„Wir streben nach Macht!“

Kreis-Grüne geben sich beim politischen Aschermittwoch selbstbewusst

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Prangerte die Morddrohungen und Wahlplakatzerstörungen in ihrer Heimatgemeinde an: die Ickinger Bürgermeisterkandidatin Laura von Beckerath-Leismüller (r.). 

Icking – Vier Bürgermeisterkandidatinnen, dritter Landrat Klaus Koch und zahlreiche kommunalpolitische Mandatsträger aus den umliegenden Gemeinden folgen am Aschermittwoch der Einladung des Kreisverbands zum Fischessen im Landgasthof Klostermaier.

Dabei begrüßte Kreissprecher Alexander Müllejans zunächst das zwanzigste Mitglied des erst vor einem Jahr gegründeten Ickinger Ortsverbands. „Insgesamt gibt es mittlerweile elf grüne Listen im Landkreis“, erklärte er. Ein derartiger Aufschwung sei vor wenigen Jahren noch nicht absehbar gewesen. Gelassen reagierte der Beuerberger auf die jüngsten Schmähungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der die Grünen als Verbotspartei kritisierte. „Das beweist nur, dass wir wahrgenommen und gefürchtet werden“, so Müllejans. 

Anders als in den 1980er-Jahren sei den Grünen nun auch anzumerken, dass sie wirklich die Regierungsverantwortung übernehmen wollen. „Ja, wir streben nach Macht“, gab Müllejans zu. Wie sein Schäftlarner Parteifreund Christian Lankes warnte er vor Parteien und Politikern, die „sich jetzt ein grünes Jäckchen anziehen“ und das Wahlprogramm der Grünen kopiert haben. „Wir sind das Original“, stellte der Kreissprecher fest. Ähnlich selbstbewusst traten die vier Bürgermeisterkandidatinnen Laura von Beckerath-Leismüller (Icking), Annette Heinloth (Wolfratshausen), Martina Raschke (Geretsried) und Carola Belloni (Eurasburg) auf. 

Anonyme Morddrohungen 

Dennoch bedauerte Beckerath-Leismüller die jüngst im Zuge der 5G-Debatte laut gewordenen anonymen Morddrohungen und Wahlplakatzerstörungen. „Wir erleben ein Icking in Aufruhr“, stellte sie fest. Ein vor Kurzem einberufenes Krisentreffen, an dem Vertreter aller Ickinger Parteien und Wählergruppierungen teilgenommen hatte, machte ihr jedoch Mut. „Dieser Abend hat uns Hoffnung gegeben“, sagte sie. Die für das Geretsrieder Bürgermeisteramt kandierende Geltingerin Martina Raschke forderte deshalb dazu auf. „Politik ohne Angst zu machen“. Ebenso wie die Wolfratshauserin Annette Heinloth, die Eurasburgerin Carola Belloni und dritter Landrat Klaus Koch hielt sie ein Plädoyer für eine schnelle Umsetzung des Klimaschutzes. „In Eurasburg geht alles im Schneckentempo voran. Dabei rennt uns die Zeit davon“, betonte Belloni. 

Landratskandidat Klaus Koch wurde in seiner Ansprache sogar noch deutlicher. „Bei diesen Kommunalwahlen geht es jetzt wirklich um alles“, erklärte er. Um eine Einsparung des CO2-Ausstoßes und die Umsetzung der Energiewende zu erreichen, bedürfte es vor allem einer starken Präsenz der Grünen in den Gremien. Peter Herrmann

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