Mehr Verkehrssicherheit

Kommunales Dienstleistungszentrum meldet Abnahme von groben Verstößen im Straßenverkehr

Eine Autokolonne schiebt sich nach Kochel.
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Eines der KDZ-Themen galt dem sogenannten Übertourismus im Sommer: Parkchaos an den Landkreis-Seen forderte die Mitarbeiter beim Kontrollieren und Strafzettel ausfüllen.

Landkreis/Bad Tölz – Ein arbeitsintensives Jahr wird vom Kommunalen Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ) zusammengefasst. Dabei zeigen die Verkehrsüberwachungen einen positiven Effekt.

„Die Zahlen zeigen es eindeutig,“ sagte Michael Braun, Geschäftsführer des KDZ am Freitag bei der Vereinsversammlung im Kurhaus Bad Tölz. Die Verkehrsüberwachung wirkt sich auf das Verhalten von Autofahrern aus. Ein Blick auf die Statistik der vergangenen Jahre zeigt rund 17 Verstöße pro Stunde im Jahr 2007– jetzt sind es nur noch sechs bis sieben. Bis jetzt gab es im gesamten Jahr 360.000 Verfahren, bei dem ein Großteil lediglich Verwarnungen waren, bilanzierte Braun weiter: „Seit 2019 sind grobe Tempoverstöße rapide zurückgegangen.“

Tölzer Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Ingo Mehner warf ein: „Hier wird der Sinn des Zweckverbandes deutlich. Es geht nicht darum, Einnahmen zu generieren, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen,“ erläutert er den anwesenden Gemeindevertretern des Landkreises. Zurückgeführt wird das angepasste Verkehrsverhalten nicht zuletzt auf den Kauf von Geschwindigkeits-Mess-Stationen, die am Straßenrand zu sehen sind.

Zweckverbandsitzung KDZ Oberland: Geschäftsführer Michael Braun und Verbandsvorsitzender Ingo Mehner berichten

Stressiger Sommer

Natürlich war auch die Corona-Pandemie ein beeinflussender Faktor für den Rückblick auf die vergangenen Monate. Michael Braun erläuterte, dass der Lockdown im Frühjahr zu einer Verringerung der Arbeitszeit in der Verkehrsüberwachung führte. „Der Sommer zeigte sich allerdings besonders arbeitsintensiv,“ sagte Braun mit Blick auf die vielen Personen, die Ausflüge zu den Seen im Landkreis unternahmen. So mussten die Mitarbeiter für die Ausstellung der Strafzettel für Parksünder erheblich mehr arbeiten. Der Geschäftsführer kommt in seiner Statistik auf mehr als 1.000 zusätzliche Überwachungsstunden, die geleistet worden sind.

Aktuell übernimmt das KDZ für 116 Kommunen aus zehn Landkreisen im südlichen Oberbayern und der Stadt Rosenheim die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs. Aus dem Landkreis Tölz-Wolfratshausen gehören dazu Bad Tölz, Wackersberg, Dietramszell, Königsdorf, Münsing, Egling, Reichersbeuern, Jachenau, Schlehdorf, Kochel, Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Bichl. Einstimmig angenommen wurden die Anträge auf Verbundsaufnahme der Gemeinde Lenggries und Sachsenkam.

Vergabeverfahren für Gemeinden und Städte

Neben dem Einbremsen von Rasern und der Jagd nach Parksündern ist das KDZ über die neue Zentrale Beschaffungsstelle auch seit Kurzem Ansprechpartner bei der Vergabe von kommunalen Aufträgen, wie beispielsweise für Bauprojekte. Die Gemeinde Jachenau hat sich dafür entschieden, diese Leistungen anzunehmen. Damit werden nun bereits 50 Kommunen von der Stelle für Vergabeverfahren betreut, berichtete die Leiterin der Zentrale für Beschaffung Christin Hensel. Auf Basis einer Befragung im Mai 2020 rechnet Hensel mit etwa 1.100 Vergaben bis Ende 2021. Die Vergabestelle sei gut gestartet, „von den Kommunen haben wir viel positives Feedback erhalten,“ fasste Hensel zusammen.

Weiterhin bat sie die Gemeinden, diesbezüglich die Homepage des KDZ verstärkt zu nutzen, da dort viele Check-Listen, Datenblätter und weitere Informationen zu finden seien.

Finanzen: trotz Corona ein gutes Ergebnis

Kaufmännischer Leiter Stephan Prechtl berichtete, dass der Zweckverband 2020 „Corona zum Trotz ein gutes Ergebnis vorlegen wird.“ Der KDZ sei bislang gut durchs Jahr gekommen. Mit Stichtag 31. Oktober habe man einen Überschuss von 824.000 Euro verbucht. Bis zum Jahresende könnte dieser auf 950.000 Euro weiter ansteigen, kalkulierte Prechtl. Ursprünglich wurde mit einem wesentlich niedrigeren Betrag von 808.000 Euro gerechnet. Investiert wurde im KDZ 726.000 Euro, mehr als eine Million weniger als geplant. Aufgrund der Corona-Situation wurden alle geplanten Investitionen auf den Prüfstand gestellt. So floss das Geld unter anderem in den Neubau von Garagen auf dem Verbandsgelände, zwei mobile Messtechniken und einem Ersatz-Messfahrzeug.

Planung für 2021

Für das kommende Jahr sind im Ergebnishaushalt 10,2 Millionen Euro an Einnahmen geplant, davon fallen etwa zwei Millionen Euro Einnahmen aus Verwarngeldern und knapp acht Millionen aus Entgelten der Gemeinden. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe gut neun Millionen Euro, die zum Großteil durch Personalkosten von über sechs Millionen zustande kommen. In 2021 soll das Personal um 16 Angestellte, Beamte und Auszubildende aufgestockt werden. Damit erhöht sich die Mitarbeiterzahl auf 128. Franca Winkler

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