Luftrettungsstaffel im Einsatz

Königsdorfer Segelflieger helfen bei der Waldbrand-Überwachung aus der Luft

Pilot Sascha Odermann (l.) und Luftbeobachter Günther Schneider, starteten gemeinsam zu einem Waldbrand Überwachungsflug.
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Vorbereitet: Pilot Sascha Odermann (l.) und Luftbeobachter Günther Schneider, starteten gemeinsam zu einem Waldbrand Überwachungsflug.
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    VonFranca Winkler
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Königsdorf – Die Segelflieger aus Königsdorf führen bei hoher Waldbrandgefahr Luftbeobachtungen durch.

Durch die andauernde Trockenheit und den fast schon sommerlichen Temperaturen der letzten Zeit – gilt in weiten Teilen Bayerns hohe Waldbrandgefahr. Im Rahmen der vorbeugenden Waldbrandbekämpfung ordnet die zuständige Regierung im Einvernehmen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei sehr hoher Waldbrandgefahr die Luftbeobachtung für die jeweilige Region an, hier kommen die Piloten vom Königsdorfer Flugzentrum zum Einsatz: Aufgabe der Luftbeobachtungsteams ist es, Waldbrände möglichst frühzeitig zu erkennen, die Brandstelle exakt zu lokalisieren und die Feuerwehren für die Brandbekämpfung zu alarmieren. Mit Informationen aus der Luft kann sowohl die Anfahrt als auch der Löscheinsatz der Wehren unterstützt werden.

Die Beobachtungsflüge werden behördlich organisiert und verwaltungsmäßig abgewickelt. Von ehrenamtlichen Piloten der Luftrettungsstaffel Bayern werden die Flüge zur Luftbeobachtung durchgeführt. Bei solchen angeordneten Flügen werden die Einsatzpiloten von ausgebildeten Luftbeobachtern des Katastrophenschutzes unterstützt und bilden ein Luftbeobachtungsteam.

Bei starker Trockenheit werden regelmäßig Überwachungsflüge durchgeführt. Deshalb kann der Einsatz der Luftbeobachter meistens vorgeplant erfolgen. Aber auch bei Großbränden, Hochwasser, Umweltkatastrophen oder sonstigen großflächigen Ereignissen können die Luftbeobachter alarmiert werden. Diese sind bei ihrer Tätigkeit im Beobachtungsflugzeug über Funk mit den Hilfskräften am Boden verbunden und können so wichtige Erkenntnisse weitergeben und auch Einsatzkräfte aus der Luft führen.

Seit vergangener Woche starteten wieder regelmäßig Flüge zur Waldbrand-Überwachung vom Segelflugzentrum Königsdorf aus, das der Luftrettungsstaffel Bayern seit 1977 als Gründungsmitglied angehört.

Große Gebiete werden abgeflogen: vom Landkreis Miesbach bis zum Forstenrieder Park

Das von Königsdorf aus betreute Gebiet ist enorm: Es werden neben dem Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen auch der Landkreis Miesbach, sowie der Hofoldinger und der Ebersberger Forst, der Forstenrieder Park, die Wälder bei Starnberg und am Ammersee sowie um Weilheim und an den Osterseen nach möglichen Waldbränden abgesucht. Das kostengünstige Fluggerät und die Tatsache, dass die speziell geschulten Piloten des Flugzentrums ehrenamtlich in ihrer Freizeit diese Aufgabe übernehmen, führt dazu, dass im Gegensatz zu Bundeswehr-Einsätzen viel Steuergeld gespart werden könne.

Am Sonntag wurde erstmals auch der Schlacro, ein Eigenbau Flugzeug der in Königsdorf ansässigen Akaflieg eingesetzt. Pilot war der ehemalige deutsche Kunstflugmeister Sascha Odermann, der mit dem Schlacro bei den Könisgdorfer Flugfesten immer atemberaubende Kunstflugvorführungen macht.

„Mit dem Schlacro ist die Route viel schneller zurückgelegt als mit anderen Motormaschinen.“ Außerdem könne der Pilot auch mal sinken, um zu klären, ob es sich um Rauch oder nur um aufgewirbelten Staub handele und ist danach in „Sekundenschnelle wieder auf 1.500 Meter Höhe“, in der er alles überblicken könne, erklärt Odermann, der beruflich einen Airbus A350 bei der Lufthansa fliegt.

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