Grüne im Aufwind

Kreisverband hofft auf mehr Sitze im Kreistag

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Kreis-Grünen-Sprecherin Barbara Schwendner (3. v. l. vorne) und Landratskandidat Klaus Koch (l.) führen die Liste der 60 Kandidaten an.

Geretsried – Neun Kreisräte und -rätinnen vertreten derzeit die Interessen der Grünen im Kreistag. Dass es nach der Wahl am 15. März deutlich mehr sein könnten, hofft Kreisverbandssprecher Alexander Müllejans.

Viel Geduld mussten die Mitglieder des Kreisverbands der Grünen jüngst im überfüllten kleinen Ratsstubensaal mitbringen. Bis die 30 Frauen und 30 Männer für die Kreistagsliste gewählt waren, vergingen über fünf Stunden. Allein für die Festsetzung der ersten 24 Kandidaten waren 36 Wahlgänge – inklusive basisdemokratischen Kampfabstimmungen – notwendig.

„In puncto Gleichberechtigung von Mann und Frau haben wir ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Parteien“, verkündete Kreissprecher Alexander Müllejans. Der prestigeträchtige erste Listenplatz wurde Barbara Schwendner eingeräumt. Immerhin 61 Mitglieder stimmten für die Kreissprecherin, vier bei einer Stimmenthaltung gegen sie. Ähnlich deutlich fiel das Votum für den Landratskandidaten Klaus Koch auf Listenplatz 2 aus. Die beiden Spitzenkandidaten betonten in ihren kurzen Vorstellungsrunden, dass sie sich vor allem für die Energiewende und den Klimaschutz einsetzen wollen. Das ist auch im Sinne von Annelies Wiedenbauer-Schmidt. Die Heilpraktikerin aus Egling bezeichnete sich als „Mutter des ersten Bürgersolarparks im Landkreis“ und eroberte in einer Abstimmung vor Maria Demmel und Lisa Busch den dritten Rang. Klare Ansagen hinsichtlich der angestrebten Verkehrswende machte danach der Listenvierte Alexander Müllejans. „Wir brauchen nicht andere, sondern weniger Autos“, unterstrich der Beuerberger. Für den Ausbau des ÖPNV wolle er sich ebenso stark machen wie für Seniorenthemen. Frischen Wind dürften Jakob Koch und Teresa Wimmer in den Kreistag einbringen. „Es braucht mehr junge Stimmen in der Kommunalpolitik“, begründete der erst 21-jährige Koch seine Bewerbung. Der Sohn des dritten Landrats Klaus Koch erzielte mit 66 Stimmen auf dem sechsten Listenplatz sogar das beste Ergebnis des Abends.

 Als jüngste Kandidatin stellte sich die Studentin Teresa Wimmer vor. Die 22-jährige Dietramszellerin gab in ihrer Heimatgemeinde schon Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge und will weiterhin ihren Beitrag für die schnelle Integration von Asylbewerbern leisten. Erst an 20. Stelle taucht Landtagsabgeordneter Hans Urban auf, der sich als Interessen-Bindeglied zwischen der Region und der Landeshauptstadt München sieht. Auffallend schwach repräsentiert auf den vorderen Listenplätzen sind Kandidaten aus Geretsried und Wolfratshausen. So unterlag der Wolfratshauser Ortssprecher Dr. Hans Schmidt gleich in mehreren Kampfabstimmungen und musste sich am Ende mit Platz 18 zufriedengeben. Noch schlechter lief es für die Geretsrieder Kreisrätinnen Beate Paulerberg und Gabriele Riegel, die auf den Rängen 21 und 23 landeten. Kreisrat Volker Witte wurde gar nur auf Listenplatz 26 gewählt. Das Trio hofft dennoch, dass viele Bürger aus der größten Stadt des Landkreises am 15. März für sie stimmen. Kreissprecher Alexander Müllejans geht ohnehin davon aus, dass die Grünen mehr als ihre derzeit neun Sitze im Kreistag erreichen. „Wir wollen 15 Plätze“, gab er sich nach der Marathonversammlung selbstbewusst. Sollte dieses Ziel erreicht werden, versprach dritter Landrat Klaus Koch schon mal, ein „Fass Bier aufzumachen“. Peter Herrmann

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