Vom Hausbrand zum Haushalt

Kreisbrandinspektion verabschiedet Karl Murböck, Christian Sydoriak Josef Limm aus dem Dienst

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Abschied nach Jahrzehnten (von links): Karl Murböck mit Christian Sydoriak, Sonja Sydoriak, Barbara Murböck, Hermann John, Irmgard John, Landrat Josef Niedermaier, Alfred Schmeide, Wolfgang Stahl, Josef Limm und Erich Zengerle. 

Bad Tölz – Der Termin war gut gewählt, wechselten doch früher die Bediensteten in der Landwirtschaft am Lichtmeßtag zu einen neuen Arbeitgeber. Doch der dürfte schwer zu finden sein für Kreisbrandrat Karl Murböck, Kreisbrandinspektor Nord Christian Sydoriak und Josef Limm, der 25 Jahre Kreisbrandmeister in Münsing war. Alle drei wurden vor kurzem im Tölzer Landratsamt in feierlichem Rahmen aus der Kreisbrandinspektion verabschiedet.

Landrat Josef Niedermaier zeigte viel Verständnis für die Ehefrauen, wenn die Männer nach jahrzehntelangem Feuerwehrdienst künftig öfter zuhause sind. Deshalb gab es für Murböck, der 18 Jahre lang als oberster Feuerwehrler für 128.000 Landkreisbürger tätig war, für Sydoriak als Kreisbrandinspektor Nord sowie für seinen bereits ein Jahr zuvor aus Altersgründen verabschiedeten Kollegen im Süden, Hermann John, und für Kreisbrandmeister Josef Limm aus Münsing eine Einkaufs­tasche, in der sie nicht nur die Geschenke des Festabends nach Hause tragen konnten, sondern die auch dazu dienen sollte, eventuell künftig überschüssige Zeit sinnvoll im Haushalt einzubringen.

Vor rund 200 geladenen Gästen, vorwiegend Feuerwehrführungskräfte aus dem Landkreis und benachbarten Orten, wurde Murböck von seinem Nachfolger Alfred Schmeide und den neuen Kreisbrandinspektoren Wolfgang Stahl und Erich Zengerle zum Ehren-Kreisbrandrat ernannt, Sydoriak und Limm zum Ehrenkreisbrandinspektor beziehungsweise Ehren-Kreisbrandmeister.

Murböck, Sydoriak und sein früherer Kollege Hermann John, die Niedermaier als Feuerwehr-Dreigestirn aus unterschiedlichen Typen bezeichnete, erhielten Geschenke von der Wasserwacht und vom Roten Kreuz, dessen Kreisgeschäftsführer Andreas Schäfer Murböck die von der oberbayerischen Rot-Kreuz-Vorsitzenden Christa Stevens ausgestellte Ehrenplakette in Silber überreichte. Auch die Feuerwehrkameraden aus Schwaz in Tirol überbrachten Geschenke und bedankten sich bei Murböck für die gute Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Schließlich konnte auch noch Bürgermeistersprecher Michael Grasl aus Münsing im Namen seiner 20 Landkreis-Kollegen Reisegutscheine an die Jubilare überreichen.

Landrat Josef Niedermaier war an diesem Abend nicht zu beneiden, zum einen wirkte er bei der Tanzlmusi als Klarinettenspieler mit, zum anderen hielt er nach der Begrüßung auch noch die Festrede und zum dritten dankte er den Feuerwehrmännern in seiner Eigenschaft als BRK-Kreisvorsitzender.

Murböcks Nachfolger Alfred Schmeide zeigte in seiner Ansprache die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Murböck auf, stellte aber auch die Unterschiede heraus. So war er gleich nach seinem offiziellen Dienstantritt mit dem Katastrophenfall konfrontiert, den der Landrat wegen des starken Schneefalls angerufen hatte. Schmeide erinnerte daran, dass in den 18 Jahren der Ära Murböck die Feuerwehralarmierung von der Polizei an die Integrierte Leitstelle in Weilheim wechselte und der Analog- auf den Digitalfunk umgerüstet wurde. Letztlich sei es unmöglich, alles aufzuzählen, was in den 18 Jahren von Alarmierung bis Waldbrand in der Neujahrsnacht unter Murböcks Verantwortung geleistet wurde. Sein Fazit: „Karl hat es hervorragend gemacht.“

Murböck dankte in erster Linie seiner Ehefrau Barbara und wählte das Symbol des Schlüssels für seine Abschiedsrede. Er hoffe, dass für ihn, obwohl er den Generalschlüssel nun abgeben musste, doch noch die eine oder andere Tür in der großen Feuerwehrfamilie offen stehe. Ansonsten werde er im Sommer auch als Lehrer in den Ruhestand treten, ob er über 2020 hinaus als Gemeinde- und Kreisrat politisch aktiv sein werde, ließ er offen. Bedauern äußerte er darüber, dass er den Feuerwehrdienstwagen abgeben musste und ihm Buben am Straßenrand nun nicht mehr zuwinken.

Schon zuvor kam der Humor nicht zu kurz, als Heidi Gantner und Annelies Mayer vom Landratsamt dem scheidenden Kreisbrandrat in ihren Gstanzln so manche zu eilige Fahrt ohne Blaulicht vorhielten und der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl Pensionistenkrügerl überreichte. Karl Bock

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