Gesellig ist anders

Königsdorf: Bürgerversammlung stand im Zeichen der Unwetterschäden

Rathauschef Rainer Kopnicky bei der Königsdorfer Bürgerversammlung
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Bei der Königsdorfer Bürgerversammlung sprach Rathauschef Rainer Kopnicky rund 75 Minuten über Themen wie Kindergarten und Schule, Bauen und Hochwasserprävention.

Königsdorf - Bei der Bürgerversammlung in Königsdorf ging es unter anderem um den Kindergarten und die Schule sowie um Bauen und Hochwasserprävention.

Die Bestuhlung in der Aula der Königsdorfer Grund- und Mittelschule erinnerte eher an einen nüchternen Prüfungsraum. Mit dem vorgeschriebenen Abstand und nur nach vorheriger Anmeldung wollte nicht so recht Kontakt entstehen.

Neben Zahlen zu Einwohnern, Mitarbeitern, die Kita und Bauprojekten ging es bei der Bürgerversammlung in Königsdorf vor allem um ein Thema: Künftig besser auf extreme Wetterereignisse vorbereitet zu sein. Nicht alle Teilnehmer fanden, dass die Bekämpfung der Folgen vom Julistarkregen optimal lief.

Ob der Ferienzeit oder doch Corona geschuldet: Zur diesjährigen Bürgerversammlung fanden nur knapp 30 Königsdorfer, darunter der ehemalige Rathauschef Toni Demmel sowie einige Gemeinderatsmitglieder. Während Königsdorf als Lebensort für junge Menschen und Familien immer attraktiver wird, sorgt sich Rainer Kopnicky vor allem um die verpflichtende Ganztagsschule ab 2026 / 27.

Denn ab dem Schuljahr 2026/2027 soll es für jedes Grundschulkind nach und nach einen entsprechenden Rechtsanspruch geben. „Wir sind sehr froh über unsere Mittagsbetreuung“, so der Ortsvorstand, „aber wenn wir schon in fünf Jahren ausreichende Plätze auch Räumlichkeiten und Personal zur Verfügung stellen müssten, sollten wir rechtzeitig planen.“

Auch habe Corona bisherige Raumkonzepte in Frage gestellt. Künftig werden Räume weitaus weniger Schüler aufnehmen können. In diesem Zusammenhang stellte Kopnicky den Turnhallenneubau in Kombination mit einem Gebäude für die Mittagsbetreuung vor. Der Standort steht schon seit längerem fest.

Bau in die Landschaft integrieren

Dort, wo jetzt noch Pferde grasen, soll es schon bald mit den Bauarbeiten losgehen. Der geplante Bau an der Ecke Beuerberger Straße / Sedlmeierstraße soll sich laut Kopnicky „so in die Landschaft integrieren, dass sich vor allem die Anwohner der Beuerbeuerger Straße und Boschstraße nicht zu sehr beeinträchtigt fühlen.“

Bedarf gibt es ebenso bei den Jüngeren. Ab Januar 2022 soll es eine fünfte Kitas-Gruppe geben. „Wir haben für 139 Betreuungsplätze die Betriebserlaubnis“, so Kopnicky. Ein massiver Fachkräftemangel treffe auf einen bestehenden Rechtsanspruch von Eltern auf einen Kitaplatz. „Nicht zuletzt die Tatsache, dass zwar die Geretsrieder Erzieherinnen, aber nicht Königsdorfer die Großraumzulage erhalten, lässt mich als Bürgermeister immer um das Personal bangen.“

Neben Informationen zu weiteren Vorhaben, vor allem in Sachen Straßensanierung und Wohnraumschaffung, dem Breitbandausbau und der Wasserver- und entsorgung kam Kopnicky um ein Thema nicht herum: Das Unwetter vom 25. Juli dieses Jahres. „Ein sehr unerfreuliches Datum, das befürchten lässt, dass es nicht das letzte extreme Wetterereignis war, das Königsdorf heimsucht.“

Hochwassermanagement kostete 30.000 Euro

Rainer Kopnicky verwies auf ein Konzept der Firma Riwa zum Starkregen- und Hochwassermanagement, das die Gemeinde gute 30.000 Euro gekostet habe. Martin Höcher, einer der Hauptbetroffenen der jüngsten Sturzfluten in der Osterhofener / Niederhamer Straße, monierte, dass er sich von den Gemeinderäten – nicht vom Bürgermeister – allein gelassen fühle.

„Uns hat es nun schon das zweite Mal binnen kurzer Zeit erwischt“, so Höcher. Während Kopnicky kritisierte, dass viele Hauseigentümer falsch gebaut hätten - „Garagen und Kellerdecken sollten über Straßenniveau liegen und nicht der tiefste Punkt gerade in den Senkenbauten sein“ – befand Höcher die Straße als das Hauptproblem.

Im Zuge von Sanierungen sei das Niveau seiner Straße um 20 Zentimeter angehoben worden. Auch habe sich von Riwa niemand bei ihm erkundigt. In den nächsten Tagen soll das Konzept des Ingenieursbüros betroffenen Grundstückseigentümern – auch Höcher - vorgestellt werden.

„Knüppel zwischen die Beine geworfen“

Mangelnde Kommunikation und fehlende Unterstützung monierte ebenso Anneliese Egold. Die Bauwerberin bescherte sich über die Knüppel, die ihr „einer nach dem anderen zwischen die Beine geworfen werden“.

Mit den vielen Auflagen machten die Behörden einem das Leben so schwer, dass nur wer leidensfähig sei, solch ein Prozedere durchstehe. Den Gemeinderat nahm die Königsdorferin von ihrer Kritik aus. Und auch Kopnicky musste ihr insofern teilweise zustimmen, als dass die Gemeinden zum einen Bauland schaffen sollten, zum anderen oft hohe Hürden zu überwinden hätten.

An das Thema schloss sich Klaus Koch an. Er vertrat Landrat Josef Niedermaier. Koch gab zu, dass Wohnraum in fast jeder Bürgerversammlung mittlerweile ein Thema sei. „Inzwischen auch für Einheimische“, so Koch. „Von der Finanzierung ganz zu schweigen.“

Der Lehrer und Rektor machte zudem veränderte Bedürfnisse als weitere Ursachen aus: „Während wir früher mit drei Generationen in einem Haus Platz fanden, benötigt heute fast jeder eigene Räumlichkeiten für das SUP, mindestens zwei Bikes und die Skiausrüstung.“ sg

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