Verteilung von Schutzausrüstungen im Landratsamt an Gemeinden und Städte

Knappes Gut: Schutzausrüstung in Corona-Zeiten

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Landratsamt-Mitarbeiterin Eva Riesch beim Verpacken von Vliesstoffen, damit diese breit liegen zur Abholung durch Städte und Gemeinden.

Landkreis - Masken, Kittel, Desinfektionsmittel und Handschuhe: das Tölzer Landratsamt hat sich in ein Logistikzentrum verwandelt, als der Katastrophenfall für Bayern Mitte März ausgerufen worden ist. Spenden von Firmen, Material des Freistaates und eigene Ankäufe mussten sortiert und ausgegeben werden. Streng nach Bedarf, streng nach einer sogenannten Prioritätenliste des Innenministeriums.

Ein eigenes Team kümmert sich nun täglich um die Ausgabe des Materials. Gut gehütete Ware, die schnell seine Abnehmer findet. Rüdiger Rossol, eigentlich in der staatlichen Rechnungsprüfung beschäftigt, und Holger Lortz aus dem Tourismus fahren das Material auf Paletten durch die Gänge. In erster Linie haben sie in den vergangenen Wochen Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime, ambulante Pflegeeinrichtungen, Eingliederungseinrichtungen und Arztpraxen mit Schutzausrüstung versorgt.

Dr. Andreas Wüstefeld, Leiter des Tölzer Land Tourismus, und Klimaschutzbeauftragter Andreas Süß haben die Zahlen im Blick: „Wie schnell die Bestände sich immer wieder gegen Null bewegen, zeigt die Ausgabe der Vliesrolle, die etwa eine Woche vor Ostern durch den Freistaat und mit Hilfe des THW an die Landratsämter verteilt wurde. Binnen zwei Tagen war das gelieferte Material vergriffen“, sagt Wüstefeld. Das Material konnten die Gemeinden selbst zur Weiterverarbeitung weitervergeben, damit Freiwillige Community-Maskennähen konnten.

Insgesamt wurden in den vergangenen vier Wochen beispielsweise über 31.000 Mund- und Nasenschutzmasken und knapp 10.000 FFP2 Masken ausgegeben, 177.000 Handschuhe fanden ihre Abnehmer und viele Liter Desinfektions- und Flächendesinfektionsmittel - zum Teil vom Freistaat, zum Teil selbst geordert.

Desinfektionsmittel kam auch aus dem Landkreis, gespendet von den Firmen Tunap, Pulcra und Rudolf. „Bei den Spendern möchte ich mich ganz, ganz herzlich bedanken“, sagt Landrat Josef Niedermaier. „Mit diesem Mitteln haben sie uns außerordentlich unterstützt, sonst hätten wir bei Weitem nicht diese Mengen ausgeben können.“ Und dennoch fehlt es an einigen Stellen. Beispielsweise konnten nur 50 Schutzbrillen verteilt werden, weil nicht mehr vorhanden war. Auch die Schutzkittel gehen immer wieder schnell zur Neige.

Die Bestände sind in jeder Lagebesprechung des Katastrophenschutzes ein wichtiger Punkt. Und wenn eine Lieferung am Wochenende kommt, dann ist das Logistikteam zur Stelle. Es wird sortiert und geprüft, wer Bedarf angemeldet hat. Verteilt wird dann nach einer Prioritäten-Liste des Innenministeriums.

In der vergangenen Woche kam nun die zweite Lieferung an Vliesstoffen zum Nähen einfacher Community-Masken. 3,2 km Vlies waren bis Freitag zugeschnitten, in Pakete gepackt und ausgegeben. „Auch der restliche Kilometer Stoff wird schnell Abnehmer finden“, ist sich Wüstefeld sicher. dwe

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