Kreistagsfraktionsführer: Keine Beteiligung am Hallenbad-Unterhalt

Hallenbad: "Nicht mehrheitsfähig"

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Keine Mehrheit finden Landrat Josef Niedermaier und Geretsrieds Bürgermeisterin Cornelia Irmer für ihre L-Variante zum Hallenbad.

Landkreis – Eine Beteiligung des Landkreises am interkommunalen Hallenbad ist nach dem derzeitigen Modell nicht mehrheitsfähig.

In diesem Punkt sind die Fraktionsführer des Kreistags einer Meinung. Im Detail: Für den Unterhalt wird der Kreis nicht aufkommen. Dagegen sei eine Beteiligung an den Baukosten „nicht strittig“, wie Landrat Josef Niedermaier (FW) im Kreisausschuss eine Fraktionsführersitzung zusammenfasste. Die Höhe gilt es freilich noch auszuhandeln. Äußerst fraglich also, ob damit die Variante „L“ überhaupt noch möglich ist. Wenn es eine Mitfinanzierung des Kreises gibt, „dann nur für die direkten Kosten des Schulsports“, so Niedermaier. Und die richten sich nach der tatsächlichen Belegung durch die Klassen, für die der Landkreis Sachaufwandsträger ist. Davon nutzt aber einzig das Geretsrieder Gymnasium das Hallenbad – mit nur zwei Doppelstunden pro Woche, wie Schulleiter Hermann Deger jüngst berichtete. Die Abrechnung soll übrigens über das Schulfinanzierungsgesetz geregelt werden. Das heißt: Die Sauna muss in jedem Fall rausgerechnet werden, denn sie betrifft den Schulsport nicht. Diese Vorgehensweise hat der Stadtrat Geretsried vorauseilend tags zuvor beschlossen (siehe Seite 5). Nachbessern werden die Planer damit aber auch in Sachen Sprungturm müssen. Es müsse klar sein, ob das Hallenbad eine Pflichtaufgabe oder eine freiwillige Leistung ist, betonte CSU-Fraktionssprecher Martin Bachhuber. „Wir bewegen uns sonst rechtlich auf Glatteis.“ Kritische Töne auch in Sachen Fördergeld für geplante Turnhallen. „Die nötige Dreifachturnhalle in Geretsried ist davon nicht betroffen“, wiegelte Niedermaier ab. Was Hallen an der Realschule Wolfratshausen und dem Gymnasium Icking anbelangt, könnte es durchaus anders aussehen. Denn deren Schulklassen werden bei dem Hallenbad in Geretsried angerechnet. „Es steht in Frage, ob dortige Kapazitäten noch gefördert werden oder ob wir uns da nicht selbst beschneiden“, sagte Vize-Landrat Werner Weind (CSU). Sein Fraktionskollege Josef Janker bezweifelt den schulischen Bedarf eines Schwimmbads. Viele Lehrer würden wegen der großen Verantwortung auf den Schulschwimmsport ohnehin verzichten, sagte der Tölzer Bürgermeister mit Verweis auf die Belegungszeiten des Tölzer Hallenbades. Turnhallen seien weitaus sinnvoller, „denn die werden immer gebraucht“. Was auch Manfred Fleischer (CSU) so sieht: „Sportstunden müssen wegen fehlender Hallenkapazitäten ausfallen.“ Jedoch habe er (Fleischer) noch keinen Lehrer getroffen, der gesagt hätte „er wäre gern schwimmen gegangen, konnte aber nicht“.  Ralf Fastner

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