„Wollen keine Besserwisser sein“

Kreisverband der Grünen beschließt Wahlprogramm

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Fordert eine umfassende Energie- und Verkehrswende: Dritter Landrat Klaus Koch.

Geretsried – Ein umfangreiches Wahlprogramm stellten Dritter Landrat Klaus Koch sowie die beiden Kreisverbandssprecher Barbara Schwendner und Alexander Müllejans jüngst den rund 25 erschienenen Mitgliedern im kleinen Ratsstubensaal vor.

Bevor über die einzelnen Programmpunkte abgestimmt wurde, informierte Professor Dr. Wolfgang Goymann in einem rund einstündigen Vortrag über den Klima- und Artenschutz im Murnauer Moos. Der Ornithologe des renommierten Max-Planck-Instituts in München beobachtete mit einem Team über einen längeren Zeitraum das Brutverhalten von Braunkehlchen und kam zu alarmierenden Ergebnissen.

„Artenreiche Wiesen gehen leider immer mehr verloren“, sagte Goymann. Er glaubt, dass Landwirte mit Zuschüssen und Fördermitteln dazu bewegt werden könnten, auf Monokulturen zu verzichten und damit auch die Population der bedrohten Vogelart erhöht werden könnte. Mit seinem Vortrag gab Goymann die Steilvorlage für die folgende Diskussion über das Wahlprogramm.

Denn der Klima- und Artenschutz hat bei den Grünen nach wie vor Priorität. „Die Kommunalpolitiker, die nun im Amt sind, sind die letzten, die das Ruder noch rumreißen können“, erklärte Klaus Koch. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen habe seiner Ansicht nach das Potenzial, sich zu einer Vorzeigeregion für die Energiewende zu entwickeln. Der Landratskandidat forderte die Schaffung von kleinen Nahwärmenetzen. „Davon könnten wir auch wirtschaftlich profitieren“, ist sich der Beuerberger sicher. Umstrukturierungen seien auch im Verkehr sowie bei der Schaffung von günstigem Wohnraum nötig. Um weiteren Flächenfraß zu verhindern, setzen die Grünen auf Nachverdichtung und ein Bauen in die Höhe. Koch betonte aber auch, dass es darum gehe, mit anderen Parteien gemeinsame Lösungen zu finden. „Wir wollen keine Besserwisser sein“, stellt Kock klar.

Alexander Müllejans ließ danach über einzelne Themenschwerpunkte abstimmen. Umstritten war dabei vor allem das Bekenntnis der Kreisgrünen zum Aufbau des neuen Mobilfunknetzes 5G. Vor allem der Wolfratshauser Ortsverbandssprecher Dr. Hans Schmidt warnte vor Gesundheitsgefahren, die durch die Strahlung entstehen könnten. Letztlich entschied sich aber eine Mehrheit dafür, dass die Grünen auch die Digitalisierung weiter voranzutreiben. „Wenn wir das nicht in unser Wahlprogramm aufnehmen, könnten wir vor allem viele junge Wähler verlieren“, fürchtet Müllejans. So einigten sich die Mitglieder auf die Formulierung: „Ausbau des 5G-Netzes unter Gewährleistung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt“ ph

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