Kreistag lehnt Antrag der Gemeinde Egling ab

Nahverkehrsplan in Warteschleife

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Die Buslinie 375 von Wolfratshausen nach Endlhausen wird vorerst nicht nach Sauerlach verlängert.

Wolfratshausen/Egling – Bereits mehrmals forderte die Gemeinde Egling eine zusätzliche Anbindung des Ortsteils Endlhausen nach Sauerlach. Doch der Kreistag lehnte den Antrag in seiner jüngsten Sitzung mit 30:23-Stimmen erneut ab.

Zuvor hatten bereits Kreis- und Umweltausschuss den Antrag abgelehnt (wir berichteten). „Das ist vergaberechtlich leider nicht möglich“, bedauerte Wirtschaftsförderer Andreas Roß. Denn die Linie 375 wurde 2014 für zehn Jahre vergeben. Eine Erweiterung der Leistung wäre in diesem Zeitraum deshalb nicht möglich.

Der Eglinger Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW) drang in der jüngsten Kreistagssitzung dennoch darauf, den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) voranzutreiben: „Wir brauchen mehr Querverbindungen“, forderte er. Eglings Ex-Bürgermeister Hans Sappl (FW) und Annelies Wiedenbauer-Schmidt (Grüne) sehen das genauso. „Die Energiewende erreichen wir nur, wenn wir die Mobilität mit einbeziehen“, ist sich Wiedenbauer-Schmidt sicher. Demnach müsse laut Oberhauser auch der bereits seit 1996 geltende aktuelle Nahverkehrsplan überarbeitet werden. „Wir werden das tun, sobald Details in Sachen S-Bahn-Verlängerung klar sind“, versprach Landrat Josef Niedermaier.

So müsse beispielsweise geklärt sein, ob die Bahn im 20- oder 40-Minuten-Takt nach Geretsried fahren wird. Da die S-Bahn nach neuesten Schätzungen frühestens Ende 2028 nach Geretsried rollen wird, zeigte sich Oberhauser ungeduldig: „Ich weiß nicht, ob wir so lange Zeit haben“. Viele Kreisräte wünschen sich darüber hinaus, dass der MVV-Tarif im gesamten Landkreis gilt. Da das System von der Landeshauptstadt, dem Freistaat und den acht beteiligten Landkreisen finanziert wird, sind die Ticketpreise meist günstiger als auf privatwirtschaftlich betriebenen Linien. Derzeit gehört aber nur der nördliche Teil des Landkreises zum MVV-Gebiet.

Landrat Josef Niedermaier bezeichnete eine Ausweitung des MVV-Gebiets auf den ganzen Landkreis als problematisch: „Wenn unser Landkreis komplett zum MVV gehören soll, müssen auch die beiden Nachbar-Landkreise mitmachen, durch die unser Schienenverkehr reinkommt“. Er meinte damit die im Landkreis Miesbach verkehrende BOB und sowie die bis in den Landkreis Weilheim-Schongau reichende Kochelseebahn. „Andernfalls müssten wir den Ausgleich zahlen, für das, was das MVV-Ticket billiger ist als das BOB-Ticket“, erklärte Niedermaier. Derzeit müsse der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen über eine Million Euro pro Jahr für die Mitgliedschaft im MVV ausgeben. In Miesbach sind es dagegen nur rund 150.000 Euro. „Wir haben an den MVV nun eine Anfrage gestellt, wie weitere Landkreise diesem Konstrukt beitreten können und wie das kostenmäßig laufen müsste“, berichtete der Landrat.Peter Herrmann

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