werden die kostenfreien oder vergünstigten Nutzungen sowie Eintritte in Freizeiteinrichtungen, Museen und öffentlichen Nahverkehr bezahlt. Weindl befürchtete steuerrechtliche Probleme. Diese konnte auch Kreiskämmerer Ralf Zimmermann nicht ganz zerstreuen. Wie sich der Vorgang steuerlich darstelle, sei noch nicht klar, meinte er.

Cornelia Irmer (FW) meinte, der Tourismus im Landkreis habe trotz der 1,5 Millionen Übernachtungen „noch Luft nach oben“. Sie sei für die Karte, da jeder Gast viel Geld da lasse. Ebenso sah es CSU-Kreisrätin und Gastronomin Lydia Hofherr. Das Geld, das man in die Karte investiere, komme „fünffach wieder rein.“ Klaus Koch schloss sich dem an, fragte aber nochmal: „Warum soll das über den Kreis laufen?“ Und gab die Antwort gleich selbst: „Weil ein paar nicht mitmachen.“ Für die SPD war sich Willi Streicher sicher, dass ein gemeinsames Angebot nur Vorteile bringe. Einige Kreisräte votierten dafür, Solidarität zu zeigen.

Die Abstimmung, mit der die Verwaltung beauftragt wurde, die Gästekarte zum 1. Oktober 2019 einzuführen, erfolgte denkbar knapp. Im Haushalt werden für das folgende Jahr 37.000 Euro eingeplant.bo

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