Zahlreiche Personalwechsel

Kritik an Umbau der Tölzer Hütte: DAV-Naturschutzreferent geht

Ein Hubschrauber liefert Baumaterial zur Tölzer Hütte.
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Ein Hubschrauber liefert Baumaterial zur Tölzer Hütte.

Bad Tölz – Naturschutzreferent Franz Mettal von der Tölzer DAV-Sektion übt Kritik an der Sanierung der Tölzer Hütte – und zieht nun eine krasse Konsequenz.

Reichlich Personalwechsel gibt es in der Tölzer Alpenvereinssektion. Während die meisten Posten geräuschlos an Nachfolger übergeben wurden, verabschiedete sich Naturschutzreferent Franz Mettal mit einem Paukenschlag: In seinem während der Jahresversammlung verlesenen Rücktrittsschreiben kritisierte er mit deutlichen Worten die Vorstandschaft und die Hubschraubertransportflüge zur Sanierung der Tölzer Hütte am Schafreuter.

Franz Mettal hatte sich bereits im Februar in einem Leserbrief im Tölzer Kurier kritisch zu diesem Thema geäußert. Dafür sei er von der Vorstandschaft gemaßregelt worden, die dies als Vertrauensbruch empfand. In seinem Rücktrittsschreiben wiederholte der Forstgutachter seine Kritik. Verlesen wurde das Schreiben von seinem Amtskollegen Richard Hoch: „Der Wald in Deutschland stirbt aufgrund der Klimaerwärmung vor sich hin und der Alpenverein feiert ganz ungerührt den Ausbau der Tölzer Hütte“, schreibt Mettal.

Um die Hütte zu sanieren, seien 200 Hubschrauberflüge notwendig. Dabei werde so viel CO2 freigesetzt wie von 400 Bundesbürgern in einem Jahr. Der Alpenverein sei dem Naturschutz verpflichtet: „Trotzdem ist es der Sektion kein Nachdenken wert, eine riesige Baugrube aufzumachen.“ Mettal kritisiert, der Alpenverein gebe kein gutes Vorbild ab: „Die Sektion predigt Wasser und trinkt Wein.“ Er habe den Glauben an ein nachhaltiges Wirtschaften der Sektion verloren und bitte darum, ihn von seinen Aufgaben als Naturschutzreferent zu entbinden.

Naturschutzreferent Richard Hoch reagierte mit moderaten Worten auf die kritische Grußbotschaft: „Wir sind froh, dass wir den Franz als Naturschutzreferenten gehabt haben.“ Seit 1995 habe Mettal dem Ausschuss angehört, seit 2014 als Naturschutzreferent gearbeitet: „Er ist nicht bequem und 100-prozentig auf Naturschutz ausgerichtet.“ Auch wenn man es nach diesem Schreiben nicht vermuten würde, sei die Zusammenarbeit immer sehr angenehm gewesen. Daher bedauere er den Rücktritt. Hoch selbst wolle als Naturschutzreferent weitermachen. Zugleich hofft er, dass sich ein Nachfolger findet.

Alpenvereinsmitglied Karlheinz Kral wollte Mettals Kritik so nicht stehen lassen: „Beim Umbau der Tölzer Hütte geht es um Werterhaltung. Wenn sein Haus in einem ähnlichen Zustand wäre, hätte er sicher auch Maßnahmen zur Werterhaltung ergriffen.“ Kral: „Es ist ja nicht so, dass der Alpenverein aus Fleiß Umweltschäden verursacht, weil es wurscht ist.“ Für die Worte gab es von den 41 anwesenden Mitgliedern reichlich Applaus.

Ohne Groll zog sich nach zehn Jahren Matthias Balbierz als Schatzmeister zurück. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Peter Wiedemann gewählt, der die Sektion schon ab 1992 als Vorsitzender angeführt hatte. Ebenfalls ihren Rücktritt erklärte Monika Glasl (2005 bis 2010 Beisitzerin), die seit 2010 als Jugendreferentin arbeitete und seit 1998 als Gruppenleiterin aktiv war. Zu ihrem Nachfolger wählten die Mitglieder einstimmig Martin Maier. Der 42-jährige Benediktbeurer ist seit 2014 im Alpenverein Referent für Sportklettern. Patrick Staar

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