Kreisschulausschuss erhält Antworten zum Fragenkatalog der CSU

Bad von Schulen kaum genutzt

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Das Geretsrieder Gymnasium nutzt das Hallenbad nur für zwei Doppelstunden pro Woche, die Realschule (auch die Wolfratshauser) gar nicht.

Landkreis/Geretsried – Intensiv beschäftigte sich der Kreisschulausschuss mit dem Fragenkatalog, den die CSU-Fraktion im Kreistag zum geplanten interkommunalen Hallenbad eingereicht hatte. Und die Antworten brachten neue Fragen auf. Und die Forderung, lieber eine Turnhalle zu bauen.

Vor allem die Sauna, Unterhaltskosten und abermals der Ablauf der Diskussion standen im Mittelpunkt des Schlagabtausches. Sogar das Projekt insgesamt wurde angezweifelt. So hält es CSU-Kreisrat und Kochels Bürgermeister Thomas Holz gar für sinnvoller, der ebenso nötigen neuen Dreifachturnhalle in Geretsried den Vorzug zu geben. Landrat Josef Niedermaier (FW) hat es aufgrund der anhaltenden Diskussionen längst bemerkt: Für einen Beschluss war es schlicht noch viel zu früh. Deshalb strich er den eigentlich für diese Sitzung vorgesehenen Beschlussvorschlag – und eröffnete die Diskussionsrunde. Die erste im Rahmen der Kreispolitiker, die ja im Februar über eine finanzielle Beteiligung des Landkreises zum Hallenbad entscheiden sollen. Niedermaier empfahl, zusammen mit den Fraktionsführern des Kreistags innerhalb der nächsten zwei Wochen einen Termin für eine umfassende Informationsveranstaltung des Kreistags zu finden: „Unter Druck Sitzungen abzuhalten, macht jedenfalls keinen Sinn.“ Sodann standen die Antworten zum CSU-Fragenkatalog im Fokus. Sabine Preisinger, Juristin am Landratsamt, hatte die Antworten erarbeitet. Und Auskunft darüber gegeben, dass es neben dem Bad keinerlei Zusatzausstattung geben soll, nicht einmal eine Gastronomie. Wohl aber eine Sauna, von der man sich so viel Ertrag erhofft, dass sie das Betriebskostendefizit spürbar senkt. Was Thomas Holz bezweifelt. Mit der Erfahrung aus dem Kochler „trimini“ stellte er fest, dass speziell Saunagäste zwecks Getränken zumindest nach einem Kiosk verlangten. Und ferner warnte er davor zu leichtgläubig ins Thema Sauna einzusteigen. Die sei nämlich sehr schnell sanierungsbedürftig. „Ich will da schon wissen, wann da die erste Sanierung fällig ist“, sagte Holz. 

Die Befürchtung der CSU, dass der Landkreis zu Reparaturen hinzuschießen muss, versuchte Landrat Niedermaier auszuräumen. Denn da die Abschreibung in der Finanzplanung und dem Kostenschlüssel enthalten seien, „sind diese Unterhaltszahlungen automatisch integriert, es entstehen keine weiteren Kosten“. Allerdings machte Niedermaier auch klar, dass die Unterhaltskosten noch Spielraum für Verhandlungen hätten. Holz jedenfalls warnte davor, sich ungedeckelt auf 30 Jahre (so lange ist die Lebensdauer des Bades angesetzt, d.Red.) Unterhaltszahlungen aufzubürden. Seiner Erfahrung nach sei der Unterhalt bei solch einem Bad schlicht nicht deckelbar, dafür gebe es zu viele unbekannte Faktoren. Niedermaier gab der Variante, einen Zweckverband zur Trägerschaft des Bades einzurichten, eine Abfuhr. „Da kommt es nur zu kommunalrechtlichen Problemen.“ Gleichwohl habe ihm Geretsrieds Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) das Signal gegeben, dass es bezüglich des Mitspracherechtes, das von vielen Kreispolitikern vermisst wurde, Zugeständnisse geben könnte. Die Rede ist hier von einem Beirat. Unklar bleibt die künftige Nutzung durch die Schulklassen. Denn schon jetzt seien es laut Herrmann Deger, dem Leiter des Gymnasiums Geretsried, nur zwei Doppelstunden pro Woche, die von seiner Schule ins Hallenbad gegangen werde. Ob sich dieser Wert bei einem neuen Bad steigere, vermochte er nicht zu sagen: „Das ist eine Frage des Lehrplans – und der Lehrkräfte“, stellte der Schulleiter bei der Sitzung klar. Da weder die Realschule Geretsried noch die in Wolfratshausen das jetzige Hallenbad nutzen, stellte CSU-Kreisrat Thomas Holz die Frage auf, ob es dann nicht sinnvoller sei, die dringend benötigte Dreifachturnhalle vorzuziehen. Doch sei diese ohnehin Teil der Finanzplanung, wie Niedermaier entgegnete, „aber erst im Haushalt 2015“, wie CSURat Heiko Arndt anmerkte. Grünen-Kreisrätin Lucia Schmidt wollte wissen, was denn dann eigentlich die Basis der ganzen Diskussion sei. Schmidt griff damit den Umstand nochmals auf, das schon jetzt kaum Schulen ins Hallenbad gingen. Landrat Josef Niedermaier (FW) wies wiederholt darauf hin, dass es eben nur über das Argument „Schulsport“ gelingen könne, Fördermittel zu erhalten. Die Alternative dazu sei, dass es dann eben nirgends mehr Hallenbäder gebe, „denn alleine kann sich keine Kommune solch eine Infrastrukturmaßnahme für ihre Bürger leisten“. Um die dürfe es aber ohnehin nicht gehen – zumindest nicht bezüglich des finanziellen Engagements des Landkreises, betonte CSU-Kreisrat Thomas Holz. „Solch ein Bad wäre dann eine absolut freiwillige Leistung.“ Damit öffne man Tür und Tor für andere Gemeinden, die dann Subventionen für „jedes Lackerl beantragen, in dem eine Leiter hängt“. Sein Parteifreund Arndt kritisierte nochmals das Diskussionsvorgehen. Er hätte sich schon gewünscht, früher informiert worden zu sein. Dafür sei ja eigens die Arbeitsgruppe Nordlandkreishallenbad einberufen worden – die aber nie getagt habe. Landrat Niedermaier räumte das ein und rechtfertigte dies damit, dass die Sitzungen immer recht kurzfristig einberufen werden mussten und unter den Bürgermeistern der Nordlandkreiskommunen stattgefunden hätten. Niedermaier: „Das war ein Fehler und nicht optimal.“

Thomas Kapfer-Arrington

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