Kreisfeuerwehrverband tagt im Tölzer Kurhaus: 3.300 Feuerwehrler im Landkreis

Riesige Bürgerinitiative

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Kreisbrandrat Karl Murböck erstattete bei der Dreikönigsversammlung im Tölzer Kurhaus umfangreich Bericht über das Feuerwehrjahr 2017. Im vergangenen Jahr kam es zu insgesamt 38 Großbränden im Landkreis.

Bad Tölz – Rund 3.300 Männer und Frauen in 58 Feuerwehren sorgen im Landkreis für Sicherheit und damit auch Lebensqualität – berichtet Kreisbrandrat Karl Murböck bei der Jahreshaupt- und Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Tölzer Kurhaus.

Ob Autofahrer, die auf unbeschrankten Bahnübergängen herannahende Züge nicht beachten, trotz Gegenverkehr überholen oder von der Fahrbahn abkommen, Hausbesitzer, die fahrlässig heiße Asche in die Tonne kippen oder einfach nur Bürger, deren Häuser zu nahe am Wasser gebaut sind, sie alle können froh sein, dass es die Freiwillige Feuerwehr gibt. Kein Wunder, dass auch Landrat Josef Niedermaier als oberster Dienstherr und der Tölzer 2. Bürgermeister Andreas Wiedemann in ihren Grußworten die Feuerwehren als eine der größten Bürgerinitiativen bezeichneten.

„Das verlässliche System schneller und kompetenter Hilfe“ müsse auch in Zukunft leistungsfähig erhalten bleiben, was ohne das Engagement der Bürgerinnen und Bürger undenkbar wäre, so Murböck in seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht auf das abgelaufene Jahr 2017. Er erinnerte an die 2.333 Alarme, davon 480 Brände, 1.256 Hilfeleistungen, 51 Sicherheitwachen sowie 468 First-Responder-Einsätze. In diesen Zahlen sind allerdings auch 245 Fehl-, böswillige oder Täuschungsalarme durch Personen oder Brandmeldeanlagen enthalten. Nicht weniger als 38 Großbrände mussten in den vergangenen zwölf Monaten bekämpft werden. 43 Mal waren es eher kleinere Feuer und 24 Mal war das Feuer beim Eintreffen der Wehren bereits gelöscht. Am schlimmsten war der Brand am Graseck oberhalb des Kochelsees, der in der Neujahrsnaht 2016/17 von zwei Wanderern ausgelöst wurde und dessen Bekämpfung mit zehn Hubschraubern und 400 Einsatzkräften drei Tage dauerte. Für die unmittelbar Betroffenen weit schlimmer waren mehrere Hausbrände in Bad Tölz, insgesamt gab es bei Brandeinsätzen und Unfällen im Vorjahr 27 Tote zu beklagen.

Um all diesen Aufgaben gerecht zu werden, mussten zahlreiche Übungen abgehalten werden, die Ausrüstung erneuert und die Alarmierung verbessert werden. Nachholbedarf sieht Murböck noch bei der Wasserrettung. „Die vielen Bade- und Schlauchbootunfällle zeigen die Notwendigkeit der Abstimmung“, so Murböck.

Eher unter „Kurioses“ einzuordnen ist der Aufhebungsbescheid der Werkfeuerwehr Moralt nach 73 Jahren. Sie war offiziell im Jahr 1944 in dem Tölzer Holzwerk an der Lenggrieser Strasse gegründet worden und sollte 2013 aufgehoben werden, nachdem sie de facto nicht mehr existierte und auch kein Ansprechpartner mehr vorhanden waren. Es dauerte aber, so Murböck, bis November 2017 bis die ehemalige Werkfeuerwehr auch auf dem Papier zu existieren aufhörte. Seither gibt es „nur“ noch 58 Wehren im Landkreis.

Im Jahr 2018 soll die sogenannte Tetra Alarmierung im Oberland als Pilotprojekt eingeführt werden, hierzu muss aber an der Verbesserung der Netzabdeckung, vor allem im Stadtbereich von Bad Tölz gearbeitet werden, so Murböck. Als Helfer bei Naturkatastrophen ist die Feuerwehr aber auch selbst vor den Unbilden der Natur nicht gefeit. Um Nachwuchs zu generieren, machten die Jugendfeuerwehren im August einen Ausflug an den Achensee zu einem Zeltlager. Das musste allerdings wegen eines heftigen Sturms abgebrochen werden, die Jugendlichen übernachteten statt im Freien im Feuerwehrhaus Achenkirch und traten dann am nächsten Tag zwar trocken, aber etwas verfrüht die Heimreise an.

Auch heuer würdigte der scheidend Kreisbrandrat (siehe gesonderten Bericht) das Engagement der Bevölkerung, wenn es um die Belange der Feuerwehren geht. So konnten wieder verschiedene Jubiläen gefeiert und neue Feuerwehr-Gerätehäuser und Fahrzeuge eingeweiht werden.bo

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