Aktionsplan schreitet voran

Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen setzt auf Pflege-Aufklärung innerhalb der Städte und Gemeinden

Bedarf an Pflegeplätzen im Landkreis wächst
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Bedarf an Pflegeplätzen im Landkreis wächst.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Menschen werden immer älter. Damit einher wächst aber auch der Bedarf an Pflegeeinrichtungen sowie deren Personal. Jüngst befasste sich der Kreisausschuss damit.

Das Gremium ist sich einig, ihren Aktionsplan Pflege weiter voranzutreiben. Laut dem Sachstandbericht zum Thema Pflege und Seniorenpolitisches Gesamtkonzept sind im Landkreis rund 450 stationären Pflegeplätzen bis zum Jahr 2028 ungedeckt. Klar ist auch: Die Beratung der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Jedoch hat der Landkreis eine Hinwirkungsverpflichtung zur Schaffung von stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen.

Kritik am Pflegestüzpunkt

Sozialamtsleiter Thomas Bigl ging zu beginn noch einmal auf die bereits zuvor kontrovers geführte Diskussion für einen Pflegestützpunkt ein: „Das bedeutet, wir hätten 2,3 Personen mehr für die Beratung. Das ist lächerlich“. Dafür seien die Krankenpflegeversicherungen zuständig, „die ihre Aufgabe auch erfüllen“. Bigl betonte zudem das vorhandene Pflegeangebot im Landkreis: Wie etwa die zwei Fachstellen für pflegende Angehörige oder die Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal. „Wir haben bereits eine bunt vernetzte Beratungslandschaft für verschiedene Personenkreise“. Die zudem vor Ort stattfinde. „Mit unserem Sozialwegweiser für Fachstellen unterhalten wir bereits einen virtuellen Pflegestützpunkt.“ Daher sei dieser nicht nötig. „Bei dem wir unnötig Geld ausgeben und schwierige personelle Konstrukte aufbauen müssten.“

„Die Gespräche mit den Gemeinden laufen“

Damit der Kreis seiner Hinweisungspflicht nachkommt, sei es dagegen wichtig neben den Bürgermeistern auch die Gemeinderäten über den Bedarf an Pflegeplätzen in ihren jeweiligen Städten und Gemeinden aufzuklären, betonte Barbara Schwendner (Grüne). Zudem fehle im Landkreis bezahlbarer Wohnraum für Pflegekräfte. Im Hinblick auf den demografischen Wandel, betonte Schwendner, die Wichtigkeit der dafür im Aktionsplan Pflege festgelegten Punkte, „sonst steuern wir auf katastrophale Zustände hin“.

„Die Gespräche mit den Gemeinden laufen“, entgegnete Niedermaier. „Wir können nur werben, nichts fordern.“ Da die Planungshoheit freilich den einzelnen Bürgermeistern obliege. Bigl weiß zudem aus Gesprächen: Das Thema „ist allen Bürgermeistern bewusst. Wir stoßen da auf offene Ohren“. Außerdem brauche es nicht in jeder Gemeinde „eine stationäre Pflegeeinrichtung.“

Gesundheitspreis geplant

Zur Sprache im Kreisausschuss kam auch der von den Grünen im Aktionsplan Pflege beantragten Punkt „Fest der Pflege“. Dabei handelt es sich, um die turnusmäßige Ausrichtung einer Veranstaltung für Träger von Pflegeeinrichtungen, ähnlich dem Wirtschaftsförderpreis, die alle zwei Jahre stattfinden soll. Laut Schwendner ein Zeichen der Wertschätzung, „was Kranken- und Alteinpfleger bei uns leisten“. Die dafür vom Kreis aufgewendeten Gelder wären „überschaubar und nachhaltig investiert“.

Cornelia Irmer (FW) sieht das mit der Wertschätzung ähnlich: „Wir machen im Landkreis eine Menge, aber zu wenig fürs Bewusstsein der Bevölkerung.“ Dennoch bereite ihr die Idee einer „extra“ Veranstaltung „Bauschmerzen“, die „eine Sonderstellung zementiert“. Gerade die Pflege sei ein „riesen Wirtschaftszweig“, der in diesem Rahmen auch gewürdigt werden sollte.

CSU braucht Bedenkzeit

Martin Bachhuber (CSU) blieb bei der Abstimmung über diesen Punkt skeptisch: „Ein erfüllter Wunsch, erzeugt 100 Neue.“ Seiner Meinung nach gebe es auch Rettungseinrichtungen wie Feuerwehr, Berg- und Wasserwacht. Daher möchte er den Rahmen für ein „Fest der Pflege“ erst mit seiner Fraktion besprechen. Der Kreistag entscheidet am 26. Juli darüber.

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