Komasaufen brisanter den je

Mal Kiffen, mal Alkohol: Die Suchtmittel bei Jugendlichen variieren, doch liegt Komasaufen weiter voll im Trend.

Ein 16-jähriges Mädchen, bei dem die Polizei zwei Promille beim Alkoholtest feststellt – so geschehen Ende Mai in Geretsried. Ein 15-Jähriger, bei dem die Beamten Marihuana-Samen beschlagnahmen – vor wenigen Wochen in Bad Tölz. Offenbarer kann der Bedarf an einer Jugendsuchtberatung gar nicht festgemacht werden. Die gibt es im Landkreis seit 2007. Nun soll personell aufgestockt werden.

„Die Fallzahlen sind immens gestiegen“, stellt Herbert Peters, der Fachdienstleiter der Fachambulanz für Suchtkranke der Caritas, fest. In 2007, dem Jahr, in dem die Suchtberatungsstelle ihre Arbeit aufnahm, wurden 89 Klienten der Altersgruppe 12 bis 27 Jahre betreut. 2009, sagt Peters, „waren es dann schon 241. Auch wenn dieser Anstieg schlicht daran liegen kann, dass es eben immer dann mehr Fallzahlen gibt, wenn es auch ein Betreuungsangebot gibt, ist sich auch Toni Thalmaier, der Kreis-Geschäftsführer der Caritas sicher, dass es mehr Bedarf gibt. Entsprechend hat er zusammen mit seinem Fachdienstleiter Peters einen Antrag verfasst, der am nächsten Dienstag dem Ausschuss für Jugend und Familie zur Entscheidung vorliegt: Samt der Forderung, die vorhandene Personalstelle um neun Wochenstunden zu erhöhen. Hinter dieser „Personalstelle“ steht Peter Westermeier. Er übernimmt für die Caritas die Jugendsuchtberatung. „Und er ist fest im Landkreis angekommen“, hält Fachdienstleiter Peters fest. Westermeier suche nicht nur Jugendtreffs auf, um präventive Maßnahmen durchzuführen. Er kümmert sich auch um diejenigen, die sich im so genannten Probierstadium befinden, ferner um Gefährdete. „Und natürlich um bereits Süchtige“, erklärt Peters. Problem sei, dass Westermeier aufgrund des gestiegenen Bedarf immer weniger Zeit für die aufsuchende Arbeit hat. „Aus der Geh- wird eine Komm-Struktur“, nennt dies der Fachmann. Am Ende habe Westermeier immer weniger Zeit für die Prävention. Dabei sei die notwendiger denn je. Denn das Thema „Komasaufen“ sei brisanter denn je, erklärt Peters. Lesen Sie mehr in der Printausgabe des GelbenBlattes vom 25. Juni

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