Krippenplätze: Stadt will heuer insgesamt 100 Plätze anbieten

Wolfratshausen stockt auf

Wolfratshausen – Ob die Nachfrage an Krippenplätzen das Angebot übersteigen wird, wenn ab August 2013 ein Rechtsanspruch auf Betreuung besteht, soll in Wolfratshausen die Praxis zeigen. Momentan bietet die Stadt 64 Krippenplätze an. Im Laufe des Jahres soll die Anzahl auf 100 steigen.

Auf das Prinzip von Angebot und Nachfrage bei Krippenplätzen angesprochen, verweist Amtsleiter Franz Gehring auf eines seiner „traumatischen Erlebnisse“. Damals hatten zahlreiche Eltern einen „Mordszirkus“ gemacht, um einen Kindergartenplatz für ihren Nachwuchs zu bekommen. Daraufhin waren alle Hebel in Bewegung gesetzt worden, um den angemeldeten Bedarf zu decken. Der mobile Kindergarten in Gelting entstand. Doch plötzlich kamen nur noch fünf Kinder aus der Flößerstadt und die hatten noch nicht mal auf der Warteliste gestanden. Seither lässt sich Gehring auch von einem offensichtlich hohen Bedarf erstmal nicht schocken. „Das ist wie mit dem Bedarf an Bushaltestellen – es muss eine da sein, damit ich einmal in zehn Jahren mit dem Bus fahren kann“, sagte Gehring. Trotzdem sei die Stadt dabei, die Krippen- und Kindergartenplätze kontinuierlich auszubauen. Allerdings habe die Stadt wenige eigene Räumlichkeiten, die sich dafür eignen würden und auch kommunale Grundstücke, die für diese Zwecke bebaut werden könnten, stehen derzeit keine mehr zur Verfügung. Mittlerweile hat sich aber längst ein ganz anderes Problem offenbart: Der Mangel an qualifiziertem Personal. „Man kann guten Willens sein, so viel man will, auf dem Arbeitsmarkt herrscht Flaute.“ Dazu komme, dass viele Einrichtungen in München übertariflich zahlen würden und qualifizierte Kräfte auch aus Wolfratshausen abgezogen werden. Außerdem müssten immer wieder schwangere Erzieherinnen ersetzt werden. Noch könnten Qualität und Standard gehalten werden, so der Amtsleiter. Doch leichter werde das in Zukunft sicher nicht. Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz macht Gehring momentan noch „keine wirklichen Sorgen“. Die Praxis soll zeigen, wie damit umzugehen sein wird. „Wir versuchen, dem gerecht zu werden und werden sehen, wie weit wir kommen“, so Gehring. Vieles sei ohnehin noch nicht ausdiskutiert und hundertprozentig sei der Bedarf vermutlich nie zu decken. Schließlich gebe es beispielsweise auch Eltern, die ihren Nachwuchs am Samstagvormittag betreuen lassen wollen. Deswegen könne eine Einrichtung aber nicht extra öffnen. „In Wolfratshausen hat man allerdings stets versucht, den Bedarf zu erfüllen“, sagt Gehring. So sei der Stadtrat auch immer wieder bereit gewesen, dafür kurzfristig Geld in die Hand zu nehmen. Privaten Trägern und Betreibern wie der Kita-Consult, die voraussichtlich im März/April dieses Jahres eine Krippe am Hans-Urmiller-Ring eröffnen wird, begrüßt die Stadt durchaus. Doch Gehring ist auch skeptisch, was derartige Betreibermodelle betrifft. „Man muss aufpassen, dass die Qualität nicht leidet.“ Er befürchtet, dass der Kostendruck aufgrund der Konkurrenzsituation und hoher Personal- sowie Betriebskosten zu hoch werden könnte. Dann würde wohl erst dort gespart werden, wo am meisten Geld drauf geht: beim Personal. „Wenn jemand eine Kinderkrippe führt, weil er einen Reibach damit machen will, wird es nicht funktionieren.“ dae

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