Transparenz im Pfarrheim

Künstlervereinigung Lenggries: 17. Kunstwoche mit internationalen Künstlern

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Detlef Hartungs und Georg Trenz‘ Lichtinstallation Palimsest ist im Rahmen der Kunstwoche Lenggries zu sehen.

Lenggries – Durchsichtigkeit, Durchlässigkeit, Durchschaubarkeit und Nachvollziehbarkeit – diese Begriffe sind äußerst vielschichtig und von daher schon ideale Beschreibung für Kunstausstellungen. Durchaus nachvollziehbar also, dass die Macher der 17. Kunstwoche in Lenggries ihrer aktuellen Exponatenschau das Thema „TRANSPARENZ“ gegeben haben. Noch bis zum Sonntag, 29. September, läuft die Ausstellung der Künstlervereinigung Lenggries im Pfarrheim an der Geiersteinstraße 7.

Im Kontext der Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte steht Transparenz zunächst für eine Sichtweise, die Werke in Bezug auf einen über sie hinausweisenden und „hinter“ ihnen liegenden Sinn hin betrachtet. Wichtiger noch ist das gesellschaftliche und politische Umfeld des Begriffes. Das Verlangen nach mehr Transparenz ist in Politik und Wirtschaft allgegenwärtig und wird als essentielle Voraussetzung für das Funktionieren demokratischer Systeme verstanden. Dem gegenüber steht die Furcht vor dem Verlust von Privatheit, insbesondere durch die exzessive Nutzung sozialer Medien, die in sich völlig intransparent arbeiten. Der „gläserne Mensch“ bewirkt ein völlig neues und verändertes Verständnis von Privatheit. Diese Ambivalenz der Transparenz wollen die Künstler in der diesjährigen Ausstellung interpretieren und über ihr künstlerisch breites und vielschichtiges Spektrum für die Besucher greifbar machen.

Die Künstlervereinigung Lenggries hat dazu international bekannte Künstler für die Ausstellung gewinnen können: Gastkünstler 2019 sind etwa Detlef Hartung/Georg Trenz mit einer Lichtinstallation. Beide studierten an der Kunstakademie in München und arbeiten seit 1998 gemeinsam an raumbezogen Licht-Textinstallationen. In diesen 20 Jahren haben sie national wie international weit über hundert Arbeiten realisiert, darunter Projektionen für den Lorelei-Felsen am Rhein (2009), das Kaiser Wilhelm Denkmal am Deutschen Eck (20012) oder die Alte Stadtmauer in Jerusalem (Israel, 2013). In Lenggries präsentiert das Duo im Foyer des Pfarrheims eine Lichtinstallation mit typografischen Elementen und weißem Licht. Über projizierte Worte und Schriftzeichen treten sie in Dialog mit dem Raum und seinen Betrachtern – mit der Frage, ab welchem Punkt der Buchstabe, das Wort seine Erkenn- und Lesbarkeit verliert und welche neue formale und inhaltliche Bedeutung sich aus der Überlagerung und Kombination transparenter typografischer Zeichen ergibt.

Weitere Künstler: Marina Herrmann aus Köln (großformatige Rauminstallation); die junge Metallbildhauerin Antonia Leitner aus Reicherrsbeuern (Skulptur, Objekte); Gabriela Nepo-Stieldorf aus Innsbruck (Plexiglas, Installation), deren plastischen Werke im Ortszentrum von Lenggries und im Außenraum des Ausstellungsgeländes zu sehen sein werden. Zudem zeigen Künstler der Künstlervereinigung Lenggries Exponate: Jürgen Dreistein, Heidi Gohde, Sophie Frey, Veronika Partenhauser, Ecki Kober, Paul Schwarzenberger, Gabriele Pöhlmann, Günter Unbescheid und Klas Stöver. Mit Licht- und Rauminstallation, Malerei, Zeichnung und Collage, Skulptur und Objektkunst sowie Film und Fotografie haben sie sich auf ihre Art mit dem Thema Transparenz auseinandergesetzt.Thomas Kapfer-Arrington

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Die Ausstellung läuft noch bis zum Sonntag, 29. September in der ehemaligen Schlossbrauerei/jetziges Pfarrheim (Geiersteinstraße 7); Montag bis Freitag (14 bis 18 Uhr) sowie samstags/sonntags von 10 bis 18 U hr.

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