„Kommt ein Baukran geflogen“

Spektakuläre Aktion in der Tölzer Marktstraße

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„Fliegender 7,8 Tonnen-Baukran“ am langen Ausleger des 200 Tonnen-Autokrans in der Tölzer Marktstraße.

Bad Tölz – Einen „fliegenden Baukran“ hoch über den Dächern der Tölzer Marktstraße, das sieht man auch nicht alle Tage. Kein Wunder, dass sich da viele Schaulustige in der abgesperrten oberen Marktstraße ansammelten, als dort die Spezialfirma „Hölzl Kran“ mit schwerem Gerät aufgefahren war.

Zum Einsatz kam dabei der 200 Tonnen-Autokran mit seinem 72 Meter langen Teleskop-Ausleger. Die Aufgabe: Einen Hochbau-Kran der Lenggrieser Baufirma Karl Gerg über die Marktstraßenhäuser hinweg in den Innenhof der Bäckerei Riedmeier zu transportieren. Dabei musste der Baukran eine Strecke von insgesamt 44 Meter über die Dächer hinweg überwinden. 7,8 Tonnen wog das schwerste zu transportierende Einzelteil, eigentlich ein Kinderspiel für einen 200 Tonnen Kran sollte man meinen.

Doch der Teufel steckte im Detail. Da die obere Marktstraße teils relativ eng ist, war der mögliche Neigungswinkel des Autokrans ziemlich eingeschränkt, denn die Häuser sollten die spektakuläre Aktion ja unbeschadet überstehen. „Schon im Vorfeld gab es da relativ komplizierte Berechnungen, um etwa den bestmöglichen Standort für den Autokran Zentimetergenau festzulegen“, erklärte da Gerg. Hätte das alles nicht exakt gepasst, wären letztlich alle Mühen vergeblich gewesen und man hätte mit dem Ganzen noch einmal von vorne anfangen müssen.

Im Bewusstsein der diffizilen Aufgabe hatte Chef Walter Hölzl das Ganze zur Chefsache erklärt und selbst im Steuersessel des Autokrans Platz genommen. Nach rund eineinhalb Stunden der sorgfältigen Vorbereitung war es dann so weit. In knapp zehn Minuten schwebte der Baukran aus der Markstraße und fand seinen Aufstellplatz im Hinterhof der künftigen Baustelle. Wieder zusammengebaut wird er 18 Meter hoch sein und über seinen 25 Meter-Ausleger mithelfen zuerst Bauschutt zu entfernen und später Beton und weitere Baumaterialien an Ort und Stelle zu transportieren. „Das Ganze ist zwar ganz schön aufwändig, denn der Baukran muss ja später wieder zurück. Aber in der Marktstraße durften wir den Kran nicht aufstellen und wenn wir ohne Kran jeden Betonkübel per Hand hätten transportieren müssen, wäre der komplette Umbau des Gebäudes noch viel teurer gekommen.“ ejs

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