Die Kosten für den Katastrophenfall belaufen sich auf derzeit rund 630.000 Euro

Jochberg: Erste Rechnungen trudeln ein

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Helfer von oben: Hubschrauber beförderten rund 1,3 Millionen Liter Wasser bei über 700 Flügen zum Brandherd am Berg. Das kostet Treibstoff (siehe oben), das Landratsamt sammelt derzeit Rechnungen für den Flug-Einsatz zusammen und kalkuliert.

Bad Tölz/Kochel – Die erste Hubschauber- Rechnung zum Löscheinsatz Anfang Januar am Jochberg flatterte nun beim Tölzer Landratsamt ein: Das private Hubschrauber-Unternehmen Heli Austria verrechnet für ihre Einsätze 461.000 Euro.

Der Rauch am Jochberg hat sich längst verzogen, die Glutnester sind erloschen. Dank dem unermüdlichen Einsatz der zahlreichen Helfer konnte der Flächenbrand, ausgelöst durch ein Lagerfeuer, gelöscht werden. Das ganze Ausmaß des Schadens an den Bäumen wird sich laut Forstamt erst in ein paar Jahren zeigen (wir berichteten). Fest steht derzeit: Die Kosten allein für die Hubschraubereinsätze sind immens. Marlis Peischer, Sprecherin des Landratsamts, rechnet damit, dass nach der ersten Rechnung (461.000 Euro) bald weitere folgen werden. Offen sind noch die der Bundeswehr und der Bundespolizei. Einen fixen Betrag gebe es noch nicht, sagt sie auf Nachfrage des Gelben Blatts. Grob geschätzt: 40.000 Euro von der Bundespolizei und 120.000 Euro von der Bundeswehr. „Allerdings laufen die Anfragen bei den beiden Institutionen noch“, erklärt Michael Foerst, Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt. Die Verpflegungskosten fallen laut Peischer wesentlich niedriger aus. Summa summarum werde der Posten Katastrophenfall sich auf etwa 630.000 Euro belaufen, betont Foerst. Nicht wie fälschlicherweise in anderen Zeitungen berichtet auf rund eine Million Euro. Wie berichtet, hat Landrat Josef Niedermaier nachdem damals der Alarm losgegangen war, schnell und besonnen reagiert – er ließ sogleich den Katastrophenfall ausrufen: Damit gehen die Einsatzleitung sowie die Kostentragungspflicht auf dessen Behörde über – 80 Prozent der Kosten werden so aus dem Katastrophenfonds des Freistaates erstattet. Allerdings muss der Landkreis auch in Vorleistung gehen, und 20 Prozent der Kosten selbst stemmen. Ein Rückblick: In der Silvesternacht geriet das Lagerfeuer zweier Wanderer (32 und 36 Jahre alt) auf dem Jochberg außer Kontrolle. Zwar versuchten sie es noch zu löschen, jedoch stürzte der Jüngere bei dem Versuch ab und verletzte sich schwer. Nach seiner Bergung durch die Bergwacht musste die Feuerwehr anrücken, da das Feuer sich inzwischen zu einem regelrechten Waldbrand entwickelt hatte. Noch in der Nacht, um 3.40 Uhr, sah sich Niedermaier gezwungen, den Katastrophenfall auszurufen. Drei Tage lang flogen sieben Hubschrauber von Polizei, Bundeswehr sowie einer Privatfirma aus Tirol insgesamt 1,3 Millionen Liter Wasser auf die 100 Hektar große Brandfläche. Mithilfe von Wärmebildkameras konnten Glutnester im steilen Hang gefunden und gezielt von den bis zu 5.000 Liter fassenden Löschwasserbehältern ausgelöscht werden. Dann die Erleichterung: am Dienstagnachmittag, kurz vor zwölf Uhr, konnten die Löscharbeiten offiziell beendet werden, wenig später wurde der Katastrophenfall aufgehoben. Daniel Wegscheider/Pauline Link

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