Kostspielige Sanierung

Stadt will 445.000 Euro in Rathauscafé investieren

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Soll im Herbst eröffnet werden: das Rathauscafé.

Wolfratshausen – Im Mai 2019 musste das Rathauscafé schließen. Der Stadtrat vergab den Gastronomiebetrieb daraufhin in nicht-öffentlicher Sitzung an Rita Schmid und Barbara Schramm-Kastl, die im Februar 2020 als neue Pächterinnen vorgestellt wurden. Nun hatte der Bauausschuss über die Sanierungskosten zu entscheiden.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) gab in der Sitzung bekannt, dass nach fast 30 Betriebsjahren eine komplette Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstungen notwendig ist. Als Beispiele nannte er die Elektrotechnik, die Trinkwasserhygiene und die Lüftungstechnik. Hinzu kommen Trockenbau-, Bodenbelags-, Fliesen-, Anstrich-, Baumeister- und Schreinerarbeiten.

„Hier sind unter anderem der behindertengerechte Zugang und Umbau der WC-Anlage sowie die Nachbesserung von Fluchtwegen zu nennen“, erklärte Heilinglechner. Die Arbeiten sind mit dem Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern, dem Sachgebiet Gaststätten und Lebensmittelrecht des Landratsamtes und dem Bezirkskaminkehrermeister im Vorfeld abzustimmen. Für die Sanierung hatte der Stadtrat bereits 400.000 Euro in den laufenden Haushalt bereitgestellt. Zudem stehen noch „Haushaltsaufgabenreste“ in Höhe von 45.000 Euro zur Verfügung. Mit welchen Kosten konkret gerechnet werden muss, könne laut Heilinglechner „derzeit noch nicht gesagt werden, zumal auch die Kosten für die Planer und Dienstleister noch fehlen“. Da die beiden Betreiberinnen das Rathauscafé noch in diesem Herbst eröffnen möchten, drängte der Bürgermeister auf eine schnelle Entscheidung.

In der anschließenden Debatte kritisierte Dr. Hans Schmid (Bündnis 90/Die Grünen) die Kostenfestsetzung. „Ich halte es für fahrlässig, die so festgesetzte Summe von 400.000 Euro plus Haushaltsrest als Deckel anzusetzen, weil dieser Betrag völlig aus der Luft gegriffen ist“, gab er zu bedenken. Gerlinde Berchtold (SPD) stellte infrage, ob die Wärmerückgewinnung wirklich nur über die Lüftungsanlage möglich ist.

Um eine Verzögerung des Projekts zu vermeiden, stellte Dr. Manfred Fleischer (CSU) einen Antrag zur Geschäftsordnung. Demnach sollen die Kosten klar auf 445.000 Euro begrenzt werden. Am Ende stimmten sechs von zehn Bauausschussmitglieder dafür, das Gebäude im Rahmen der bereitgestellten Haushaltsmittel zuzüglich des Haushaltsrestes herzustellen. Nicht einverstanden mit dem Beschluss waren Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung Wolfratshausen), Gerlinde Berchtold und Fritz Schnaller (beide SPD) sowie Dr. Hans Schmid (Bündnis 90/Grüne).

Peter Herrmann

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