Schecks süße Rache

Kreisliga: Lenggrieser Torjäger schlägt gegen Antdorf dreimal zu / DJK Waldram gewinnt in Murnau

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Der Jubel war ganz auf Seite der Lenggrieser Kicker – zumindest ab der zweiten Halbzeit, wo sich das Blatt klar zugunsten des LSC wendete.

Lenggries/Waldram– Hohn und Spott musste der Lenggrieser Torjäger Max Scheck in der ersten Halbzeit der Partie gegen den ASV Antdorf über sich ergehen lassen. Zwar gelang ihm das 1:0 (16.), doch dann wollte es mit dem Toreschießen einfach nicht mehr klappen. Ein ums andere Mal stand er mutterseelenalleine vor dem gegnerischen Gehäuse. Stets schoss er daneben oder Schlussmann Sebastian Mangold parierte – unter dem Gelächter der Gäste-Fans.

In der zweiten Halbzeit war der Moment der süßen Rache gekommen. Scheck zog einfach mal aus 20 Metern ab – und der Ball zappelte im Netz. Es war sicher kein Zufall, dass der LSC-Stürmer anschließend laut jubelnd in Richtung der Antdorfer Auswechselbank lief. Fünf Meter davor wurde er vor seinen jubelnden Teamkollegen umgerissen und unter einer Menschentraube begraben. Am Ende siegte der LSC in einer kuriosen Partie mit 5:4. „Sicher war der Jubel eine Retourkutsche“, gab Trainer Willi Link zu. „Aber ich nehme ihm das nicht übel.“

Bis zur 63. Minute lief die Partie noch halbwegs in geordneten Bahnen. Die Lenggrieser lagen zu diesem Zeitpunkt durch zwei Treffer von Max Scheck (16., 63.) mit 2:1 in Führung. Doch dann wurde die Partie immer hektischer. Die Spieler befetzten sich gegenseitig verbal, die Lenggrieser sahen binnen weniger Minuten vier und die Gäste eine gelbe Karte. In dem Durcheinander gelang Fazican Verep der 2:2-Ausgleich. Dann durfte Dominik Kühberger ungestört über den halben Platz spazieren, eiskalt schob er den Ball ins Tor. Völlig überraschend führte das Schlusslicht der Kreisliga 1 plötzlich mit 3:2.

Doch dann stellte Link in der Abwehr auf eine Dreierkette um. Die Lenggrieser packten die Brechstange aus und schlugen lange Bälle in die Spitze. Siehe da: Der LSC hatte Erfolg damit. Die langen Bälle kamen an, plötzlich war jeder Schuss ein Treffer. Andreas Riesch verwandelte einen Freistoß zum Ausgleich. Es folgte Schecks süße Rache, und am Ende siegten die Lenggrieser mit 5:4. „Eine enge Kiste – Antdorf hätte einen Punkt verdient gehabt“, kommentierte Link. Der kleine Kunstrasenplatz komme der verteidigenden Mannschaft immer entgegen. „Das war ein Kampf ohne Ende. Aber wenn man hinten steht, hat man einfach Pech.“

TSV Murnau - DJK Waldram 0:3

47 Minuten mussten die Gäste in Unterzahl bestehen. Nachdem Innenverteidiger Andreas Knobloch bereits in der 26. Minute wegen einer vermeintlichen Notbremse des Feldes verwiesen wurde, verstärkte die DJK zunächst ihre Defensive und beschränkte sich aufs Kontern. Diese Taktik ging kurz nach dem Seitenwechsel auf: Der eingewechselte Benedikt Bergmoser erzielte in der 52. Minute den Führungstreffer und krönte seine starke Leistung vier Minuten vor dem Spielende mit einem weiteren Tor. Zwischenzeitlich sorgte Fabian Raic für das 2:0. Da der Murnauer Maximilian Giglberger in der 73. Minute wegen wiederholtem Foulspiel das Spielfeld verlassen musste, brachte die DJK Waldram den Erfolg sicher über die Zeit und kletterte in der Tabelle auf den vierten Platz. ps/ph

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