Starkes Zeichen für den MVV

Kreistag verabschiedet Tarifreform im Öffentlichen Nahverkehr

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Vorbereitungen auf die MVV-Tarifreform im Landkreis: Landrat Josef Niedermaier (Mitte) übernimmt dabei die Federführung. 

Landkreis – Der Kreistag erteilt grünes Signal für den Münchner Verkehrsverbund (MVV).

Die MVV-Tarifreform wurde bereits im Fachausschuss für Umwelt- und Infrastruktur intensiv diskutiert und weiter empfohlen. Auch der Kreisausschuss gab den Beschluss einstimmig an den Kreistag weiter. Und der stellte nun in seiner der jüngsten Sitzung die Weichen für eine regional übergreifende MVV-Zone im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV): Einstimmig wurde der Beschluss zur MVV-Tarifreform sowie die Verbundraumerweiterung des Landkreis auf den Weg gebracht.

Wie berichtet, beteiligt sich der Freistaat Bayern mit 35 Millionen Euro an den Gesamtkosten von 73 Millionen Euro. Die weiteren 37,8 Millionen Euro übernehmen die Landeshauptstadt München und die acht MVV-Verbundlandkreise. Auf den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entfiele rein rechnerisch eine jährliche Ausgleichszahlung von rund 520.000 Euro. Die Summe ist ein Schätzwert, der letztendlich davon abhängig ist, wie die kommende Tarifreform vom Nutzer angenommen werde, erklärt ÖPNV-Sachbearbeiter Matthias Schmid vom Landratsamt.

„Für unsere Nutzer ergeben sich dadurch massive Verbesserungen“, betonte Josef Niedermaier gegenüber den Kreisräten. Insbesondere das Seniorenticket werde dadurch günstiger. Profitieren sollen auch Fahrgäste, die den MVV öfters nutzen, durch Rabatte bei Monats- und Jahreskarten.

Die Tarifreform bezieht sich auf das bestehende Gebiet des MVV. Die Reform solle nun auch den ÖPNV im Nord-Landkreis vereinfachen. „Sollte sich das Gebiet auf den südlichen Landkreis erweitern, kommt dort der Tarif dann zur Anwendung“, erklärte Niedermaier. Weiteres angepeilte Ziel des Kreistages: „Wenn der Freistaat Bayern den Öffentlichen Schienennahverkehr durch die für uns relevanten Bereiche der Werdenfelsbahn und der Bayerischen Oberlandbahn neu ausschreibt, fahren diese Züge zukünftig dann mit dem MVV-Tarif“, wünscht sich Niedermaier. „Und nicht mit dem jetzigen DB-Regio-Tarif.“

Durch die Tarifreform soll generell ein einfacherer Zugang zu Bussen und Bahnen erreicht werden. Im Landkreis kostet eine Fahrt nach München zwischen 6,60 Euro (Icking) und 11,50 Euro (Bad Tölz). Niedermaiers Dank galt insbesondere Schmid. „Er hat sich als Jungspund gegenüber den erfahrenen MVV-Tariflern mit viel Engagement eingearbeitet und bei den Verhandlungen eingebracht.“

Zudem wurde der Landrat einstimmig vom Kreistag bevollmächtigt die MVV-Verbundraumerweiterung auf den gesamten Landkreis vorzubereiten sowie ein Konzept für Zeitplan und Kosten den Gremien zur weiteren Beratung vorzulegen. Kreisrat Klaus Barthel (SPD) fragte indes nach einer Frist. Er befürchte ein „Schwarzer-Peter-Spiel“. Barthel meint: Jeder warte auf den anderen und die Entscheidung werde zwischen Freistaat und Landkreisen hin und her geschoben. „Wir brauchen eine konkrete Kostenrechnung für den Landkreis. Auf dieser Grundlage können wir weiterverhandeln. Sonst wird das nie was“, betonte er. „Sehr sportlich betrachtet ist das Ziel auf zwei Jahre festgesetzt“, antwortete Niedermaier. Das hänge insbesondere von den beteiligten Nachbarlandkreisen wie Miesbach und Weilheim ab, sonst sei das Projekt nicht umsetzbar. Miesbach habe bereits erste Beschlüsse gefasst. „Ohne Miesbach wären wir nicht angetreten, weil unsere Linien kreisübergreifend sind“, so Niedermaier. „Letztendlich ist alles aber eine Frage des Geldes.“ Umso mehr müssen alle betroffenen MVV-Landkreise „politisch zusammenhalten“. Daniel Wegscheider

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