„Künstler back on stage“

Veranstaltungsreihe im Merkurdrome lockt mit Musik und Kindertheater

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Viele Stühle und die Tanzfläche blieben am Samstagabend im Merkurdrome unbesetzt: Der Spielfreude der Klezmer-Band Massel-Tov tat dies keinen Abbruch.

Wolfratshausen – Mit einem Konzert der Münchner Klezmer-Band Massel-Tov begann am ersten Juli-Wochenende das Open-Air-Festival am Merkurdrome. Obwohl der Auftakt nur wenige Besucher auf das Gelände hinter dem ehemaligen Druckhaus am Hans-Urmiller-Ring lockte, glauben die Veranstalter Stefan Eckardt und Dr. Harry Rosenkind fest an den Erfolg ihres Konzepts.

„Um Künstlern und Veranstaltungstechnikern in diesen schwierigen Zeiten zu helfen, haben wir eine große Bühne installiert“, erklärt Stefan Eckardt. Bis 26. Juli finden dort jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag Konzerte und Kinderprogramme statt. Doch beim Auftakt blieb der Zuspruch des Publikums noch aus. Nur etwa ein Dutzend Besucher sicherte sich vorab über das Internet Tickets – eine Abendkasse durfte es aufgrund der strengen Sicherheitsauflagen nicht geben. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, alles andere liegt nicht in unserer Macht“, gab sich Rosenkind gelassen. Dass die Fernsehübertragung des zeitgleich stattfindenden DFB-Pokal-Finales der Merkurdrome-Auftaktveranstaltung einige Zuschauer gekostet haben könnte, glaubt er nicht. Vielleicht wollte aber der außergewöhnliche Musikstilmix der seit 26 Jahren bestehenden Band Massel-Tov nicht so recht in den auf den ersten Blick etwas spröde anmutenden Hinterhof einer Werkshalle passen. Denn Tatjana Mischenko (Querflöte, Gesang), Zarko Mrdjanov (Gitarre, Gesang), Florian Ewald (Klarinette, Gesang) und Schlagzeuger Harald Starken gaben eine virtuose Mischung aus Klezmer, jiddischen Liedern, Swing und Balkan-Tänzen zum Besten. Auf Hochzeiten oder ausgelassenen Familienfeiern, wie man sie beispielsweise aus den Filmen des Serben Emir Kusturica („Time of the Gypsies“) kennt, hätte es dabei zweifellos kaum jemand auf den Sitzen gehalten. Im Merkurdrome blieb die Tanzfläche jedoch während des etwa anderthalbstündigen Auftritts durchgehend leer. Eine Zugabe forderte kein einziger Besucher. Auch der Getränkeumsatz von Caterer Michel Amato ließ zu wünschen übrig. Der Verkauf von ein paar Softdrinks für die Autofahrer und einiger 0,33-l-Bierfläschchen dürfte ihn nicht zufriedengestellt haben. Dennoch denken Stefan Eckardt und Dr. Harry Rosenkind nach diesem enttäuschenden Auftakt noch nicht ans Aufgeben. Mit einem bunten Kinderprogramm an Sonntagen sowie Auftritten von renommierten Künstlern wie Ludwig Seuss und der bayerischen Mundart-Band Zweckinger soll das Ruder in den kommenden Wochen noch herumgerissen werden. Peter Herrmann

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Das Programm ist im Internet unter merkurdrome.de abrufbar. Eintrittskarten gibt es nur im Vorverkauf bei München Ticket. Die Zuschaueranzahl ist derzeit auf 100 Personen begrenzt. Karten für das Abendprogramm kosten 16,50 zzgl. Vorverkaufsgebühr. Der Eintritt für die Kinderveranstaltungen ist Kinder bis 10 Jahre kostenlose! Erwachsene Begleitpersonen zahlen 8 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühren.

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