Nein zum Digitalen Hausmeister

Kreisausschuss lehnt IT-Fachmann für Landkreisschulen ab

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Neueste Computertechnik wird im Zuge der Digitalisierungsofffensive an die Landkreisschulen ausgeliefert. Doch wer wartet sie? 

Landkreis – Laptops, Beamer, WLAN, Whiteboards: Die Bayerische Staats- sowie die Bundesregierung investieren kräftig in die Digitalisierung der Klassenzimmer. Rund eine Million Euro wird so an die zehn Landkreisschulen fließen, um die Digitalisierungsoffensive voranzutreiben. Die Geräte stehen kurz vor Auslieferung, doch stellt sich die Frage: „Wer kümmert sich um Inbetriebnahme und Wartung?“ Die Grünen-Fraktion im Kreistag beantragte nun eine Stelle eines „digitalen Hausmeisters“ – erlitt damit im Kreisausschuss aber erst einmal Schiffbruch.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen erklärte Dritter Landrat und Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus Koch: „Es ist blauäugig zu denken, es reicht, einfach nur die Technik auszuliefern.“ Der Schulleiter am Tölzer Sonderpädagogischen Förderzentrum berichtete davon: an den Schulen gebe es meist Lehrkräfte, die sich der Technik annähmen. Dafür seien lediglich zwei Anrechnungsstunden vorgesehen – „doch die reichen ja bei weitem nicht“. Die „Gerätewarte“ müssten jetzt schon viele kleine Arbeiten übernehmen, von der Wartung eines Beamers bis hin zu neuer Software-Aufspielung. Die IT-Techniker des Landratsamtes könnten die Schulen vor Ort jedenfalls nicht mehr mit betreuen, hieß es weiter. 

Landrat Josef Niedermaier bestätigte dies: „Das ist eine richtige Zustandsbeschreibung.“ Doch sei das ein Grundsatzproblem und keines, das nur den Tölzer Landkreis betrifft. Deshalb würden inzwischen Gespräche über die kommunalen Spitzenverbände mit der Staatsregierung geführt. Tatsächlich, so Niedermaier, seien eigentlich Netzwerktechniker nötig, „genau gesagt bräuchte es davon an jeder Schule einen“. Die könnten dann über eine „Schulcloud“ sämtliche PC-Systeme warten. „Denn die Frage ist für uns im Landratsamt ja auch: Wo ist der pädagogische Ansatz und wo der des Sachaufwandsträgers?“ Der Landrat lehnte die Forderung der Grünen ab, „weil ein Netzwerktechiker, der sämtliche Landkreisschulen abfährt, nicht genügt. Da bräuchte es schon acht bis zehn.“ Und das käme freilich zu teuer. 

Niedermaiers Fazit zu dem Thema: „Das Problem gehört geklärt – zwischen den Spitzenverbänden und dem Freistaat.“ Hans Sappl (FW) fragte CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber in dessen Funktion als Landtagsabgeordneter, „ab wann da mit einer Lösung zu rechnen sei“. Der wiederum spielte den Ball zurück. „Ihr seid genauso nah dran am Kultusminister wie ich“, sagte er und machte damit klar, dass Minister Michael Piazolo schließlich ein Parteikollege von Sappl sei. Was neben ratlosen Gesichtern am Ende blieb, war der Grünen-Antrag zum Digitalen Hausmeister. Doch den lehnte Kreisausschuss mehrheitlich ab.Thomas Kapfer-Arrington

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