Stabwechsel und Blitzschlag

2.221 Einsätze für Landkreisfeuerwehren

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Kreisbrandrat Karl Murböck (r.) leitete heuer letztmals die Dreikönigsversammlung der Landkreis-Feuerwehren im Tölzer Kurhaus. Sein Nachfolger ist der Lenggrieser Alfred Schmeide.

Bad Tölz – Zeitenwende bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis: 18 Jahre lang stand Karl Murböck an der Spitze der Floriansjünger als Kreisbrandrat und als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Nun hat dieses Amt für ihn Alfred Schmeide, ebenfalls aus Lenggries, übernommen, der bereits im vergangenen Sommer von den Landkreis-Kommandanten als Nachfolger des heuer 63 Jahre alt werdenden Wegscheiders gewählt worden war.

Die Dreikönigsversammlung im Tölzer Kurhaus wurde aber noch einmal von Murböck geleitet, am Ende überreichte Landrat Josef Niedermaier als oberster Dienstherr der Feuerwehren Schmeide eine neue blaue Uniformjacke und teilte unter dem Beifall der Versammelten mit, dass Murböck am Lichtmesstag, Samstag, 2. Februar, im Landratsamt offiziell verabschiedet wird.

Dabei war der Berufsschullehrer, Vater von vier Kindern, bereits vor einem Jahr bei der vorjährigen Verbandsversammlung für seine großen Verdienste überraschend mit dem Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes geehrt worden. Am 18. Juni hatten sich dann im Sitzungssaal des Tölzer Landratsamtes Kreisbrandinspektor Alfred Schmeide und Kreisbrandmeister Josef Limm zur Wahl als Nachfolger von Murböck gestellt. Das Ergebnis war denkbar knapp, auf Limm aus dem nördlichen Kreisgebiet entfielen 27, auf den Lenggrieser Schmeide, der an der Geretsrieder Feuerwehrschule tätig ist, 28 Stimmen. Das wurde von Murböck gestern noch einmal so kommentiert: „Gut, dass die Anzahl der Wahlberechtigten damals ungerade war, sonst hätte eventuell noch der Würfel entscheiden müssen.“

Da Schmeide bisher schon Kreisbrandinspektor für den südlichen Bereich gewesen war, und für den Nordbereich Christian Sydoriak ausschied, mussten für beide Nachfolger gefunden werden. Die neuen Kreisbrandinspektoren sind der Tölzer Kommandant Wolfgang Stahl (Süd) und der Eglinger Kommandant Erich Zengerle (Nord). Außerdem wurde auch beim Kreisfeuerwehrverband neu gewählt. Schriftführer bleibt für weitere sechs Jahre Georg Lettner, Kassier Stefan Kießkalt, und Hans Ostermünchner (Greiling) wird künftig zusammen mit Bürgermeister Hubert Oberhauser (Egling) die Kasse prüfen. Zuvor hatte Kießkalt berichtet, dass man beim Verband nach einem kleinen Überschuss im vergangenen Jahr heuer mit 22.000 Euro Einnahmen und Ausgaben rechnet.

Vor der großen Danksagung hatte Murböck noch von zurückliegenden von Groß- und kleineren Bränden,darunter einem Maibaum, der nach einem Blitzschlag Feuer fing, traurigen Begebenheiten wie tödlichen Unfällen und technischen Hilfeleistungen berichtet. Bei den 58 Freiwilligen Feuerwehren sind zusammen mit den Jugendlichen 3.245 Männer und 167 Frauen aktiv, die in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 2.221 Mal alarmiert wurden. Dabei gab es 18 Groß- und 48 Mittelbrände, 159 Personen konnten gerettet werden, es waren aber auch 21 Tote zu beklagen, wobei die Aktiven selbst von schweren Verletzungen verschont blieben.

Ein Anliegen war es Murböck, der die Ausstattung der Feuerwehren im Landkreis mit „gut bis sehr gut“ bezeichnete, auf die noch nicht abgeschlossene Tetra-Alarmierung hinzuweisen. „Vor allem im Stadtbereich von Bad Tölz muss nachgebessert werden“, forderte er. Für die Zukunft würden die Probleme weniger bei der Nachwuchsgewinnung liegen. Vielmehr bei dessen Heranführung an Führungspositionen. Murböck, der auch für die CSU kommunalpolitisch aktiv ist: „Die Feuerwehr muss ihre Stellung in der Gesellschaft deutlich herausstellen und erhält dadurch eine gewisse politische Dimension.“bo

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