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Knill: „Es ist nicht alles Gold was glänzt“

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Bei der Mittelstands-Union des CSU-Kreisverbandes wurden Mario Lössl, Wolfgang Möckl, Gerhard Knill und Hans-Jürgen Kramer (v.l.) in ihrem Ämtern bestätigt
Bei der Mittelstands-Union des CSU-Kreisverbandes wurden Mario Lössl, Wolfgang Möckl, Gerhard Knill und Hans-Jürgen Kramer (v.l.) in ihrem Ämtern bestätigt

Mit der Wirtschaft geht es wieder bergauf. Trotzdem haben einige Firmen immer noch große Probleme und manche haben sogar die Krise überhaupt nicht bewältigen können und sind vom Markt verschwunden. Diese Resümee hat Gerhard Knill, der Vorsitzende der Mittelstand-Union, bei der Jahresversammlung der CSU-Unterorganisation in Königsdorf gezogen.

Vor allem die marktbeherrschende Konzerne der Autoindustrie setze trotz Milliardengewinne ihre Zulieferer so unter Preisdruck, dass es zum Lohndumping komme, was der Mittelstand nicht wolle, war zu hören. Einige Firmenvertreter der Zulieferbranche aus Geretsried bestätigten diese Aussagen. „Es ist also nicht alles Gold was glänzt“, folgerte Knill daraus, weshalb sich die Mittelstands-Union weiter im politischen Bereich zu Wort melden werde, versicherte der Vorsitzende. Dies wird künftig mit den gleichen Stimmen wie bisher erfolgen, denn der bestehende Vorstand wurde in allen Funktionen in seinen Ämtern bestätigt. So führt Knill weiterhin die 91 Mitglieder zählende Union an. 21 von ihnen waren zur Versammlung gekommen. Seine drei Stellvertreter bleiben Mario Lössl, Hans-Jürgen Kramer und Christian Beese. Auch beim Schriftführer (Wolfgang Möckel) und bei der Kassenverwalterin (Renate Spandel), sowie bei den Beisitzern Herbert Rost, Martin Zeller, Hans Ostermünchner, Norbert Junius, Gerhard Meinl, Thomas Fössmeier und Ingo Mehner blieb alles beim alten. Rückblickend zog Knill eine positive Bilanz. Die Mittelstands-Union habe vor zwölf Jahren mit 16 Mitgliedern begonnen und könne heute für sich in Anspruch nehmen, in allen politischen Gremien Fuß gefasst zu haben, selbst auf Bezirks- und Bundesebene. Dadurch, so Knill weiter, ergäben sich viele wertvolle Kontakte. Auf lokale Themen eingehend, bezeichnete Knill den Erhalt der Berufschulen im Landkreis als Erfolg der Union, weil es gelungen sei, so genannte Kopplungsklassen zu bilden – wohl wissend, dass dies nur eine Lösung auf Zeit sei und man neue Regelungen für die Minderklassen finden müsse. Heftig wetterte der Vorsitzende gegen die Berechnung der Gewerbesteuer, die seiner Aussage nach teilweise dazu führe, dass Firmen, die keinen Gewinn erwirtschaften, trotzdem Steuern zahlen müssten. Auch redeten alle Regierungen immer von einer Erleichterung bei der Steuergesetzgebung. Leider, so Knill, bleibe das „stets ein Märchen“. Nach einem kleinen Blick über die Landesgrenzen (wobei er die Gegner des Stuttgarter Bahnhofumbaus als „Berufsdemonstranten, die man von Gorleben abgezogen hat“ bezeichnete und dafür sogar Beifall bekam), kam der Vorsitzende noch einmal auf eigene Probleme zu sprechen. Es gehe nicht an, schimpfte Knill, dass in den Firmen jeder Mitarbeiter viel bürokratische Arbeit leisten müsse, was eigentlich Sache des Staates sei. Er rechnete vor, dass jede Firma pro Mitarbeiter und Jahr für diese betriebsfremden Leistungen rund 4.000 Euro zahle.

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