Gabriel-von-Seidl-Gymnasium wird für fünf Millionen Euro saniert

Neue Hülle für die Schule

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Architekt Christian Holzer (Mitte) führte die Kreisräte des Kreisbauausschusses zusammen mit Schulleiter Harald Vorleuter (l.) durch das sanierungsbedürftige Gabriel-von-Seidl-Gymnasium.

Bad Tölz – „Drüben zieht’s ständig und hier wurden die Fenster blockiert, weil sie einem sonst entgegen fallen.“ Harald Vorleuter, Schulleiter des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums, beschrieb die Situation an seiner Schule knapp. Groß überzeugen musste er die Kreisräte nicht mehr.

Denn bei einem Rundgang hatten sich der Kreisbauausschuss vom Sanierungsbedarf der Lehreinrichtung überzeugt. Am Ende stimmten sie einem Sanierungspaket in Höhe von 5,06 Millionen Euro zu. „Wer täglich mit dem Gebäude leben muss, weiß: Wir müssen es sanieren“, hatte Vorleuter seinem Redebeitrag noch hinzugefügt. Das bezog der Schulleiter allerdings nicht nur auf die Außenhülle, sondern auch auf den Innenbereich. Das von Architekt Christian Holzer und vom Ingenieurbüro Schuhmacher & André vorgestellte Konzept sieht in Teilbereichen beides vor, wenngleich der Schwerpunkt auf der energetischen Sanierung liegt. Zur Entscheidung standen drei Varianten: Das Basiskonzept mit einer Sanierung der Gebäudehülle sowie einer Erneuerung der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (4,45 Millionen Euro inklusieve Steuern), die „Variante 1“ die zusätzlich noch eine Erneuerung der Beleuchtungen in den Räumen vorsieht sowie das „Zukunftskonzept“, das einen Anschluss ans geplante Nahwärmenetz vorsieht. Fakt ist, dass das Gebäude auf einer Energiebilanz-Skala sehr schlecht abschneidet. So liegt der Energieverbrauch derzeit bei 291,7 kWh/m2a, könnte aber auf 104,4 (Basiskonzept), 76,6 (Variante 1) oder gar 28,2 (Zukunftsvariante) reduziert werden. Laut Architekt Holzer könnten die Baumaßnahmen zu Pfingsten 2013 beginnen, das Bauteil A der Schule könnte dann im zweiten Quartal 2014 folgen. Holzer empfahl dringend, die Elektroinstallationen samt Beleuchtungen in den betroffenen Klassenzimmern zu erneuern. Und die Fassadenerneuerung sei nur mitsamt einer Erneuerung der Lüftungstechnik möglich. Denn bislang verfügen die – auszutauschenden – Fenster über Nachströmöffnungen. Die würden bei einer Dämmung entfallen. Ingenieur Christian Schuhmacher verwies auf die technischen Aspekte der Lüftungsanlage. Die derzeitige Technik sei teilweise aus dem Jahr 1976 – „und das bei einer statistischen Lebenserwartung von 20 Jahren“. Allein dem Umstand, das bislang keine Wärmerückgewinnung installiert sei, zahle der Landkreis jährlich unnötig Geld: Der Ingenieur bezifferte die Lüftungswärmeverluste auf jährlich 29.000 Euro. „Denn die warme Luft wird schlicht in die Atmosphäre abgegeben.“ Eine neue Lüftungszentrale mit Wärmerückgewinnung könnte alleine schon 23.000 Euro jährlich einsparen. Sitzungsleiter und Vize-Landrat Werner Weindl (CSU) bezeichnete den Sanierungsbedarf als unbestritten. Deshalb seien im Entwurf zum Haushalt 2013 bereits 1,3 Millionen Euro über so genannte Haushaltsreste eingeplant. Und geht man von etwa 1,9 Millionen Euro aus, die 2013 fällig würden, „haben wir derzeit eine Deckungslücke von 600.000 Euro“, verwies Weindl auf die angespannte Haushaltssituation. Deshalb wollte SPD-Kreisrat Benno Lichtenegger auch wissen, ob die Maßnahmen etwas gestreckt werden könnten. Was aber nicht möglich ist. Denn die einzelnen Gewerke der Sanierung sind derart aufeinander abgestimmt, dass nur in diesem Ablauf mit guten Ergebnissen bei den Ausschreibungen zu rechnen sei. Entsprechend stimmte der Kreisbauausschuss einstimmig für Variante 1 (5,06 Millionen Euro) – jedoch steht der Beschluss unter Vorbehalt, dass die Maßnahme auch im Finanzplan des Kreishaushalts 2013 positiv beschieden wird. Thomas Kapfer-Arrington

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