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Kulturbühne Hinterhalt in Gelting erinnert an Anschlag auf französische Redaktion

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Kabarettist HG. Butzko auf der Geltinger Hinterhalt-Bühne
Nahm das profitorientierte Gesundheitssystem aufs Korn: Kabarettist HG. Butzko auf der Geltinger Hinterhalt-Bühne. © Herrmann

Gelting – Sieben Jahre nach dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo lud die Kulturbühne Hinterhalt zu einem Gedenkabend ein, um dabei die Wichtigkeit von Presse- und Meinungsfreiheit zu betonen.

Nach einem islamistischen Terroranschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo kamen am 7. Januar 2015 in Paris zwölf Menschen ums Leben. „Für uns ist es nach wie vor ein wichtiger Tag, auch wenn die Welle der Solidarität in den vergangenen sieben Jahren merklich abgenommen hat“, betonte Assunta Tammelleo in ihrer Grußansprache. Die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach stellte mit der Unterstützung des Bunds für Geistesfreiheit, der Giordano-Bruno-Stiftung sowie dem Verein „Das andere Bayern“ erneut ein Programm mit verschiedenen Künstlern zusammen.

Den Anfang machte dann die Poetry-Slammerin Meike Harms, die mit temporeich vorgetragener Lyrik die volle Aufmerksamkeit der wenigen zugelassenen Besucher erforderte. Viel Applaus erhielt sie für Wortspiele um den fiktiven Zoo-Spaßvogel „Fink positiv“ sowie humorvollen Parodien auf den verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki oder den Deutschrocker Marius Müller-Westernhagen. Letzterer sang einst das Lied „Freiheit“, das mittlerweile spaziergehende Corona-Maßnahmen-Kritiker als Hymne vereinnahmt haben. Harms schaffte hier den Brückenschlag zum Motto des Abends. „Meinungsfreiheit bedeutet nicht, alle zu diskriminieren und zu hassen, die anders sind als du und so nicht in dein Weltbild passen“, mahnte die Künstlerin.

Butzko reiste extra aus Berlin an

Ihr folgte dann der Kabarettist HG. Butzko, der für seinen halbstündigen Kurzauftritt sogar die lange Anreise aus Berlin in Kauf nahm. Seine Ausführungen zur „veritablen Schieflage“ eines profitorientierten und rationalisierten Gesundheitssystems garnierte der in Gelsenkirchen aufgewachsene Satiriker wahlweise mit Berliner und Ruhrpott-Dialekt sowie irrwitzigen Gesten.

Musikalischer Höhepunkt und krönender Abschluss des kurzweiligen Abends war schließlich der Auftritt des kabarettistischen Boogie-Woogie-Pianisten Martin Schmitt. Im Hinterhalt fand er einen perfekt gestimmt Stutz-Flügel vor, den die Geretsrieder Musikerfamilie Vollmer der Kulturbühne vor einigen Monaten überließ.

Besonders zur Geltung kam das Instrument bei der abschließend in sächsischer Mundart vorgetragenen Version des Tom-Jones-Klassikers „Sexbomb“. Hier bewies der am Pilsensee (Landkreis Starnberg) lebende Schmitt, dass er das Zeug zur Rampensau hat und schon in Vor-Pandemie-Zeiten weitaus größere Veranstaltungsorte zum Beben gebracht hatte. Die Veranstaltung ist auf www.hinterhalt.de auch nachträglich noch zu sehen. Peter Herrmann

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