Investition in Gemeindewohnungen

Königsdorf stellt eine Million Euro in den Haushalt 2020 für Wohnraum ein

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Mit Fördermitteln aus dem Wohnungspakt II des Freistaats Bayern wurden bereits Wohnungen am Angersteig 7 und 9 in Königsdorf finanziert.

Königsdorf – Bezahlbarer Wohnraum – das ist für viele Kandidaten zur Kommunalwahl das Schlagwort, mit dem sich Wählerstimmen fangen lassen. In Königsdorf geht es zudem darum, finanziellen Ballast abzuwerfen.

Fast fünf Millionen Euro Rücklagen hat die Gemeinde Königsdorf. Allein schon der Negativzinsen wegen und um – so Noch-Bürgermeister Anton Demmel – die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern – beantragte die CSU-Fraktion, rund eine Million Euro in die Beschaffung von Wohnungen zu investieren. Ein Drittel sollen dabei im Rahmen des „Wohnungspakts Bayern II“ vom Freistaat kommen. Josef Birzele (UBL) plädierte für die Aufnahme eines Kredits von 500.000 Euro.

Die Gemeinde Königsdorf verfügt aktuell über Rücklagen in einer Höhe von fast fünf Millionen Euro. Drohende Verwahrgeldzinsen auf Bankguthaben und die hohe Auslastung von Baufirmen waren die wesentlichen Gründe für einen Antrag der CSU, in den Haushalt 2020 eine gute Million Euro für den Erwerb von Gemeindewohnungen einzustellen. Die Wohnbauförderung des Freistaats sei laut Bürgermeister Anton Demmel (CSU) freilich ein entscheidender Anreiz dazu. Den Gemeinderäten legte er Modellrechnungen vor, wonach beispielsweise der Erwerb von 200 Quadratmetern Wohnfläche 1.155.000 Euro koste, davon aber 346.400 Euro über den Wohnungspakt II vom Freistaat getragen würden. „Ein enormer Zuschuss, den wir uns nicht entgehen lassen sollten“, so Demmel. 316.500 Euro müssten den Rücklagen entnommen werden, eine Summe, die dazu beitragen würde, die Rücklagen abzuschmelzen und Negativzinsen zu vermeiden. Denn „Wer die Förderung nicht annimmt, ist selber schuld“, so Demmel in seinem Plädoyer für den Vorschlag.

Weitere Beispielrechnungen kalkulierten mit einem Wohnflächenerwerb von 175 beziehungsweise 150 Quadratmetern – mit entsprechend geringeren Zuschüssen und niedrigerem Eigenkapitalaufwand. Über die komplett finanzierten Wohnungen könne laut Sebastian Seidl, Fraktionssprecher der Königsdorfer CSU, die Gemeinde nach 20 Jahren frei verfügen.

Der Vorschlag fand nicht nur von den CSU-Gemeinderäten Zuspruch. „Wir müssen unbedingt in Königsdorf Wohnraum schaffen“, so Markus Orterer von den Freien Wählern. Auch Marlies Woisetschläger (UBL) begrüßte den Antrag, warf aber ein, dass „sich der Wohnraum schon in Königsdorf befinden sollte“. Auch Orterer erklärte: „Nicht, dass etwa in Geretsried oder Wolfratshausen Wohnungen gekauft würden“, Wohnungen, die dringend in Königsdorf gebraucht würden.

Demmel hingegen sah die Frage, wo sich der Wohnraum befinden dürfe, nicht so eng: „Was spricht denn dagegen, einer Erzieherin, die im Königsdorfer Kindergarten arbeitet, eine Wohnung in Geretsried anbieten zu können?“ Freilich hätte der Kauf von Immobilien in Königsdorf Priorität, es sei aber eben auch eine Frage des Angebots, so Demmel weiter.

Abweichend von dem Antrag der CSU, der den Etat und Eigenkapitalaufwand entsprechend den drei Beispielrechnungen festlegte, schlug Josef Birzele (UBL) vor, pauschal eine Million Euro für den Erwerb von Wohnraum in den Haushalt einzustellen und dafür einen Kredit von 500.000 Euro aufzunehmen. „Damit haben wir alle drei Modelle abgedeckt und müssen uns nicht zu sehr festlegen“, so Birzele. Der Vorschlag wurde mit einer Gegenstimme angenommen.Sandra Gerbich

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